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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Oxyde - Ozeanien.

Oxyde, chemische Verbindungen einfacher oder zusammengesetzter Körper mit Sauerstoff, im engern Sinne nur die Sauerstoffverbindungen der Elemente. Diese haben verschieden starke Neigung, sich mit Sauerstoff zu vereinigen, sich zu oxydieren, unterliegen mehr oder minder leicht der Oxydation, die stets als eine Verbrennung aufzufassen ist (s. Sauerstoff). Die Oxydationsprodukte sind gasförmig, flüssig oder starr; viele Elemente bilden aber mit Sauerstoff in mehreren Verhältnissen O., und man muß daher mehrere Oxydationsstufen unterscheiden: Suboxydule, Suboxyde (Hypoxyde, Unteroxyde), O., Sesquioxyde, Superoxyde (Hyperoxyde) oder Monoxyde, Dioxyde, Trioxyde, Tetroxyde, Peroxyde etc. Diese Verbindungen sind Basenanhydride und bilden dann mit Wasser die Hydroxydule und Hydroxyde, oder sie sind Säurenanhydride und geben mit Wasser Säuren. Die Nomenklatur der O. ist noch schwankend.

Oxydhydrate, s. Basen.

Oxydieren, s. Oxyde.

Oxydierte Salzsäure, s. v. w. Chlor.

Oxydūl, s. Oxyde.

Oxydulhydrate, s. Basen.

Oxygēn (Oxygenium, Oxygengas), s. v. w. Sauerstoff (s. d.).

Oxygenoïde, s. Metalloide.

Oxyhämoglobīn, s. Blut, S. 55.

Oxylos, ein König der Ätolier, welcher, einäugig auf einem Maultier reitend, den Herakliden bei ihrem Zug nach dem Peloponnes begegnete und dem Orakel gemäß, welches den Herakliden riet, einem Dreiäugigen als Führer zu folgen, von diesen als Anführer gewählt wurde. O. führte sie über die Meerenge von Rhion und besetzte nach der Eroberung des Peloponnes mit den Ätoliern Elis.

Oxymel (Sauerhonig); O. simplex, ein Gemisch von 1 Teil verdünnter Essigsäure mit 40 Teilen gereinigtem Honig, welches als Arzneimittel benutzt wird. 1 Teil Colchicumessig oder Meerzwiebelessig, mit 2 Teilen gereinigtem Honig auf 2 Teile verdampft, liefert den O. Colchici und O. Scillae.

Oxymōron (griech., "witzig-dumm"), rhetorische Figur, bestehend in der sinnreichen Verbindung zweier sich scheinbar widersprechender Begriffe, z. B. ein beredtes Schweigen, geschäftiger Müßiggang.

Oxyneurīn, s. Betain.

Oxypikrīnsäure, s. Resorcin.

Oxysalze, s. Salze.

Oxysäuren, s. v. w. Sauerstoffsäuren, s. Säuren.

Oxysulfurēte, s. Schwefelmetalle.

Oxytŏnon (griech.), im Griechischen ein Wort mit dem scharfen Ton (Akut) auf der Endsilbe.

Oxyūris, Madenwurm.

Oyapok, südamerikan. Fluß, der das französische Guayana (Cayenne) von dem brasilischen Guayana (Provinz Para) trennt, entspringt am Triputuberg, fließt nordöstlich und mündet in den Atlantischen Ozean, die gleichnamige Bai bildend. Er ist 330 km lang und dient trotz seiner Wasserfälle und Stromschnellen der kleinen Schiffahrt; Tragplätze führen zu den Zuflüssen des Marañon hinüber.

Oybin, Berg in der sächs. Kreishauptmannschaft Bautzen, bei Zittau in der Oberlausitz, erhebt sich, von drei Seiten ganz frei stehend, auf der vierten durch einen schmalen Rücken mit dem nahen Gebirge verbunden, in glockenartiger oder kolbiger Kegelgestalt 519 m ü. M. und gewährt eine sehr schöne Aussicht. Auf dem Gipfel ward 1384 an der Stelle eines durch Kaiser Karl IV. zerstörten Raubschlosses in Cölestinerkloster gestiftet, das durch den Hussitenkrieg in Verfall kam und 1577 durch einen Blitzstrahl zerstört ward. Vgl. Pescheck, Geschichte der Cölestiner des Oybins (Zitt. 1840); Moschkau, Der O. (4. Aufl., das. 1883); Derselbe, O.-Chronik (Böhmisch-Leipa 1885); Just, O. als Terrainkurort (Zitt. 1886).

