Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

745

Parsifal - Parterre.

proben (Leipz. 1851); West, The book of the Mainyô-i-Khard (Lond. 1871).

Parsifal, s. v. w. Parzival.

Parsismus, die Glaubenslehre der Parsen, besonders in ihrer jetzigen, durch Berührung mit den monotheistischen Religionen modifizierten Form; s. Parsen, Zendavesta und Zoroaster.

Párskoje, Dorf im russ. Gouvernement Kostroma, Kreis Jurjewez, an der Parscha, mit 3 Kirchen, bekannt durch seine Hausindustrie. Die Einwohner beschäftigen sich mit der Verfertigung von Hornkämmen (bis ½ Mill. Stück jährlich) und blauen Ziegeln, mit Weberei und Färben von Baumwollstoffen sowie mit Backen von Wituschki (auf Schnüre gereihten trocknen Weizenkringeln), welche Gegenstände einen bedeutenden Ausfuhrartikel bilden.

Parsons (spr. parss'ns), 1) Theophilus, namhafter amerikan. Jurist, geb. 24. Febr. 1750 zu Byfield in Massachusetts, ward Advokat, nahm am nordamerikanischen Befreiungskrieg thätigen Anteil, bekleidete sodann mehrere richterliche Ämter und ward 1806 Oberrichter von Massachusetts. Er starb 30. Okt. 1813. Seine "Commentaries on the law of the United States" genießen hohes Ansehen. - Auch sein Sohn Theophilus P., geb. 17. Mai 1797, gest. 26. Jan. 1882 in Cambridge, der längere Zeit Professor an der Harvard-Universität war, hat sich durch zahlreiche Bearbeitungen der amerikanischen Gesetze, namentlich des Handels- und Seerechts, bekannt gemacht.

2) William, Astronom, s. Rosse.

Parsonstown (spr. -taun, auch Birr), Stadt in der irischen King's County, am Kleinen Brosna, hat (1881) 4955 Einw. Dabei Schloß Birr, mit Lord Rosses berühmtem Teleskop.

Pars pro toto (lat., "der Teil für das Ganze"), rhetor. Figur, bei welcher ein Bestandteil einer Sache zur Bezeichnung des ganzen Gegenstandes gebraucht wird, z. B. Dach für Haus (s. Synekdoche).

Parsteiner See, Landsee im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Angermünde, nordwestlich von Oderberg, 12 km lang und 4 km breit, fließt in den Wolletzer See ab. Auf den Inseln im See finden sich Spuren heidnischer Grab- und Opferstätten.

Part (v. lat. pars), s. v. w. Teil, Anteil.

Partage (franz., spr. -ahsch), Teilung; daher Partagetraktat, Teilungsvertrag, wie z. B. der Österreichs, Rußlands und Preußens über Polen.

Partanna, Stadt in der ital. Provinz Trapani (Sizilien), Kreis Mazzara del Vallo, hat ein Gymnasium, eine schöne Kirche, Getreide-, Obst-, Öl- und trefflichen Weinbau und (1881) 13,144 Einw.

Partant pour la Syrie (franz., "Wegsegelnd nach Syrien"), Anfang eines von Laborde gedichteten und von der Königin Hortense von Holland um 1810 komponierten Soldatenlieds, das besonders während der Regierungszeit ihres Sohns Napoleon III. sehr populär war.

Parte (Bergparte), beilähnliches Instrument an einem Stock, welches die Bergbeamten bei feierlichen Aufzügen und auch sonst (Harzer Häckel) als Abzeichen tragen.

Parte (ital., "Teil"), Satz eines Tonstücks, auch "Stimme" (Part), besonders Hauptstimme (vgl. Colla parte).

Parteck, im ältern Deutsch des 16. und 17. Jahrh. s. v. w. Teilchen, Stückchen, insbesondere ein Stückchen Brot; daher Parteckenstecher (bei Fischart), wer nach Brotstücken sticht; Parteckensack, Brotbeutel der Schulkinder; Parteckenhengst (bei Luther), s. v. w. Kurrendeschüler.

