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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pädeuterium - Padua.

gen, Tuberkulose, Bluthusten, Blutarmut, Bronchialkatarrh, Bleichsucht etc. Verwendung finden. Zum Landgerichtsbezirk P. gehören die 17 Amtsgericht zu Beverungen, Borgentreich, Brakel, Büren, Delbrück, Erwitte, Fürstenberg, Gesecke, Höxter, Lichtenau, Lippstadt, Nieheim, P., Rüthen, Salzkotten, Steinheim und Warburg. - P. (lat. Paderae fontes, Patris brunna) war zur Zeit Karls d. Gr. ein Dorf. Letzterer hielt hier 777 den ersten Reichstag mit den unterworfenen Sachsen ab. Zu Anfang des 11. Jahrh. erhielt die Stadt Mauern. P. ward dann Hansestadt und erwarb eine gewisse Unabhängigkeit. 1532 wurde die dort eingedrungene evangelische Lehre vom Erzbischof von Köln, Hermann v. Wied, unterdrückt. Die Stadt wurde 22. April 1604 von dem Bischof Theodor eingenommen und ihrer Privilegien beraubt. 1622 ward sie vom Herzog Christian von Braunschweig überrumpelt und im Lauf des Dreißigjährigen Kriegs von den streitenden Parteien noch mehrmals besetzt. Vgl. Loher, Geschichte des Kampfes um P. (Berl. 1875).

Pädeutērium (griech.), Knabenschule, Erziehungsanstalt, besonders Klosterschule.

Pädeutik (griech.), Erziehung zur Tugend.

Pädiatrīe (griech.), die Behandlung der Kinderkrankheiten; Pädiatrik, die Lehre davon; Pädiater, Kinderarzt.

Padiham (spr. päddihäm), Fabrikstadt in Lancashire (England), am Calder, 4 km von Burnley, hat Baumwollspinnerei und (1881) 8974 Einw.

Padilla (spr. -dillja), 1) Juan de, genannt el Cartujano ("der Kartäuser"), span. Dichter, geb. 1468 zu Sevilla, gestorben nach 1518, Verfasser religiöser Gedichte, unter welchen "Los doce triunfos de los doce apostoles" (Sevilla 1522; neu hrsg. von M. de Riego, Lond. 1843), eine mißlungene Nachahmung von Dantes "Divina Commedia", nur wegen seiner guten Versifikation bemerkenswert ist.

2) Juan, eins der Oberhäupter des Comuneroaufstandes gegen Karl V., Sprößling eines edlen toledanischen Geschlechts, geb. 1484, war Schöffe der Stadt Toledo, erhielt 1520 bei dem Ausbruch des Aufstandes der kastilischen Städte, der sogen. Comuneros, von der Santa Junta den Oberbefehl über das Heer derselben, ward aber in der Schlacht bei Villalar (23. April 1521) gefangen und 24. April hingerichtet. Eine vorzügliche Rolle spielte in diesen Kämpfen Padillas Gemahlin, Donna Maria Pacheco, geborne Gräfin von Tendilla, eine geistvolle, ehrgeizige Frau, welche ihren Gemahl so beherrschte, daß man sie der Zauberei beschuldigte, nach seinem Fall noch bis zum 26. Okt. Toledo verteidigte und, als die Stadt den Kaiserlichen die Thore öffnete, sich bis zum 10. Febr. 1522 im Alkazar hielt, worauf sie nach Portugal floh, wo sie 1531 starb. Die beiden Briefe, welche P. noch am Tag seines Todes an sie schrieb, gelten als ein Muster erhabener Beredsamkeit (abgedruckt in Robertsons "Geschichte Karls V.", Buch 3). Sie ist neben ihrem Gatten Gegenstand vieler Dramen und Gedichte geworden.