Öynhausen, s. Oeynhausen.

Oyonnax (spr. ojonnáks oder ojonnā), Stadt im franz. Departement Aix, Arrondissement Nantua, in einem Muldenthal des Jura am Ange und an einer Zweiglinie der Eisenbahn Mâcon-Genf gelegen, mit Drechslerei und Schnitzerei in Horn und Holz und (1881) 3676 Einw.

Oyster (engl., spr. euster), Auster.

Oystermouth (spr. eustermauth), beliebtes Seebad in Glamorganshire (Südwales), an der Swanseabai, dicht bei den Mumbles, einem größern Vorgebirge, und auf der von Vlämen besiedelten Halbinsel Gower; O. hat (1881) 3487 Einw.

Oz., in England Abkürzung für Ounce (s. d.).

Ozäna, s. Stinknase.

Ozanam (spr. osanamm), Antoine Frédéric, geistvoller franz. Geschichtschreiber und katholisierender Philosoph, geb. 23. April 1813 zu Mailand, Nachkomme des berühmten Mathematikers Jacques O. (gest. 1717 in Paris), war erst Advokat zu Lyon, ward 1840 Professor der ausländischen Litteratur an der Fakultät der Wissenschaften zu Paris; starb 8. Sept. 1853 in Marseille. Er ist Mitbegründer des Ordens des heil. Vinzenz von Paula. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Dante et la philosophie catholique au XIII. siècle" (Par. 1839, 2. Aufl. 1845; deutsch, Münster 1858); "Études germaniques" (Par. 1847-49, 2 Bde.); "Documents inédits pour servir à l'histoire de l'Italie depuis le VIII. siècle jusqu'au XIII." (das. 1850) und "Les poëtes franciscains en Italie au XIII. siècle" (das. 1852; deutsch, Münst. 1853). Seine "Œuvres complètes" wurden herausgegeben von Ampère (4. Aufl., Par. 1873, 11 Bde.). Sein Leben beschrieben Karker (Paderb. 1867), O'Meara (2. Aufl., Lond. 1879), Hardy (Mainz 1878) und sein Bruder: der Abbé Alphonse O. (2. Aufl., Par. 1882).

Ozark Mountains (spr. ŏsark mauntĭns), Höhenzug, der in südwestlicher Richtung die nordamerikanischen Staaten Missouri und Arkansas durchzieht, die Wasserscheide zwischen dem Mississippi und Missouri bildend, 425-446 m hoch, ohne eigentliche Gipfel.

Özbegen, Volk, s. Uzbeken.

Ozean (griech.), Bezeichnung für die drei großen Teile des Weltmeers, welche zwischen den Kontinenten eingeschaltet sind und von den Polarkreisen im N. und S. gegen die Eismeere abgegrenzt werden: der Atlantische O., Indische O. und Stille O. (s. diese Artikel und Meer). Vgl. Okeanos.

Ozeanĭen (hierzu Karte "Ozeanien"), Bezeichnung für die Inselschwärme, welche von den Palauinseln, als den westlichen, unter 134½° östl. L. v. Gr., bis zur Osterinsel, dem südöstlichen Vorposten, unter 109° westl. L. v. Gr., sich über 117 Längengrade und von Crespo unter 32° 46' nördl. Br. bis Bishop and His Clerk unter 55° 15' südl. Br. sich über 88 Breitengrade, also über einen Raum von 66 Mill. qkm (1⅕ Mill. QM.), ausbreiten, dabei aber insgesamt nur 1,257,129 qkm (22,833,7 QM.) bedecken. Man faßt die vielen Inseln und Inselgruppen nach ihrer räumlichen Anordnung zusammen in einen Binnengürtel, einen Außengürtel und in Zerstreute Inseln oder nach der Natur ihrer Bewohner in vier Hauptgruppen: Melanesien, Polynesien, Mikronesien und Neuseeland.