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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Per majora - Permutation.

folgen Branntweinbrennerei und Likörfabrikation (8,434,000 Rub.), Lederindustrie (1,803,000 Rub.), Talgschmelzerei, Tuchweberei, Maschinenbau, chemische Industrie, Bierbrauerei. Der Viehstand repräsentierte 1884: 987,558 Pferde, 911,727 Stück Rindvieh, 1,037,362 Schafe (nur grobwollige), 519,525 Schweine und 17,912 Ziegen. Namentlich entwickelt ist die Montanindustrie; gewonnen werden Gold, Silber, Platina, Kupfer, Eisen, Blei, Nickel, auch Iridium, Osmium u. a.; ferner Steinkohlen, Salz (1884: 15,4 Mill. Pud), Marmor und große Mengen von Edelsteinen (Diamant, Saphir, Hyacinth, Smaragd, Beryll, Turmalin, Aquamarin, Topas, Amethyst, Bergkristall, Karneol, Chalcedon, Onyx, Achat, Jaspis etc.). Die bedeutendsten Fundorte sind die Bergwerke von Adolphowsk, Mursowsk, Schaitansk, Sarapul. Von den vielen Mineralquellen sind die von Serainsk, Klutschewsk und Jelowsk hervorzuheben. Der Handel Perms ist blühend, besonders wichtig der Transithandel nach Sibirien. Hauptabsatzorte sind: Jekaterinenburg, P., Kamyschlow und Schadrinsk sowie die jährlich stattfindenden Jahrmärkte, deren über 180 sind, von denen der Irbitsche einen Umsatz von (1887) 50½ Mill. Rub. und der Iwanowsche im Kirchdorf Krestowskoje (Kreis Schadrinsk) einen von über 5 Mill. Rub. erzielen. Die Zahl der Lehranstalten ist 1883 auf 773 mit 54,364 Schülern angegeben, darunter 750 Elementarschulen, 18 Mittelschulen und 5 Fachschulen (ein geistliches Seminar und 4 Handwerkerschulen). Das Gouvernement wird in zwölf Kreise geteilt, von denen fünf (Irbit, Jekaterinenburg, Kamyschlow, Schadrinsk und Werchoturje) am östlichen Abhang des Urals, also in Asien, die übrigen sieben (Krassno-Ufimsk, Kungur, Ossa, Ochansk, P., Solikamsk und Tscherdyn) am westlichen Abhang desselben liegen. - Das Gebiet des jetzigen P. war ehemals von den Permiern (s. d.) bewohnt und wurde von den Skandinaviern als Bjarma, von den Byzantinern als Permia bezeichnet. Die ältesten historischen Nachrichten über dasselbe gibt der Norweger Oter unter König Alfred im 9. Jahrh. Schon die Nowgoroder bezogen von dort Silber und erhoben daselbst seit dem 11. Jahrh. einen Tribut. Mit dem Fall Nowgorods 1471 kam P. an Moskau. Im 15. Jahrh. wurden die dortigen Kupferminen von Deutschen entdeckt. Seit der Unterjochung Sibiriens im 16. Jahrh. entstanden hier russische Kolonien. Die größten Verdienste um die Hebung der dortigen Montanindustrie erwarb sich die Familie Stroganow, welche schon im 16. Jahrh. den regelrechten Bergbau hier einführte; besondern Aufschwung erhielt derselbe durch die Entdeckung von Gold (1745) und Edelsteinen (1766). 1780 wurde die Statthalterschaft P. gegründet und aus derselben 1796 das Gouvernement gemacht. Vgl. Zerrenner, Erdkunde des Gouvernements P. (Leipz. 1853); Ludwig, Geognostische Studien im Ural (Darmst. 1862); Derselbe, Zur Paläontologie des Urals (Kassel 1862).

Die gleichnamige Hauptstadt des Gouvernements, an der Kama und der Eisenbahn P.-Jekaterinenburg, hat 14 Kirchen (darunter eine lutherische), ein Kloster, ein geistliches Seminar, ein Gymnasium für Knaben und eins für Mädchen, eine Realschule und (1885) 33,078 Einw. Sie besitzt rege Industrie, besonders in Eisen, Stahl, Leder, Ziegeln, Porzellan, Stricken, Branntwein, Zündhölzchen etc., lebhaften Handel (Ausfuhr von Talg, Metallen, Lichten; Einfuhr von Zucker, Zeugen, Wein) und ist Stapelort für die auf den Flüssen herabkommenden Waren. 1723 wurde am Flüßchen Jagoshicha ein Kupferwerk erbaut, welches 1781 die Veranlassung zur Gründung der Stadt P. an dieser Stelle gab.

