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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Perroquet - Persephone.

Perroquet (franz., spr. -kä), Papagei; vulgär auch s. v. w. Absinth; Suppe à la p., s. v. w. Brot in Wein getaucht.

Perrot (spr. -oh), George, franz. Archäolog, geb. 12. Nov. 1832 zu Villeneuve St.-Georges (Seine-et-Oise), besuchte die Normalschule und 1855-58 die französische Schule in Athen, bereiste 1861 Kleinasien, wo er eine vollständige Kopie des ankyrenischen Monuments (s. Angora) abnahm, und wurde 1872 Professor der griechischen Sprache an der höhern Normalschule, 1883 Direktor der letztern und ist daneben seit 1877 Professor der Archäologie an der Universität zu Paris. 1874 wurde er Mitglied der Akademie der Inschriften. Er schrieb: "Exploration archéologique de la Galatie et de la Bithynie" (Par. 1862-72); "L'île de Crète" (1866); "Mémoire sur l'île da Thasos" (2. Aufl. 1871); "Essai sur le droit public et privé de la république athénienne" (1867); "Les précurseurs de Démosthènes" (1873); "Mémoires d'archéologie, d'épigraphie et d'histoire" (1875) und mit Ch. Chipiez: "Histoire de l'art dans l'antiquité" (1881-84, Bd. 1-3; Bd. 1: "Ägypten", deutsch von Pietschmann, Leipz. 1882-84).

Perrotīne, s. Zeugdruckerei.

Perrücke, s. Perücke.

Perry, Matthew Calbraith, amerikan. Seefahrer, geb. 1795 zu South Kingston (Rhode-Island), trat 1809 in die Kriegsmarine der Vereinigten Staaten, focht 1812-14 im Kriege gegen England und befehligte, 1837 zum Kapitän ernannt, im mexikanischen Krieg das amerikanische Geschwader im Golf von Mexiko. In den Jahren 1852-54 war er Chef einer großen und wichtigen Expedition der Vereinigten Staaten nach Hinterasien, insbesondere nach Japan, um dieses Land dem Verkehr mit Amerika zu erschließen. Am 31. März 1854 brachte er den Vertrag von Kanagawa zu stande, durch welchen den Amerikanern die Häfen von Simoda und Hakodade geöffnet wurden. Es beteiligten sich an dieser Fahrt, durch welche die Kenntnis Japans wesentlich erweitert wurde, unter andern: Francis L. Hawks, J. W. ^[James Willett] Spalding und der deutsche Maler W. Heine. P. starb 4. März 1858 in New York. Der Bericht über die Expedition ward nach seinen Aufzeichnungen durch die amerikanische Regierung herausgegeben ("Narrative of the expedition to China and Japan 1852-54 etc.", Washingt. 1856-60, 3 Bde.).

Pers., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Chr. H. Persoon (s. d.).

Per saldo (ital.), zur Ausgleichung, als Rest (vgl. Saldieren).

Per saltum (lat.), durch einen Sprung, sprungweise (z. B. bei Schlüssen).

