Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nördlinger; Nordm.; Nordmann; Nordmark; Nordöstliche Durchfahrt; Nordostseekanal

224

Nördlinger - Nordostseekanal.

fen von Öttingen verpfändet war. 1347 trat sie dem Schwäbischen Städtebund bei und wußte, 1373 von Karl IV. an den Herzog Otto von Bayern verpfändet, ihre Reichsfreiheit durch Teilnahme am Städtekrieg (1377) zu wahren. Obwohl N. 1529 den Protest der Evangelischen zu Speier mit unterzeichnete, hielt es sich doch von dem Schmalkaldischen Bund fern, und wenn es auch 1546 dem Kaiser seine Thore verschloß, so vermied es doch jeden ernstlichen Widerstand. 1634 ward die Stadt von den Kaiserlichen belagert, und der Versuch der Schweden, sie zu entsetzen, führte zu der Schlacht bei N. Die Kaiserlichen, 30,000 Mann stark, standen unter dem Oberbefehl des Königs von Ungarn; neben ihm befehligten Gallas, Piccolomini, Joh. v. Weerth u. a. Die Schweden, 24,000 Mann, wurden von Herzog Bernhard von Weimar und Horn befehligt. Letzterer wollte erst die Ankunft von Verstärkungen abwarten. Bernhard aber riß ihn schon 5. Sept. 1634 zu einem Angriff auf die Kaiserlichen fort. Zwei Tage, 5. und 6. Sept., dauerte der erbitterte, mörderische Kampf, bis endlich die Schweden nach furchtbaren Verlusten (12,000 Tote und Verwundeten, 6000 Gefangene und alles Geschütz) zurückgeschlagen wurden. Horn wurde gefangen, Bernhard verwundet. Das übergewicht der Schweden war gebrochen, ganz Süddeutschland in der Hand der Kaiserlichen. Die weitern Folgen der Schlacht waren der Anschluß der Schweden an Frankreich und der Prager Friede Sachsens und andrer Reichsstände mit dem Kaiser. (Vgl. Fuchs, Die Schlacht bei N., Weim. 1868; Fraas, Die Nördlinger Schlacht, Nördling. 1869; Weinitz, Des Diego de Aedo Schilderung der Schlacht bei N., Straßb. 1884) Auch die Schlacht bei Allersheim (3. Aug. 1645), welches östlich von N. liegt, wird zuweilen nach N. benannt. 1647 ward die Stadt wieder von den Bayern beschossen und zum Teil in Asche gelegt. 1803 verlor N. seine Reichsfreiheit und kam mit seinem Gebiet an Bayern. N. ist Geburtsort zahlreicher Künstler (z. B. Schäufelin, Adam, Voltz). Vgl. Beyschlag, Geschichte der Stadt N. (Nördling. 1851); Mayer, Die Stadt N., ihr Leben und ihre Kunst im Lichte der Vorzeit (das. 1876); L. Müller, Die Stadt N. im Schmalkaldischen Krieg (das. 1876).

Nördlinger, Hermann, forstwissenschaftlicher Schriftsteller, geb. 13. Aug. 1818 zu Stuttgart, studierte 1837-40 in Tübingen, 1841 in Hohenheim, 1842-43 nach bereits bestandenem Staatsexamen auf der französischen Forstschule zu Nancy, ward 1842 zum Professor der Forstwissenschaft zu Grand-Jouan (Loire-Inférieure) ernannt, folgte 1845 einem Ruf nach Hohenheim, war 1852-55 im praktischen Staatsforstdienst thätig, kehrte dann als Professor der Forstwissenschaft und Forstrat nach Hohenheim zurück, von wo er 1881 nach Aufhebung der dortigen Forstschule in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen berufen wurde. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: "Mémoire sur les essences forestières de la Bretagne" (1845); "Die technischen Eigenschaften der Hölzer" (Stuttg. 1860); "Die kleinen Feinde der Landwirtschaft" (2. Aufl., das. 1869) und die kleinere Schrift "Die Kenntnis der wichtigsten kleinen Feinde der Landwirtschaft" (2. Aufl., das. 1884); "Der Holzring als Grundlage des Baumkörpers" (das. 1872); "Querschnitte von 500 Holzarten" (das. 1852-82, 10 Bde.); "Deutsche Forstbotanik" (das. 1874-75, 2 Bde.); "Anatomische Merkmale deutscher Wald- und Gartenholzarten" (das. 1881); "Lehrbuch des Forstschutzes" (Berl. 1884); "Lebensweise von Forstkerfen" (2. Aufl., das. 1880). Von 1860-70 gab er die von Pfeil begründeten "Kritischen Blätter für Forst- und Jagdwissenschaft" heraus.

