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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pennyweight - Pension.

Pennyweight (engl., spr. -wēt, "Pfenniggewicht", abgek. Dwt.), in England = 1/240 Troypfund = 1,55 g.

Penobscot (P. River), der größte Fluß des nordamerikan. Staats Maine, entsteht aus demselben Sumpf, aus dem auch der St. John entsteht, durchfließt den Chesuncook und andre Seen und ergießt sich nach einem Laufe von 480 km in die Penobscotbai. Dampfschiffe befahren ihn 85 km aufwärts bis Bangor.

Peñon de Velez (spr. penjōn, Velez de la Gomera), den Spaniern gehöriger Platz auf einer kleinen Insel an der Nordküste von Marokko, südöstlich von Ceuta gelegen, hat ein 1508 erbautes Fort, das als Strafgefängnis dient, und 900 Einw.

Penonomé, Hauptstadt des Departements Coclé im Staat Panama der südamerikanischen Republik Kolumbien, 85 m ü. M., mit (1870) 12,667 Einw.

Penpits (Hauskreise), die in Großbritannien (bei Gillingham, in Anglesey etc.) besonders zahlreich aufgefundenen Grubenwohnungen der vorgeschichtlichen Bevölkerung. Man grub ein Loch, bildete durch die herausgeworfene Erde eine runde Mauer und überdachte diese vermutlich mit Zweigen. Vollständig unterirdische Wohnungen der vorgeschichtlichen Zeit heißen Weems (abgeleitet von Uamha, "Höhle").

Penrhyn Castle, s. Bangor.

Pénrith, Stadt in der engl. Grafschaft Cumberland, in dem malerischen Thal des dem Ullswater entströmenden Eamont und beim Wald von Inglewood, hat eine Schloßruine, einige Industrie und (1881) 9268 Einw.

Penryn, Stadt in der engl. Grafschaft Cornwall, an einer Bucht des Hafens von Falmouth, hat Granitbrüche und (1881) 3463 Einw.

Pénsa, Gouvernement in Rußland, grenzt im N. an Nishnij Nowgorod, im O. an Simbirsk, im S. an Samara, im W. an Tambow und hat ein Areal von 38,840 qkm (705,36 QM.). Das Land ist hügelig. Vorherrschend sind tertiäre Formationen: Kreide, Lehm, Torf, Vitriol- und Eisenerze. Der meist humusreiche Boden ist fruchtbar. Die Flüsse gehören, ausgenommen den Choper (Nebenfluß des Don), zum Wolgasystem. Schiffbar sind: Sura und Mokscha, flößbar: Choper mit Worona, Issa, Aiwa, Pensa, Atmissa und Schukscha. Die Seen sind zahlreich, aber unbedeutend. Das Land zerfällt in 62,4 Proz. Äcker, 11,6 Proz. Wiesen, 22 Proz. Wald und 4 Proz. Unland. Große Laubwaldungen liegen im nördlichen Teil, während der südliche fast Steppencharakter trägt. Das Klima ist beständig und gesund, aber kalt. In der Hauptstadt beträgt die mittlere Jahrestemperatur 3,2° C. (Januar -13,6°, Juli +20°). Die Einwohner, an Zahl (1883) 1,402,867, 36 pro QKilometer, bestehen, mit Ausnahme von etwa 200,000 Mordwinen, Meschtscherjäken (beide Stämme fast ganz zu Russen geworden) und Tataren, aus Großrussen. Es wurden geboren 1883: 74,158, darunter 777 Uneheliche, es starben 67,334. Die Zahl der Eheschließungen betrug 12,169. Die Hauptbeschäftigung ist der Ackerbau. 1885 betrug die Ernte 8,5 Mill. hl Roggen, 3,6 Mill. hl Hafer, 1,2 Mill. hl Kartoffeln. An Weizen, Buchweizen, Gerste, Erbsen etc. wurden unbedeutende Mengen geerntet. Außerdem gedeihen Flachs, Hanf, Tabak, Zuckerrüben und Hopfen. Der Viehstand betrug 1883: 348,028 Pferde, 250,322 Stück Rindvieh, 895,371 Schafe, 186,765 Schweine und 2274 Ziegen. Hauptkornmärkte sind: Pensa, Narowtschat und Golowinschtschino. Vieh- und Bienenzucht sind allgemein. Der Wert der nicht sehr stark entwickelten industriellen Produktion beziffert sich (1884) auf ca. 17 Mill. Rubel. Man zählt 107 Fabriken mit 6133 Arbeitern. Auf die Branntweinbrennerei allein kommen 13 Mill. Rub. der Jahreproduktion; ferner Tuchweberei (1,304,000 Rub.), Zucker- und Papierfabrikation. Die Zahl der Lehranstalten war 1883: 402 mit 25,155 Schülern, nämlich 386 Volksschulen, 11 Mittelschild und 5 Fachschulen und zwar ein geistliches und ein Lehrerseminar, eine Feldmesser-, eine landwirtschaftliche und eine Handwerkerschule. In administration Hinsicht wird P. in neun Kreise geteilt: Gorodischtsche, Inssar, Kerensk, Krassno-Slobodsk, Mokschaw, Narowtschat, P., Saransk und Tschembar. - Die gleichnamige Hauptstadt, an der Mündung des Flusses P. in die Sura und an der Eisenbahn Morschansk-Sysran, hat 18 Kirchen (darunter eine lutherische und eine schöne, 1800-1821 erbaute Kathedrale), 2 Klöster, ein Lehrer- und ein Geistlichenseminar, ein Gymnasium, ein Adelsinstitut, Progymnasium für Knaben und Mädchen, einen botanischen Garten mit Gärtnerschule, rege Fabrikation von Tuch, Seife, Leder, Bier, Papier, Wachs, Gußeisen und Glocken, 2 Jahrmärkte und (1885) 44,735 Einw. P. wurde im 17. Jahrh. als Grenzfestung angelegt und ist Bischofsitz.

