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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pamisos; Pamlicosund; Pampa; Pampas

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Pamisos - Pampas.

Thal des Sirikol werden Gerste und Bohnen in 3100 m Höhe gebaut. Meist aber ist das Land völlig kahl, Holzgewächse, wie Weiden und Zwergbirken, finden sich nur an bevorzugten Orten. Die Tierwelt ist verhältnismäßig reich, Sewertsow fand 112 Vogelarten in einer Höhe, in welcher die Alpen nur 12 haben. An den sumpfigen Seeufern hat man Spuren von Kamelen, Hasen, Hirschen, Füchsen, Bären, Wölfen, Luchsen, Leoparden gesehen. Das charakteristische Tier des P. ist aber der jetzt schon seltene Muflon (Ovis Poli). Trotz seiner Öde ist der P., den die Kirgisen "Dach der Welt" nennen, in ganz Zentralasien berühmt. Seit den ältesten Zeiten gingen Handelsstraßen über ihn hinweg, insbesondere führte die "Seidenstraße" im 1. Jahrh. n. Chr. römische Kaufleute hierher. Wahrscheinlich benutzten sie die nördlichen Pässe, wo am "steinernen Turm" der Warenaustausch stattfand. Denselben Weg beschritten die Nestorianer, um christlichen Gemeinden in Zentralasien und den Mongolen eine Schrift und die ersten Anfänge christlicher Zivilisation zu bringen. Ihnen folgten zuletzt mohammedanische Sendlinge. Der chinesische Missionär Hiuen-tsiang nahm um 640 n. Chr. auf seiner großen Pilgerreise von China nach Indien den Rückweg über den P., und Marco Polo verfolgte 1272 n. Chr. vermutlich denselben Weg (am Pandscha aufwärts), als er Kathai aufsuchte. Der katholische Missionär Benedikt Goes überschritt 1603 den P. in seinem südlichen Teil. Danach ist er erst wieder 1838 durch Wood, 1868 durch Hayward, 1871 durch Potagos und 1873 durch Forsyth (vgl. Ergänzungsheft 52 zu "Petermanns Mitteilungen", 1877), Gordon und Trotter betreten worden. Diese bewegten sich alle im südlichen P., der nördliche Teil wurde erst 1861 durch den Hindu Abd ul Medschid, die Russen Fedtschenko (1872), Muschketow (1877), Sewertsow (1877-78) u. a. besser bekannt. Eine russische Expedition, welche 1875-76 unter Skobelews Führung die Kirgisen auf dem Alaiplateau züchtigen sollte, gab Kostenko Gelegenheit, die nördlichen Gebirge besser kennen zu lernen. Vgl. W. Geiger, Die Pamirgebiete (Wien 1887).

Pamisos, Fluß, s. Pirnatza.

Pamlicosund, ausgedehntes seichtes Haff an der Küste des nordamerikanischen Staats Nordcarolina, welches im N. mit dem Albemarlesund, gleichfalls einem Haff, zusammenhängt und durch zahlreiche Öffnungen in der Nehrung (unter welchen Hatteras Inlet beim gleichnamigen Kap die bedeutendste) mit dem Atlantischen Ozean in Verbindung steht. Das an den P. angrenzende Land ist größtenteils sumpfig und dicht bewaldet. Der Tar River, in seinem Ästuarium Pamlico genannt, und der Fluß Neuse ergießen sich in den P.

Pampa, Territorium der Argentinischen Republik in Südamerika, umfaßte ursprünglich das ganze von Buenos Ayres, dem Rio Negro, den Andes, Mendoza, San Luis und Cordova umschlossene Gebiet von 497,331 qkm (9032 QM.) mit (1882) 21,000 Bewohnern, ist aber seitdem in die "Territorios nacionales" von P. (nördlich vom Rio Colorado) und Rio Negro (zwischen Colorado und Rio Negro) geteilt worden. Ersteres besitzt ganz den Charakter, den man von seinem Namen erwartet (s. Pampas), der westliche Teil von Rio Negro aber ist ein gesegnetes Hügelland mit gemäßigtem Klima, gut bewässert und bewaldet und für die Kolonisation wohlgeeignet. Dies gilt namentlich von der Gegend um den Nahuelhuapisee und von dem Land jenseit des Rio Zimay, obern Quellstroms des Rio Negro. Die meisten ehemaligen Bewohner dieses Gebiets, die noch 1865 durch ihre Raubzüge ein Schrecken der besiedelten Teile der Argentinischen Republik waren, sind durch Militärexpeditionen über den Rio Negro getrieben worden (zuletzt die Rangueles, 1879). Nur im W. wohnen noch Reste der Manzaneros, aber auch ihr Gebiet wurde 1883 von argentinischen Truppen besetzt. Die Grenze sichert eine Reihe von Forts längs des Rio Negro, unter denen Roca das bedeutendste ist. S. Karte "Argentinische Republik".

