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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pentimenti - Pepe.

ben seine Schwiegertochter, die Prinzessin Lamballe (s. d.). Er starb, allgemein beliebt, 4. März 1793 als "Bürger Bourbon" in Vernon. Durch die Vermählung seiner Tochter Marie Louise Adélaide de Bourbon mit dem als "Bürger Egalité" bekannten Herzog von Orléans kamen die unermeßlichen Güter des Hauses P. an die Familie Orléans. In dieser erhielt den Titel eines Herzogs von P. der Sohn des Prinzen von Joinville (s. d.), Prinz Pierre Philippe Jean Marie von Orléans, geb. 4. Nov. 1845 zu St.-Cloud.

Pentiménti (ital., von pentimento, "Reue") nennt man in der Malerei und im Kupferstich Untermalungen und Andeutungen von Umrissen, von welchen der Künstler bei der Ausführung abgegangen ist, und die bei Gemälden wieder unter den daraufgelegten Farbenschichten zum Vorschein kommen.

Pentland, Joseph Barclay, Reisender und Naturforscher, geb. 1797 in Irland, wurde, von Cuvier und A. v. Humboldt empfohlen, 1826 im britischen Konsulatsdienst in Südamerika angestellt und bereiste seitdem, in jeder Beziehung trefflich vorbereitet, Peru, Chile und Bolivia. Seine astronomischen Ortsbestimmungen, seine Karten, seine geologischen Beobachtungen, seine Bestimmung der Schneehöhe gehören nach Peschel zu den klassischen Arbeiten jener Zeit. Er maß die wichtigsten Gipfel der Andes, den Chimborazo, Illimani und Sorata, welcher durch ihn zu der Ehre gelangte, an Stelle des Chimborazo für den höchsten Berg Amerikas und für längere Zeit der Erde überhaupt zu gelten; auch nahm er den Titicacasee auf. Später lebte er wieder in Europa und zwar meistens in Rom und starb 1873. Außer anderm schrieb er: "Notices of the Bolivian Andes and southern affluents of the rivers Amazonas and Beni" (Lond. 1836).

Pentland Firth, Meerenge des Atlantischen Ozeans, zwischen den Orkneyinseln und der Nordküste von Schottland, 28 km lang, am Osteingang zwischen dem Duncansby Head und der Insel South Ronaldsha 10 km breit. Das Meer hat hier so heftige Strömungen und Wirbel, daß die Schiffahrt sehr gefährlich ist. Am östlichen Eingang liegen die Felsenriffe Pentland Skerries mit einem Leuchtturm, in der Straße selbst die Insel Stroma (s. d.).

Pentland Hills, Gebirgszug in Südschottland, erstreckt sich vom obern Clyde bis gegen Edinburg und erreicht 552 m Höhe. Er ist teilweise vulkanischen Ursprungs und hat fette Weiden.

Pentremen (griech., "Fünfruderer"), Schiffe der Römer, bei welchen die Ruderer in fünf Reihen übereinander saßen (vgl. Galeere).

Pentremites, s. Krinoideen.

Pentsao, s. Panax.

Pentstemon, s. v. w. Pentastemum.

Penultima (lat.), die vorletzte Wortsilbe.

Penumbra, der Halbschatten, welcher manche Sonnenflecke umgibt (s. Sonne).

Penurie (griech.), Mangel, Not.

Penzance (spr. pensänz), Stadt in der engl. Grafschaft Cornwall, an der Mount's Bay, die westlichste Stadt Englands, ihres milden Klimas wegen berühmt, hat (1881) 11,684 Einw. In den Public Buildings befinden sich die Museen des Geologischen, Antiquarischen und Naturwissenschaftliche Vereins sowie eine Freibibliothek. Ein Denkmal verewigt Humphrey Davy, der hier geboren ist. Fischfang (auf Pilchards und Makrelen), Schmelzen der in der Gegend gewonnenen Erze und Herstellung von Vasen etc. aus Serpentin sowie Gemüsebau bilden die Haupterwerbszweige. Der Hafen wird durch zwei Dämme gebildet. Es gehören zu demselben (1886) 90 Seeschiffe von 12,730 Ton. und 631 Fischerboote. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Es wurde 1595 von den Spaniern in Asche gelegt und 1646 vom General Fairfax geplündert.