3) Pedro de, span. Dichter, geboren zu Linares, war ein Zeitgenosse und Freund des Cervantes und auch als Improvisator bekannt. In seinem höhern Alter entsagte er plötzlich der Welt, trat in den Karmeliterorden und machte sich von da an auch als geistlicher Redner einen Namen. Er starb 1599. Seine Poesien bestehen aus lyrischen, bukolischen, satirischen und geistlichen Gedichten und Romanzen und gehören zum Teil zu den besten ihrer Zeit; besonders werden die Eklogen geschätzt. Er selbst gab seine poetischen Werke unter verschiedenen Titeln heraus, als: "Tesoro de varias poesías" (Madr. 1580 u. 1587); "Eclogas pastoriles, sonetos etc." (Sevilla 1582); "Romancero" (Madr. 1583); "Jardin espiritual" (das. 1585); "Grandeza y excelencias de la Virgen nuestra Señora" (das. 1587).

Padilla y Ramos (spr. padillja i), Baritonist, geb. 1842 zu Murcia in Spanien, wurde von Mabellini in Florenz im Gesang ausgebildet und gastierte nach einem erfolgreichen Debüt in Messina zwei Jahre hindurch in Turin, Florenz und Mailand. Später trat er in verschiedenen Städten Europas und Amerikas auf, überall geschätzt wegen seiner wohlklingenden und kräftigen Stimme, seines geschmackvollen Vortrags und Spiels. Seit 1869 ist er mit der Sängerin Désirée Artôt vermählt, mit welcher er 1884 seinen Wohnsitz in Berlin nahm.

Padischah (pers., "Wohnort des Königs", unserm "Hof" entsprechend), Titel der Landesfürsten im ganzen mosleminischen Asien, also nicht unserm "Kaiser" oder "König" entsprechend. Der Titel wird amtlich nur den mosleminischen Fürsten erteilt, während christliche Potentaten die entlehnten Benennungen Kral (König) oder Tschassar (Kaiser) erhalten.

Pädogenēse (griech.), s. Parthenogenese.

Padoggen (Batocken, russ.), Stockschläge, früher übliche Prügelstrafe beim russischen Militär.

Padok (engl. paddock), Frosch, Kröte, besonders Unke.

Pädonōm (griech.), bei den alten Spartanern der Oberaufseher der Jugenderziehung.

Pädotrīben (griech.), bei den alten Griechen diejenigen, welche in der Palästra den Unterricht in der Gymnastik erteilten.

Pädotrophīe (griech.), die Ernährung, Aufziehung der Kinder, Kinderdiät.

Padovāna, Tanz, s. Pavane.

Pādre (ital.), Vater, Pater.

Padron, Bezirksstadt in der span. Provinz Coruña, am Ulla und der Eisenbahn Santiago-Carril, früher ein bedeutender Wallfahrtsort, mit Gerberei, Getreidehandel und (1878) 8424 Einw.

Padstow (spr. päddsto), Fischerstädtchen in der engl. Grafschaft Cornwall, an der Mündung des Camel in den Atlantischen Ozean, mit (1881) 1749 Einw. Zum Hafen gehören 99 Seeschiffe von 8269 Ton. und 46 Fischerboote. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Padŭa (ital. Padŏva), ital. Provinz, zur Landschaft Venetien gehörig, grenzt im N. an die Provinz Treviso, im O. an Venedig, im S. an Rovigo und im W. an Vicenza und Verena, bildet ein ebenes Alluvialland, aus welchem sich nur die Euganeischen Hügel erheben, und enthält eine große Zahl von Wasseradern, teils Flüsse, wie Etsch, Brenta mit Musone, Bacchiglione mit Frassine, teils Bewässerungs- und Schiffahrtskanäle, darunter die Kanäle von Battaglia, Pontelongo und Piovego. Das Gebiet umfaßt 1956 qkm (nach Strelbitsky 2063 qkm oder 37,5 QM.) mit (1881) 397,762 Einw. Die Hauptbeschäftigung bildet Ackerbau; der Boden ist sehr fruchtbar und wird vollständig, wenn auch noch nicht sehr rationell ausgenutzt. Die wesentlichen Produkte sind Weizen und Mais. Gering ist der Waldstand, auch der Viehstand ist nicht bedeutend. Unter den Zweigen der gewerblichen Industrie verdienen, von den in der Stadt P. vertretenen abgesehen, Erwähnung die Fabrikation von landwirtschaftlichen Geräten, Ziegeln und Kalk, Töpferwaren, Hanf- und Leinengeweben, Seidengarn, Seilerwaren, Filzhüten, Papier, Mehl und konservierte Früchten. Die Pro-^[folgende Seite]