Pampas (in der Quichuasprache s. v. w. Ebenen), Name der ausgedehnten baumlosen Ebenen, welche das Hauptgebiet der Argentinischen Republik in Südamerika ausmachen. Im allgemeinen erscheinen die P. nur selten als eine einförmige, homogene Fläche, meist vielmehr als ein mannigfach koupiertes Gelände, welches durch eine Reihe schmaler Berg- und Gebirgszüge in mehrere Mulden und Becken zerfällt. Die Oberfläche dieser Becken zeigt nicht überall dieselbe Beschaffenheit, sondern teilt sich nach ihrer natürlichen Verschiedenheit in mehrere, zum Teil sehr voneinander abweichende Abschnitte. 1) Die nordöstliche, größte Mulde, das Paranábecken, bildet einen der besten und fruchtbarsten Teile ganz Argentiniens. Die Provinzen von Salta, Tucuman, Santiago del Estero, der Gran Chaco, Teile von Cordova und Santa Fé gehören dieser Mulde an. 2) Westlich schließt sich daran der weit nach S. reichende, wasserarme und unfruchtbare, von einem einzigen ansehnlichen Fluß bewässerte Salzsteppenstrich. 3) Von der Provinz La Rioja zieht sich durch San Juan und Mendoza nach W. die sterile Pampa, so genannt wegen völligen Mangels an Baumwuchs und ihrer geringen, steifen, mit langen Dornen versehenen Vegetation. 4) Die eigentliche oder fertile Pampa erstreckt sich vom Paranábecken durch die Provinz Buenos Ayres und die südlichen Teile von Cordova und Santa Fé. Sie repräsentiert eine fast völlig ebene, nur an den Flußläufen und zahlreichen Lagunen von Weidengebüschen bestandene Grasebene, ein besonders für Viehzucht trefflich geeignetes Gebiet. Fast ohne alle Bäume und Gesträuche und ohne Anbau, bieten diese mit Gras und hohen Kräutern bewachsenen Ebenen den einförmigsten Anblick dar. Die aus N. und NW. kommenden spärlichen Gewässer versiegen meist während der trocknen Jahreszeit, während sie in der nassen eine Menge von Seen und Sümpfen bilden. Der Boden ist mehr oder weniger von Salz durchdrungen, vornehmlich im W., wo sich die sandigen, nur mit kümmerlicher Vegetation bedeckten Travesias ausbreiten, welche gleich den Wüsten fruchtbare, wohlbewässerte Oasen einschließen. Die Flüsse (Salado, Dolce, Rio Primero, Rio Secundo, Rio Tercero, Rio Quarto, Desaguadero etc.) führen nur in der obern Gebirgsgegend reines, süßes Wasser; nach einem Laufe von 70-150 km hat dieses schon die Salzteile des Bodens angenommen und ist nicht mehr trinkbar. Eine Menge dieser Flüsse verliert sich in Salzseen. Die trockne Zeit, die jährlich im Oktober beginnt, dauert oft 3-4 Monate, ohne daß ein Regentropfen den glühenden und geborstenen Boden erfrischt. Im O. kaum über das Niveau des angrenzenden Ozeans sich erhebend, steigen die P. gegen NW. zu an, so daß ihre Meereshöhe bei Cordova, also etwa im Zentrum, schon gegen 400 m erreicht, an ihrem westlichen Rand aber, in den Provinzen Mendoza, La Rioja und Catamarca, 700-1000 m beträgt. Die Oberflächenschichten dieser Ebenen werden auf weiten Flächenräumen in ununterbrochener Entwickelung von einer 15-20 m mächtigen Decke