Persāno, Carlo, Graf Pellion di, ital. Admiral, geb. 11. März 1806 zu Vercelli, trat in den sardinischen Marinedienst, ward 1842 Kapitän des Kriegsschiffs Eridano, mit dem er eine Reise um die Welt machte, und unternahm 1848 als Fregattenkapitän mit einigen venezianischen Schiffen einen unglücklichen Angriff auf das von Österreichern besetzte Fort Caorle an der Mündung der Piave. Hierauf befehligte er das königliche Equipagenkorps in Genua. Im Frühling 1860 zum Konteradmiral und Befehlshaber der sardinischen Seemacht ernannt, leistete er Garibaldi bei seinem Angriff auf Sizilien und das Festland von Neapel wesentliche Dienste und unterstützte die Eroberung Anconas und Gaetas. Vom März bis Dezember 1862 war er Marineminister und ward bei seinem Rücktritt zum Admiral, 1865 zum Senator ernannt. Als im Sommer 1866 der Krieg mit Österreich ausbrach, übernahm er den Oberbefehl über die mit bedeutenden Opfern stark vermehrte italienische Flotte, von der man sich große Leistungen versprach, die P. aber durchaus nicht erfüllte. Nachdem er lange mit dem Auslaufen aus dem Hafen von Tarent gezögert, blieb er, obwohl er den 14 österreichischen Schiffen gegenüber 34 Fahrzeuge zur Disposition hatte, fast zwei Wochen unthätig in Ancona und unternahm erst auf ausdrücklichen Befehl der Regierung den Angriff auf Lissa. Derselbe mißlang, und 20. Juli erlitt P. infolge seiner Ungeschicklichkeit und seines Mangels an Geistesgegenwart die schmähliche Niederlage von Lissa (s. d.). In Italien erhob sich ein Sturm gerechten Unwillens wider P., der am 15. April 1867 vom Senat wegen Ungehorsams und Fahrlässigkeit zur Amtsentsetzung, zum Verlust des Admiralsrangs sowie in die Kosten des Prozesses verurteilt wurde. P. starb 28. Juli 1883 in Turin. Vgl. "Neuer Pitaval", neue Serie, Bd. 3 (Leipz. 1869).

Persánte, Fluß im preuß. Regierungsbezirk Köslin, entspringt bei Neustettin im Persanzigsee, nimmt die Damitz, Radüe etc. aus und mündet nach einem Laufe von 165 km bei Kolberg, wo sie den Hafen Kolbergermünde bildet, in die Ostsee. Sie ist 2 km für kleinere Seeschiffe fahrbar.

Per scrutinĭum (lat.), durch Stimmensammlung, durch (geheime) Abstimmung.

Per se (lat.), an und für sich, von selbst.

Persĕa Gärtn., Gattung aus der Familie der Laurineen, Bäume und Sträucher mit wechselständigen, ganzen, lederigen Blättern, achsel- oder endständigen Blütenrispen, kleinen Blüten und eiförmigen oder oblongen Beeren auf mehr oder minder verdicktem Stiel. Etwa 100 Arten, meist im tropischen oder subtropischen Amerika. P. gratissima Gärtn. (Alligator- oder Avogato- [Advokaten-] Birne, s. Tafel "Nahrungspflanzen III"), ein 9 m hoher Baum mit elliptisch länglichen, unten weichhaarigen Blättern und gelben, wohlriechenden Blüten, trägt braunrote Früchte von der Größe einer mittlern Birne, mit grünem, wohlschmeckenden Fleisch, die in Südamerika und Westindien ein beliebtes Obst sind, das reif sowie unreif mit Salz und Gewürzen genossen wird. Durch Auspressen gewinnt man aus dem Fruchtfleisch reichlich fettes Öl. Die Samen liefern eine unauslöschliche Farbe, welche zum Zeichnen der Wäsche benutzt wird. Von P. indica Spr. (Madeiralorbeer), einem ansehnlichen Baum in Madeira, auf den Kanarischen Inseln und in Japan, mit weißlichen Blüten, werden die lorbeerartig riechenden Blätter arzneilich benutzt. Von P. Lingue Nees und P. Meyeriana Nees benutzt man die Rinde zum Gerben. Erstere liefert das Valdivialeder, enthält 1-18 Proz. Gerbstoff und kommt auch in den europäischen Handel.

Perseïden, s. Sternschnuppen.

Persekution (lat.), Verfolgung.

Persenning, geteertes Segeltuch, womit Güter und Schiffsluken etc. gegen Nässe geschützt werden.

Persephŏne (Persephassa, bei den Römern Proserpina), in der griech. Mythologie Tochter des Zeus und der Demeter, ward, als sie einst auf der nysischen Flur (nach späterer Sage bei Enna in Sizilien) Blumen sammelnd von ihren Gespielinnen sich entfernt hatte, von Pluton, der plötzlich aus der Erde auftauchte, geraubt und so zur Beherrscherin der Unterwelt erhoben. Demeter suchte die Tochter mit der an den Flammen des Ätna angezündeten Fackel auf der ganzen Erde, bis ihr die Nymphe Arethusa oder