Penzig, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Landkreis Görlitz, an der Lausitzer Neiße und der Linie Kohlfurt-Görlitz der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kathol. Kirche, eine Oberförsterei, 8 Glasfabriken (mit ca. 1200 Arbeitern), 2 Dampfsägemühlen, eine Dampfziegelei und (1885) 3871 meist evang. Einwohner.

Penzing, Dorf in der niederösterreich. Bezirkshauptmannschaft Sechshaus, einer der westlichen Vororte von Wien, mit Rudolfsheim und Hietzing zusammenhängend, liegt an der Westbahn, von welcher hier die Flügelbahn nach Kaiser-Ebersdorf abzweigt, und steht mit Wien außerdem durch die Pferdebahn in Verbindung. Der Ort hat eine alte Kirche, Badeanstalten und schöne Villen und zählte 1880: 12,855 Einw. Es befinden sich hier mehrere Stoffdruckereien, Fabriken für Modestoffe, Hüte, Maschinen, Kerzen und chemische Produkte.

Penzlin, Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, zwischen mehreren Seen und an der Mecklenburgischen Südbahn, hat eine frühgotische evang. Kirche, eine restaurierte Burg, ein Amtsgericht, Tabaks- und Ofenfabrikation und (1885) 2812 Einw.

Peon y Contreras, José, mexikan. Arzt und Dichter, geboren im Januar 1843 zu Merida de Yucatan, begann seine medizinischen Studien so frühzeitig und mit so glänzendem Erfolg, daß er schon mit 19 Jahren Doktor der Medizin war. Seine Muße benutzte er zu litterarischen Studien und schrieb Dramen, von denen mehrere mit Beifall aufgeführt wurden. Zu seiner weitern wissenschaftlichen Ausbildung studierte er noch einmal Medizin in Mexiko, wurde in der Folge Direktor der Irrenanstalt von San Hipolito und gilt heute für den ersten Irrenarzt des Landes. Seine poetische Feder ruhte indes nicht. 14 Dramen von ihm sind Repertoirestücke der mexikanischen Bühne, von denen "Hasta el cielo" und "La hija del Rey" auch über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus bekannt wurden. Außerdem hat er "Romances históricos mejicanos" herausgegeben, welche sich durch reiche Phantasie und glänzende Diktion auszeichnen.

People (engl., spr. pihpl), Volk, Leute.

Peoria, Hauptstadt einer Grafschaft im nordamerikan. Staat Illinois, am Illinois, der sich oberhalb seeartig verbreitert (Peoria Lake), hat ansehnliche Industrie (Eisengießereien, Maschinenwerkstätten, Fabriken für Pflüge und sonstige Ackergerätschaften, Wagen, Dampfkessel etc.), große Schweineschlächtereien, lebhaften Handel und (1880) 29,259 Einw.

Peotta (peota, ital.), in den ital. Seestaaten, besonders Venedig, kleine, schnell segelnde Schaluppe.

Pepe, 1) Florestano, neapolitan. General, geb. 1780 zu Squillace in Kalabrien, wurde 1798 Leutnant, mußte nach dem Sturz der Parthenopeischen Republik nach Frankreich flüchten und diente daselbst in der italienischen Legion, kehrte aber 1806 in sein Vaterland zurück; trat in die Dienste Joseph Bonapartes, machte als Chef des Generalstabs der neapolitanischen Division im französischen Heer die spanischen Feldzüge mit und ward 1811 zum Brigadegeneral befördert. 1812 führte er beim Rückzug der großen Armee den Rest seiner Division nach Danzig, wo er 1813 in russische Gefangenschaft fiel. Nach seiner Befreiung dämpfte er in Murats Auftrag einen