Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

246

Porto Alegre - Portofreiheit.

Spanien, Nordamerika etc. teil. 1885 sind im Hafen von P. 907 Schiffe (davon 490 Dampfer) mit ca. 260,000 Ton. ein- und ebensoviel ausgelaufen. Gegenwärtig wird nördlich der Mündung des Douro bei Leixoes ein Nothafen angelegt. Entsprechend dem Handels- und Schiffahrtsverkehr, hat sich auch das Bankwesen in reger Weise entwickelt, so daß zu Ende 1885 in P. 8 selbständige Bankinstitute und 22 Filialen auswärtiger Banken bestanden. Unter den Wohlthätigkeitsanstalten sind außer dem Hospital São Antonio (für 400-500 Kranke) das Asilo portuense de primeira infancia und das Asilo de mendicidade zu erwähnen. Von Bildungsanstalten besitzt P.: eine polytechnische Akademie, welche gleichzeitig als Marine-, Handels- und Gewerbeschule dient und mit einem Observatorium, einer Bibliothek, einem physikalischen Kabinett, einem chemischen Laboratorium und einem botanischen Garten ausgestattet ist; ferner eine medizinisch-chirurgische Schule (im Hospital São Antonio), eine Akademie der schönen Künste, ein Lyceum, ein gewerbliches Institut sowie zahlreiche Elementarschulen, eine öffentliche Bibliothek (1833 von Dom Pedro gegründet) mit 110,000 Bänden und 1200 Manuskripten und zwei Gemäldesammlungen. Die Stadt ist Sitz eines Zivilgouverneurs, eines Militärdivisionskommandos, eines Appellationsgerichtshofs und eines Handelsgerichts, einer Handelskammer, eines deutschen Konsuls und eines Bistums und wird in administrativer Hinsicht in zwei Quartiere (bairros): Oriental und Occidental, eingeteilt. Die Umgebungen Portos sind überaus reizend und voll schöner Landsitze. Ein beliebter Sommeraufenthalt ist São João da Foz, ein Städtchen mit 3018 Einw., an der Mündung des Douro, mit Seebäder. 30 km nördlich von P. liegt Vizella, eintretender Badeort mit warmen Schwefelquellen u. Überresten alter Römerbäder. - P. verdankt seine Entstehung dem Hafenort Portus Cale, später Portocale, woraus der Name Portugal entstanden ist. Die Stadt war bis 1074 die Hauptstadt Portugals und wuchs besonders im 17. Jahrh., verlor aber bei einem Aufstand von 1757 viele Freiheiten. 1808 erklärte sich P. zuerst gegen die Franzosen, und hier bildete sich die portugiesische Junta zur Leitung der gemeinsamen Angelegenheiten. In neuerer Zeit wurde P. merkwürdig durch den Ausbruch der Revolution vom 24. Aug. 1820; dann unter Dom Miguels Usurpation durch das Blutgericht gegen die Anhänger der Königin Maria II. da Gloria (1828), wobei die Stadt über 10,000 ihrer Bewohner durch Auswanderung verlor; ferner durch die Verteidigung gegen Dom Miguel vom 7. Juli 1832 bis 7. Aug. 1833 und als Stütz- und Mittelpunkt der Operationen Dom Pedros I., der hier auch das Dekret betreffs Aufhebung der religiösen Orden und der Klöster unterzeichnete; endlich durch mehrere Aufstände, von denen namentlich der vom 8. März 1846 eine längere Dauer (bis 1847) hatte.

2) (Das antike Portus) Dorf in der ital. Provinz Rom, zum Gemeindegebiet der Hauptstadt gehörig, in der Ebene der Tibermündung am Canale Fiumicino (s. d.) u. an der Eisenbahn von Rom nach Fiumicino gelegen, war in der römischen Kaiserzeit ein für die Verpflegung Roms wichtiger Hafen mit großen, von Claudius und Trajan erbauten Hafenbassins u. Speichern und einer der ältesten Bischofsitze. Seit dem 10. Jahrh. ist jedoch der Hafen versumpft; das Bistum wurde 1821 nach Civitavecchia verlegt. Gegenwärtig enthält der verfallene Ort außer Ruinen nur den ehemaligen Bischofspalast, eine Kirche und wenige Häuser.