Partei (v. lat. pars, "Teil"), im Rechtsleben Bezeichnung für denjenigen, welcher als streitender Teil, sei es in der Parteirolle des Klägers oder des Beklagten, vor Gericht auftritt; dann im öffentlichen und namentlich im politischen Leben die zur gemeinsamen Verfolgung eines bestimmten Zwecks bestehende Vereinigung. Für die Parteivereinigungen in den parlamentarischen Körperschaften ist der Ausdruck Fraktion (s. d.) üblich. Für eine P., welche nicht das allgemeine, sondern lediglich das persönliche Interesse ihrer Angehörigen verfolgt, wird die Bezeichnung Clique oder Koterie gebraucht. An der Spitze der politischen Parteien stehen infolge ihrer persönlichen Bedeutung und ihres Übergewichts über die Parteigenossen (Parteifreunde, politischen Freunde) die Parteiführer. Bestimmte und als solche bekannte Parteiorgane dienen zur Vertretung und Verbreitung der Parteianschauungen in der Presse. Ein Parteiprogramm enthält in der Regel die leitenden Grundsätze der P. Parteigeist ist die Neigung, sich einer P. anschließen und den Bestrebungen derselben Geltung zu verschaffen. Derselbe artet in Parteisucht aus, wenn man dazu gelangt, alle Lebensverhältnisse vom Parteistandpunkt aus zu betrachten und aus jeder Angelegenheit eine Parteifrage zu machen. Parteilichkeit ist die tadelnswerte Hinneigung zu einer P. und ihrem Interesse, im Gegensatz zu der besonders für ein richterliches, Gründe und Gegengründe abwägendes Urteil geforderten Unparteilichkeit (Parteilosigkeit).

Parteigänger (franz. partisan), in frühern Zeiten Söldnerscharen, die, nur des Gewinns wegen dienend, nicht selten den Dienst wechselten, sobald ihnen vom Gegner glänzendere Anerbietungen gemacht wurden, wie die italienischen Condottieri (s. d.), oder Führer, die aus rein persönlichen Gründen Partei ergriffen, wie im Dreißigjährigen Krieg die länderlosen Fürsten Ernst von Mansfeld und Christian von Braunschweig. Später die Führer kleiner Abteilungen (Freikorps, s. d.), die, ohne steten Zusammenhang mit dem Heer, durch Unternehmungen des sogen. kleinen Kriegs (s. Krieg) dem Feind zu schaden suchten, woraus sich die Bezeichnung Parteigängerkrieg, bez. für deren Anführer P. bildete.

Parteiprozeß, im Gegensatz zum Anwaltsprozeß (s. d.) derjenige Prozeß, für welchen kein Anwaltszwang gilt. In dem P. (vor dem Amtsgericht) können die Parteien vielmehr den Rechtsstreit selbst mit oder ohne Beistand oder durch jede prozeßfähige Person als Bevollmächtigten führen. Vgl. Deutsche Zivilprozeßordnung, § 75.

Partenkirchen, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Garmisch, im Thal der Loisach, 722 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen, eine Distriktsschnitzschule, ein Forstamt, (1885) 1535 Einw. und ist wegen seiner romantischen Lage inmitten hoher Berge und seines milden und gleichmäßigen Klimas ein beliebter Sommeraufenthaltsort. Dabei das Kainzen- oder Kanitzer Bad, mit einer schwach alkalischen Quelle, die bei Tuberkulose und Katarrh der Luftwege und der Lungen mit Erfolg gebraucht wird. Auch ist eine Molkenanstalt vorhanden. P. ist das Partanum der Römer und war das Standquartier der ersten rätischen Kohorte.

Partens, s. Kegelspiel.

Parterre (franz., entstanden aus par terre, "auf der Erde"), in der Gartenkunst ursprünglich ein am Fuß terrassenförmiger Parkanlagen befindlicher regelmäßig angelegter Lustgarten; dann im allgemeinen der nächst dem Wohnhaus liegende, mit Blumen