Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

643

Palpabel - Pamir.

zwischen Budapest und Waitzen, beliebter Sommerausflugsort, mit (1881) 4105 ungar. Einwohnern. - 2) Vár-P. (Veszprim-P.), Markt im ungar. Komitat Veszprim, an der Südbahnlinie Stuhlweißenburg-Steinamanger, mit altem Schloß, Weinbau und (1881) 5359 ungar. Einwohnern.

Palpābel (lat.), betastbar, angreifbar.

Palpation (lat.), Betastung, Befühlung.

Palpĕbrae (lat.), Augenlider.

Palpen (Palpi, Taster), fühlerähnliche Organe an den Kauwerkzeugen der Gliedertiere, z. B. der Insekten, Krebse etc.

Palpicornĭa (tasterhörnige Wasserkäfer), Familie aus der Ordnung der Käfer, s. Wasserkäfer.

Palpitieren (lat.), heftig klopfen (vom Herzen), zittern (vor Erregung); Palpitation, Herzklopfen.

Palŭdamentum (lat.), weites, mantelartiges Kriegsgewand von roter Farbe, Auszeichnung des mit dem Imperium bekleideten römischen Feldherrn. Es wurde nur während der Dauer des Kriegs und über der Rüstung getragen.

Paludan-Müller, Frederik, dän. Dichter, geb. 7. Febr. 1809 zu Kjerteminde auf Fünen, erregte schon als Student in Kopenhagen durch sein romantisches Schauspiel "Kjärlighed ved Hoffet" (1832, deutsch: "Die Liebe am Hofe", Leipz. 1871) die Aufmerksamkeit des Publikums und erwarb sich dann durch sein byronisierendes, durch Witz und Gedankenreichtum ausgezeichnetes Gedicht "Dandserinden" (1833) und das idyllisch-lyrische Drama "Amor og Psyche" (1834, 8. Aufl. 1883) als Dichter einen geachteten Namen, welchen die folgenden Arbeiten, die poetische Erzählung "Zuleima's flugt" (1835), das polemisierende Gedicht "Trochäer og Jamber" (1837) und "Poesier" (1836-38, 2 Bde.), noch befestigten. Nachdem P. 1838-41 Deutschland, Frankreich und Italien bereist hatte, ließ er sich in Kopenhagen nieder. Von seinen nächstfolgenden Produktionen sind hervorzuheben: die dramatischen Dichtungen "Venus" (1841), "Dryadens Bryllup" (1844) und "Tithon" (1844), besonders aber das didaktisch-humoristische Gedicht "Adam Homo" (1841-49, 3 Bde.; 7. Aufl. 1885; deutsch von Emma Klingenfeld, Bresl. 1882), sein Hauptwerk, worin er ein treffendes Bild der realistischen Richtung unsrer Zeit gibt, indem er zeigt, wie der Mensch in seinem Drang nach Ehre und Ansehen Schritt für Schritt das Idealmenschliche aufgibt, welches das Leben zu reicherer Entfaltung bringen sollte. In der Folge wandte sich P. einer ganz neuen Richtung zu, die im Gegensatz zu der rein ästhetischen Dichtung seiner Jugend und der ethischen Hauptarbeit seines Mannesalters als religiös-spekulative Poesie bezeichnet werden kann. Die erste Andeutung davon gibt er im "Luftskipperen og Atheisten" (1853); sie spricht sich aber voll aus in den schönen und geistvollen Gedichten: "Paradiset", "Abels Død", "Kain", "Ahasverus", "Kalanus" und "Benedikt fra Nursia" (gesammelt als "Sex digte", 4. Aufl. 1883), womit ein neuer Kreis tiefsinniger und frischer Ideen in die nordische Litteratur eingeführt wurde. In Prosa folgten die Erzählung "Ungdomskilden" ("Der Jugendborn", 1865; deutsch, Leipz. 1885) und der sehr weitschichtige Sozialroman "Ivar Lykke's Historie" (1866-73, 3 Bde.), eine Schilderung des Lebens in Dänemark unter Friedrich VI.; ferner das Schauspiel "Tiderne skifte" (1874) und das kleine formschöne Gedicht "Adonis" (1874), mit welchem er wieder zu den mythologischen Stoffen zurückkehrte. Er starb 29. Dez. 1876 in Kopenhagen. P. gehört unzweifelhaft, sowohl was Fülle der Ideen als was die Tiefe des sittlichen Ernstes und die formelle Schönheit der Darstellung anlangt, zu den bedeutendsten dänischen Dichtern unsers Jahrhunderts. Seine "Poetiske Skrifter" erschienen 1878-79 in 8 Bänden. Eine vorzügliche Charakteristik des Dichters gibt Brandes in seinen "Danske Digtere". - Sein älterer Bruder, Kaspar Peter, geb. 25. Jan. 1805, seit 1872 Professor der Geschichte an der Universität zu Kopenhagen, hat sich als Geschichtschreiber namentlich durch "Cola di Rienzi" (1838), "Grevens Feide" ("Die Grafenfehde", 1853-54, 2 Bde.) und "De første Konger af den Oldenborgske Slägt" ("Die ersten Könige aus dem Oldenburger Geschlecht", 1874) einen geachteten Namen gemacht. Er starb 1. Juni 1882.