Pensacōla, Stadt im nordamerikan. Staat Florida, am Golf von Mexiko, mit einem der sichersten Häfen Nordamerikas, der Schiffen von 7,6 m Tiefgang zugänglich ist und durch drei Forts verteidigt wird. P. hatte 1880: 6845 Einw. (darunter 2291 Farbige), 1885: 8600 Einw. Es ist Flottenstation der Vereinigten Staaten mit Schiffswerfte und Marinehospital und treibt lebhaften Holzhandel. Ausfuhr 1886-87: 2,067,371 Dollar, Einfuhr: 56,329 Doll. P. wurde 1698 von den Spaniern gegründet und während des Sezessionskriegs fast ganz zerstört.

Pensée (franz., spr. pangsseh, "Gedanke"), violettbraune Farbe, nach der Farbe des (durch Kultur veredelten) Stiefmütterchens (Viola tricolor, franz. P.).

Penseelack, s. Indigo, S. 919.

Penserōso (Pensieroso, ital.), nachdenklich, in Gedanken vertieft, tiefsinnig; auch bekümmert.

Penshurst (spr. -hörst), Schloß in der engl. Grafschaft Kent, unfern Tunbridge, Sitz der Familie Sidney seit den Zeiten Eduards VI. Der älteste Teil des Schlosses, das eine wertvolle Gemäldesammlung enthält, stammt aus dem 14. Jahrh.

Pension (franz., spr. pangssĭóng oder -sĭohn, v. lat. pensio, "Zuwägen", Bezahlung), Gehaltsversorgung ohne unmittelbare Gegenleistung. Eine solche wird zuweilen aus bloßer persönlicher Vergünstigung (Gnadengehalt) verwilligt; in der Regel liegt aber der Verwilligung eine Verpflichtung zu Grunde, sei es eine privatrechtliche oder vertragsmäßige, sei es eine staatsrechtliche oder gesetzliche. Staatsrechtlich begründet ist der Pensionsanspruch der aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Staatsdiener. Der Gehalt (Ruhegehalt, Quieszentengehalt), welchen ein solcher bezieht, wird vorzugsweise P. genannt. Daher bezeichnet man auch die Verletzung in den dauernden Ruhestand mit P. als Pensionierung, im Gegensatz zur Stellung eines Beamten zur Disposition (s. d.), d. h. der einstweiligen Versetzung in den Ruhestand unter Verwilligung eines Wartegeldes und unter Vorbehalt späterer Wiederverwendung. Ebenso werden die Versorgungsbezüge, welche die Hinterbliebenen eines Beamten beziehen, P. (Witwenpension, Erziehungs- und Waisengelder) genannt. Abgesehen von der Schweiz, ist in den Pensionsgesetzen und Pensionsreglements aller europäischen Staaten dem Beamten, welcher infolge geistiger oder körperlicher