Nordm., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Alex. v. Nordmann, Professor der Zoologie zu Helsingfors.

Nordmann, Johannes (mit seinem Familiennamen ursprünglich Rumpelmaier), Schriftsteller, geb. 13. März 1820 zu Landersdorf bei Krems in Niederösterreich, studierte zu Wien und verweilte dann längere Zeit in Dresden und in Leipzig, wo er "Gedichte" (Leipz. 1847) und den Roman "Aurelie" (das. 1847, 2 Bde.) herausgab, nachdem ein "Novellenbuch" (Wien 1846, 2 Bde.; neue Ausg. 1866) schon zuvor von ihm erschienen war. Nach Ausbruch der Revolution von 1848 nach Wien zurückgekehrt, ward er hier Mitglied der akademischen Legion, veröffentlichte auf Grund der Papiere eines aufgehobenen Klosters das Werk "Die Liguorianer, ihre Konstitution und Korrespondenz" (Wien 1849) und war dann meist als Redakteur und Journalist, besonders am "Wanderer", seit 1869 an der "Neuen Freien Presse" und (1873-79) zugleich an der "Neuen Illustrierten Zeitung" thätig. Als langjähriger Präsident des Wiener Schriftstellervereins Concordia leitete er 1881 den litterarischen Kongreß in Wien. Er starb 20. Aug. 1887. Von ihm erschienen noch: "Zwei Frauen", Roman (Wien 1850); "Carrara", historischer Roman (anonym, Leipz. 1851, 2 Bde.); "Ein Marschall von Frankreich", Tragödie (Wien 1857); die Romane: "Frühlingsnächte in Salamanca" (Leipz. 1857, 3. Aufl. 1880) und "Ein Wiener Bürger" (Wien 1860, 2. Aufl. 1882). Später folgten: "Meine Sonntage", Wanderbuch (Wien 1868, 2. Aufl. 1880); "Wiener Stadtgeschichten" (das. 1869); "Der zerbrochene Spiegel", Weihnachtsgeschichte (das. 1870); die epische Dichtung "Eine Römerfahrt" (das. 1875-77, 2 Tle.) und das Wanderbuch "Unterwegs" (das. 1884). Der vollen Entwickelung seiner poetischen Natur war die Ungunst der Zeit und Verhältnisse hinderlich. Daher kommt es, daß in seinen besten Schöpfungen das Schöne neben dem Schroffen hergeht und nur das Ganze der Werke die Harmonie zum Ausklang bringt.

Nordmark, s. v. w. Nordsachsen.

Nordöstliche Durchfahrt, der Seeweg längs der nördlichen Küsten von Europa und Asien und durch die Beringsstraße nach China und Indien; s. Nordpolexpeditionen, S. 227 und 231.

Nordostseekanal, im Bau begriffener Schiffahrtskanal in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein, der mit Umgehung der Halbinsel Jütland Nord- und Ostsee in direkte Verbindung miteinander bringt, beginnt im Mündungsgebiet der Elbe oberhalb Brunsbüttel, durchschneidet den kleinen Kudensee, erreicht bei Wittenbergen die Eider, verfolgt diese bis Rendsburg und mündet, von da unter möglichste Benutzung des Eiderkanals (s. Eider) in östlicher Richtung sich ziehend, 4 km nördlich von Kiel bei Holtenau in die Kieler Bucht. Die Länge beträgt 98 km, das Normalquerprofil ist in der obern Breite auf 60 m, in der Sohlenbreite auf 26 m, die Tiefe auf 8,5 m festgesetzt. Die Kanaleinfahrt an der westlichen Mündung wird durch zwei in die Elbe hinauszubauende, etwa 250 m lange, bogenförmig sich gegeneinander neigende Molen gesichert und durch dieselben ein ziemlich geräumiger Vorhafen gebildet. Die östliche Mündung bei Holtenau erhält ebenfalls die nötige Sicherung der Einfahrt mittels zweier etwa 200 m langer Molen. Um den Kanal von äußern Wasserständen unabhängig zu machen, erhalten östlicher und westlicher Eingang