Paludicŏla, Wasserratte, s. Wühlmaus.

Palungu, s. v. w. Gambohanf.

Palus (spr. -lüs oder -lüh), s. Bordeauxweine.

Pamēla, Bezeichnung einer Tugendheldin, nach der Hauptperson in Richardsons gleichnamigem Roman.

Pamfīli, Villa (auch Villa Doria genannt), ein vor der Porta San Pancrazio in Rom gelegenes Landhaus mit Park, welches Fürst Camillo P., Neffe Innocenz' X., von Algardi anlegen ließ. Das Kasino enthält eine Sammlung antiker Skulpturen, der Park ein wohlerhaltenes Kolumbarium.

Pamiers (spr. -mjeh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Ariége, am Ariége und an der Eisenbahn von Toulouse nach Foix, Sitz eines Bischofs, mit Handelskammer, Collège, Seminar, Bibliothek, Schloß, Kathedrale, Sandsteinbrüchen, Wein- und Obstbau, Wollspinnerei, Papier- und Eisenwarenfabrikation, Handel mit Vieh und Käse und (1886) 8670 Einw.

Pamir, türkisch-tatar. Bezeichnung für unbewohnte Wildnis, insbesondere für die öde Hochsteppe in Zentralasien, welche vom Surchab im N., vom Jarkandfluß und dem Pandscha im S. sowie von Kaschgarien und dem Amu Darja-Becken eingeschlossen wird, ein Gebiet von 140,000 qkm (2500 QM.) Umfang, dessen Form ein verschobenes Rechteck darstellt, und das bis auf geringe Teile im O. mit dem Quellgebiet des Amu Darja identifiziert werden kann. Das Pamirplateau stellt die Verbindung des Thianschansystems mit dem des Himalaja dar und hat eine mittlere Erhebung von mehr als 4000 m. Auf die Hochsteppe ist eine Reihe von Gebirgsrücken ausgesetzt, die mehrfach in die Schneeregion reichen und die Steppe in einzelne unter sich getrennte Plateaus scheiden, mit mehreren Seen, unter denen der Große Karakul (4050 m ü. M. und 300 qkm groß) der bedeutendste ist. Die Bergmassen im O., zusammengefaßt als Kisil Jart-Kette, tragen eine ununterbrochene Reihe schneeiger Häupter, darunter der nach Trotter und Kostenko 7775 m, nach Hayward 6400 m hohe Tagharma. Nach W. fällt das Hochplateau in Absätzen rasch ab. Die Wasserscheide zwischen dem Amu Darja, dessen Quellflüsse Pandscha und Aksu (Murghab), vom Kleinen P. kommend, sich noch auf dem Westrand vereinigen, und dessen großer nördlicher Nebenfluß, der Surchab, gleichfalls von hier kommt, und den nach O. und SO. zum Kaschgar und Jarkand abfließenden Gewässern ist eine sehr unbestimmte. Die Luft ist von außerordentlicher Reinheit, Trockenheit und Durchsichtigkeit, die Extreme von Hitze und Kälte sind außerordentlich große, furchtbare Schnee- und Staubstürme gefährden das Leben von Menschen und Tieren, dennoch ist der P. zeitweilig bewohnt. Kirgisen aus Chokand und Karategin im N., aus Badachschan im W. weiden hier ihre Herden im Sommer. Im obern