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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Perseus

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Perseus (Sternbild, Heros, König von Makedonien).

Inaros, die aber unglücklich endete (455). Im J. 449 brachte er einen neuen Zug nach Kypros zu stande. Er eroberte dort Kition, und nach seinem Tod besiegten die Athener eine persische Flotte bei Salamis; damit endeten aber für längere Zeit die Kämpfe, indem die Athener, von neuem durch ihre Nebenbuhlerschaft mit Sparta in Anspruch genommen, den Angriffskrieg aufgaben, die Perser, deren Reich bereits durch Palastintrigen und Unbotmäßigkeit der Satrapen in Zerrüttung verfiel, auf die Herrschaft über die griechischen Kolonien in Asien verzichtete und den griechischen Handel in ihrem Gebiet nicht weiter belästigten. Ein förmlicher Friede wurde nicht abgeschlossen (s. Kimon 2). Die P. sind in ihrer welthistorischen Bedeutung als der große Zusammenstoß orientalischer und hellenischer Bildung und infolge des Siegs der letztern als Grundlage einer höhern und freiern Entwickelung der Menschheit zuerst von Herodot erkannt und in seinem klassischen Geschichtswerk in ebenso umfassender, großartiger Anlage wie in meisterhafter Form dargestellt worden. Vgl. H. Delbrück, Die P. und die Burgunderkriege (Berl. 1887).

Perseus, Sternbild am nördlichen Himmel, von 30-57° nördl. Deklination und 22-68° Rektaszension, inmitten der Milchstraße, östlich von der Andromeda, westlich von dem Fuhrmann, südlich vom Stier, nördlich von der Kassiopeia begrenzt. Nach Heis enthält es 136 dem bloßen Auge sichtbare Sterne, darunter den veränderlichen Algol und den Algenib von 2. Größe, und einen großen Nebelfleck.

Perseus, im griech. Mythus berühmter Heros von Argos, Sohn des Zeus, welcher der Danae, der Tochter des argivischen Königs Akrisios, in einem goldenen Regen erschienen war, ward von Akrisios, dem das Orakel den Tod durch seines Enkels Hand geweissagt hatte, samt seiner Mutter in einem Kasten ins Meer geworfen, aber an der Insel Seriphos vom Fischer Diktys ans Land gezogen. Polydektes, des Diktys Bruder und König der Insel, faßte Neigung zu Danae; da aber P., welcher inzwischen herangewachsen war, seinen Plänen im Weg stand, so entsendete er ihn zu den Gorgonen (s. d.), um das Haupt der Medusa zu holen. Von Hermes und Athene geleitet, kam P. zu den Gräen (s. d.) und zwang diese, ihm den Weg zu den Nymphen zu zeigen, die ihm Flügelschuhe, eine Tasche und den unsichtbar machenden Helm des Hades gaben, wozu Hermes eine Sichel und Athene einen Spiegel fügten. Mit dieser Rüstung flog P. nach dem Okeanos, wo er die Gorgonen schlafend antraf. Da ihr Anblick versteinerte, sah er, abwärts gekehrt, in seinen Spiegel nach ihnen, hieb so der Medusa das Haupt ab, das er rasch in der Tasche der Nymphen verbarg, und enteilte. In Äthiopien befreite er Andromeda (s. d.), die Tochter des Königs Kepheus, die einem Meerungeheuer preisgegeben war, und nahm sie als Gemahlin nach Seriphos mit. Hier befreite er seine Mutter von der Zudringlichkeit des Polydektes, indem er diesen durch das Medusenhaupt versteinerte. Darauf setzte er den Diktys als König ein, übergab den Kopf der Gorgo der Athene, welche ihn auf ihrem Schild anbrachte, und begab sich mit Danae und Andromeda nach Argos, wo er den Akrisios (s. d.) unfreiwillig mit der Diskosscheibe tötete, hierauf die Herrschaft über Argos gegen die über Tiryns vertauschte und Midea und Mykenä gründete. Andromeda gebar ihm den Perses, Alkäos, Sthenelos, Heleios, Mestor, Elektryon und die Gorgophone. An der Straße von Argos nach Mykenä hatte P. ein Heroon, auch in Seriphos und Athen wurde er göttlich verehrt. Der Mythus wurde auch nach Ägypten übertragen, wo P. in Chemmis einen Tempel mit einem Standbild hatte. Wahrscheinlich ist er ursprünglich Sonnengott gewesen. Von der griechischen Kunst ist P. vielfach verherrlicht worden. Seine gewöhnlichen Attribute sind die Flügelschuhe, das Sichelmesser (in der ältern Zeit das Schwert) und die Kappe des Hades; in der Körperbildung erscheint er dem Hermes sehr ähnlich. Unter den erhaltenen auf ihn bezüglicher Kunstwerken ist ein Marmorrelief im kapitolinischen Museum zu Rom, die Befreiung der Andromeda darstellend (vgl. Abbildung), besonders wertvoll; dasselbe Motiv wiederholt sich in einem Relief im Museum zu Neapel und in mehreren pompejanischen Gemälden. Auch statuarisch (Gruppe im Georgengarten zu Hannover) ist die Szene dargestellt; die Tötung der Medusa und Perseus, verfolgt von den Gorgonen, findet sich häufig auf Vasenbildern, ersteres auch auf einem Metopenrelief von Selinunt. Von modernen Darstellungen sind der bronzene P. mit Medusenhaupt von Benv. Cellini in der Loggia dei Lanzi in Florenz, die Marmorstatue von Canova im Vatikan und eine kolossale Gruppe (P. u. Andromeda) von Pfuhl zu erwähnen. Vgl. K. F. Hermann, P. und Andromeda (Götting. 1851); Fedde, De Perseo et Andromeda (Berl. 1860).

^[Abb.: Perseus und Andromeda (Rom, Kapitol).]

Perseus, letzter König von Makedonien, natürlicher Sohn Philipps III., geb. 212 v. Chr., nahm frühzeitig an den Kämpfen seines Vaters gegen die Römer teil