Per majora (sc. vota, lat.), durch Stimmenmehrheit (s. Majorität).

Per mandatarium (lat.), durch den Bevollmächtigten (vgl. Mandat).

Permanént (lat.), fortdauernd, ununterbrochen; beständig, z. B. permanente Gase (s. Inkoerzibel).

Permanentgelb, chromsaurer Baryt, s. Barytsalze.

Permanentgrün, s. Chromhydroxyd.

Permanentweiß, s. v. w. Barytweiß.

Permanénz (lat.), Fortdauer, Ständigkeit, z. B. einer repräsentativen Versammlung. Berühmt ist die Permanenzerklärung der französischen Nationalversammlung vom 23. Juni 1789, womit die französische Revolution ihren Anfang nahm.

Permanganate, s. Übermangansäure.

Permeabel (lat.), durchdringbar.

Perméß (ital. permesso), Erlaubnis, -Schein.

Permier (Permjäken, auch Bjarmier), finn. Volksstamm in den russischen Gouvernements Perm und Wjatka, im Flußgebiet der obern Kama, dem altberühmte Bjarmaland der skandinavischen Wikingsfahrer, bildet mit den Syrjänen und Wotjäken die permische Gruppe der finnischen Völker. Der erste christliche Missionär unter ihnen war der heil. Stephanus, der hier 1375-96 wirkte. Schon im 11. Jahrh. tributpflichtig, verloren die P. immer mehr ihre Selbständigkeit, bis Zar Johann ihren letzten Fürsten, Matthäus, 1505 absetzen ließ. Sie selbst nennen sich Komimort ("an der Kama wohnendes Volk") und zählen gegenwärtig etwa noch 67,000 Köpfe, davon ca. 59,000 im Gouvernement Perm, die übrigen in Wjatka. Sie sind stark in der Russifizierung begriffen, treiben Jagd, Fischerei, etwas Ackerbau und bekennen sich zur griechischen Kirche. Ihre Sprache wurde behandelt von Rogow (Grammatik, Petersb. 1860; Wörterbuch 1869).

Per mille (lat.), für 1000 Stück.

Permische Formation, s. v. w. Dyasformation.

Permiß (Permission, lat.), Erlaubnis; permissive, erlaubnisweise. Permittieren, erlauben, beurlauben; Permittierte, Beurlaubte.

Permißgeld, ehemals in Brabant die alten, zur Wechselzahlung gestalteten Alberts- oder Kreuzthaler; daher s. v. w. Wechselgeld.

Permiszieren (lat.), vermischen, vermengen, verwirren; Permixtion, Vermischung.

Permoser, Balthasar, Bildhauer, geb. 1651 zu Kammerau in Bayern, bildete sich bei Weißkirchner in Salzburg und Knacker in Wien und ging dann nach Italien, wo er 14 Jahre lang blieb und hauptsächlich für den Hof von Florenz arbeitete. Von 1704 bis 1710 war er für Friedrich I. in Berlin thätig und siedelte dann nach Dresden über, wo er 1732 starb. Seine Hauptwerke in Marmor sind das Monument des Prinzen Eugen von Savoyen in der Katharinenkirche zu Wien und ein den Bogen schnitzender Cupido in Charlottenburg. Seine übrigen Werke sind meist dekorative Arbeiten in Sandstein.

Permotion (lat.), Bewegung, Rührung.

Permutation (lat.), Vertauschung, Versetzung; in der Arithmetik die Veränderung der Reihenfolge einer bestimmten Anzahl gegebener Dinge (Elemente), aber auch jedes Ergebnis einer solchen Veränderung. So sind z. B. acdb und cabd Permutationen der vier Elemente abcd. Sind n Elemente gegeben, die sämtlich verschieden sind, so ist die Anzahl ihrer Permutationen 1. 2. 3... n. Die Permutationslehre ist ein Teil der Kombinationslehre (s. d.).