Porto Alēgre, Hauptstadt der brasil. Provinz Rio Grande do Sul; liegt auf einer Landzunge an der Mündung der Guaiba in die Lagôa dos Patos, ist gut gebaut, hat viele stattliche Wohnhäuser und Villen und (1886) 50,000 Einw., unter welchen etwa 3000 Deutsche. Unter den öffentlichen Gebäuden sind zu nennen: die Kathedrale, das Munizipalgebäude, das Theater, das Gefängnis und ein Arsenal; unter den Bildungsanstalten: ein bischöfliches Seminar, ein Lehrerseminar, eine Militärschule. Die Deutschen haben 2 Kirchen, mehrere Schulen, einen Klub ("Germania"); auch erscheinen daselbst 2 deutsche Zeitungen. Die Industrie ist ziemlich bedeutend; P. hat bereits eine Pianofortefabrik, Brauerei, Brennerei, eine große Sägemühle mit Stuhlfabrik etc. Der Großhandel liegt fast ganz in deutschen Händen. Schiffe von 2,6 m Tiefgang können trotz der Barre des Rio Grande bis in den Hafen gelangen, und Eisenbahnen sowie Dampfschiffe vermitteln seinen Verkehr mit dem Hinterland. Zur Ausfuhr kommen namentlich Häute, Tabak, Haare und Wolle und im Küstenhandel außerdem noch Lebensmittel. P. ist Sitz eines deutschen Berufskonsuls. Es wurde 1742 gegründet.

Portobello, Seestadt in Edinburghshire (Schottland), so genannt zur Erinnerung an die Einnahme von Portobello in Südamerika (1739), betreibt Fabrikation von Flaschen, Ziegelsteinen und Töpferwaren, hat ein besuchtes Seebad und (1881) 6926 Einw.

Portobelo (Puertobello), Stadt im Departement Panama der Republik Kolumbien, in ungesunder Lage am Karibischen Meer, hat einen guten Hafen (1502 von Kolumbus entdeckt), ist aber seit der Eröffnung der Panama-Eisenbahn herabgekommen und hat nur noch (1870) 1319 meist farbige Einwohner. Die Stadt wurde 1584 angelegt, 1595 in den Kriegen mit England mehrmals erobert und endlich die Festung 1739 von den Engländern geschleift.

Porto d'Anzio (Anzio), Flecken in der ital. Provinz Rom, am Mittelländischen Meer an der Stelle des alten Antium (s. d.) und an der Eisenbahn Rom-Cecchina-Nettuno gelegen, hat ein kleines Fort, einen von Papst Innocenz XII. angelegten, der Versandung ausgesetzten Hafen, in welchen 1885: 693 Schiffe mit 26,578 Ton. einliefen, mehrere Villen, besuchte Seebäder und (1881) 1638 Einw.

Porto di Civitanōva, s. Civitanova Marche.

Porto Empedŏcle (ehemals Molo), Hafenstadt in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), am Mittelländischen Meer, 9 km südwestlich von Girgenti gelegen, Endpunkt der Eisenbahn Palermo-Girgenti-P., Hauptort eines Seebezirks, mit Zollamt, lebhaftem Handel mit Getreide und Schwefel und (1881) 7908 Einw. Vom Hafen sind 1885: 903 Schiffe mit einer Ladung von 155,261 Ton. ausgelaufen.

Porto Ercŏle, Ort, s. Monte Argentario.

Portoferrājo, Hauptstadt der Insel Elba und zugleich eines Kreises der ital. Provinz Livorno sowie eines Seebezirks, in schöner, von Bergen umsäumter Bucht an der Nordküste der Insel gelegen, ist befestigt und hat ein Gymnasium, ein Militärhospital, Seebäder, einen guten Hafen mit Leuchtturm, Salinen, Eisengruben, Weinbau, Thunfischfang, Handel und (1881) 3737 Einw. In den Hafen von P. sind 1885: 1506 Schiffe mit 45,097 Ton. Gehalt eingelaufen. P. ist Sitz eines deutschen Konsulats. Auf der Höhe zwischen den Forts Falcone und Stella steht das Gebäude, in welchem der entthronte Napoleon I. vom 5. Mai 1814 bis 26. Febr. 1815 wohnte.

Portofreiheit, die Befreiung gewisser Gattungen von Postsendungen von der Portozahlung. Nach dem