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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Port of Spain - Port Raffles.

Gesetz vom 5. Juli 1869 ist die Befreiung von Portogebühren in Deutschland nur den regierenden Fürsten, deren Gemahlinnen und Witwen verblieben. Außerdem genießen P. nur Sendungen, welche in reinen Reichsdienstangelegenheiten ausgetauscht werden; auch sind für Personen des Militärstandes und der Kriegsmarine einige Portovergünstigungen zugestanden worden. Im internationalen Postverkehr richten sich die Bestimmungen über P. nach den betreffenden Postverträgen.

Port of Spain (spr. port of ßpehn, Puerto de España), Hauptstadt der britisch-westind. Insel Trinidad, auf der nördlichen Westküste am Golf von Paria gelegen, hat eine Kathedrale, einen guten, durch 3 Forts verteidigten Hafen, 4 Kirchen, zahlreiche Schulen (darunter eine königliche Kollegialschule und ein römisch-katholisches College) und (1881) 31,856 Einw. von sehr verschiedener Nationalität. P. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Porto Grande (Mindello), Hafenstadt an der Nordküste der kapverdischen Insel São Vicente (s. d.).

Portogruaro, Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Venedig, am Lemene und an der Eisenbahn Mestre-P., durch die Anschwemmungen der Flüsse ins Binnenland gerückte ehemalige Seestadt, ist Sitz des Bischofs von Concordia, hat 2 hübsche Kirchen, alte Stadtmauern, ein Stadthaus, ein Lycealgymnasium und Seminar und (1881) 3552 Einw.

Portolano (ital.), Bezeichnung der Küstenkarten, wie sie im 16. Jahrh. gebräuchlich waren (s. Landkarten, S. 461).

Porto Longone, Stadt an der Südostküste der ital. Insel Elba, hat Befestigungswerke, einen guten Hafen, in welchen 1885: 663 Schiffe mit 44,813 Ton. einliefen, Ausfuhr von Eisenerz, Weinbau und (1881) 2340 Einw. Nordwestlich die besuchte Wallfahrtskirche Madonna del Monserrato.

Porto Maurizio, ital. Provinz in der Landschaft Ligurien, 1860 aus dem nach Abtretung des Gebiets von Nizza an Frankreich verbliebenen Reste der ehemaligen salinischen Division Nizza gebildet, westlich von Frankreich, nördlich von der Provinz Cuneo, östlich von Genua und südlich vom Ligurischen Meer begrenzt, zerfällt in die beiden Kreise P. und San Remo und umfaßt 1210, nach Strelbitsky 1213 qkm (21,98 QM.) mit (1881) 132,251 Einw. Der Boden wird von zahlreichen kleinen Küstenzuflüssen bewässert, ist größtenteils gebirgig (durch Ausläufer der Seealpen), gleichwohl aber gut angebaut, namentlich mit Oliven (1885 Ertrag 84,330 hl Öl) und Wein. Die industrielle Thätigkeit ist sehr gering, der Handel vertreibt hauptsächlich Olivenöl. Die gleichnamige Hauptstadt, am Ligurischen Meer, an der Bahnlinie Genua-Nizza und der schönen Fahrstraße "Route de la Corniche" gelegen, welche östlich mit großer Brücke den Impero überschreiten zerfällt in die düstere, höher gelegene Alt- und die freundliche Neustadt, hat eine schöne Kirche, ein Gymnasium, eine technische und eine Handelsschule, ein neues Theater, eine Filiale der Nationalbank, Olivenbau, Lithographiesteinbrüche, Fischerei, Fabrikation von Teigwaren, Kerzen, Seife und Baumwollgeweben, einen kleinen Hafen, in welchen 1885: 204 Schiffe mit 24,882 Ton. einliefen, Seebäder und (1881) 6309 Einw. P. ist Hauptort eines Seebezirks, Sitz der Provinzialbehörden und eines Handelstribunals sowie klimatischer Kurort.

Porto Novo, franz. Territorium mit dem gleichnamigen Ort an der Sklavenküste (Westafrika), an der durch eine breite Nehrung von der Bai von Benin getrennten Victorialagune, wurde 1882 von Frankreich in Besitz genommen. Die Einfuhr wertete 1884: 3,970,043, die Ausfuhr (Palmöl, Palmkerne, Kolanüsse) 5,055,483 Frank; es verkehrten hier 178 Schiffe von 38,550 Ton.

Port' or (Marmo Portovenere), kostbare Marmorart, s. Marmor, S. 272.

Porto Ré (kroat. Kraljevitza), Markt im kroatisch-slawon. Komitat Fiume, am Quarnero, mit von 2 Kastellen beschütztem Hafen, Kontumazhaus, (1881) 1096 Einw., Schiffswerfte, Fischfang (Thunfische, Makrelen) und Seidenfabrikation.

Portorico, Insel, s. Puerto Rico.

Porto San Giorgio (spr. dschordscho), s. Fermo.

Porto Santo, portugies. Insel im Atlantischen Ozean, 50 km nordöstlich von Madeira, besteht aus zwei vulkanischen Gebirgsgruppen, zwischen denen sich eine sandige Ebene erstreckt, in der sich die meisten kleinen Ortschaften befinden; unter letztern ist Balera die bedeutendste. Die Insel, welche durch die zwischen den Besitzern und den Landbauern eingegangenen Halbpachtverträge zu Grunde gerichtet wurde, zählt heute nur 1750 Einw.

Porto Santo Stefano, s. Monte Argentario.

Porto Seguro, 1) Hafenstadt in der brasil. Provinz Bahia, an der Mündung des Burahem, 1534 gegründet, mit 3000 Einw., die namentlich Seefischerei betreiben. - 2) Hafenplatz im deutschen Togoland, an der westafrikan. Sklavenküste, auf einer schmalen Nehrung zwischen der Togolagune und dem Meer, so benannt von freigelassenen Negersklaven aus Brasilien, die hierher wanderten. Ausfuhr von Palmöl und Palmkernen. Der Handel ist in den Händen von Deutschen und Franzosen.

Porto Torres, Hafenort, s. Sassari.

Porto Vecchio (spr. -wéckjo), Hafenstadt auf der franz. Insel Corsica, Arrondissement Sartène, an der gleichnamigen Bai der Südostküste in sumpfiger, ungesunder Gegend gelegen, hat alte Mauern mit Türmen, Salinen, Fischerei, Oliven- und Weinbau und (1881) 1285 Einw. Vom Hafen liefen 1885: 56 Schiffe von 2808 Ton. aus.

Portovenere, Hafenort in der ital. Provinz Genua, am Eingang des Golfs von Spezia terrassenförmig aufsteigend, ist mit Befestigungen (Vorwerken von Spezia) umgeben, hat einen Dom (San Lorenzo) in romanischem Stil, Ruinen einer 1118 erbauten Kirche, San Pietro (an Stelle eines Venustempels, wonach P. benannt ist), Marmorbrüche (Port' or) und (1881) 1037 Einw.

Portpatrick, Hafenort in Wigtownshire (Schottland), am Nordkanal, mit (1881) 591 Einw. und unterseeischem Telegraphen nach dem nur 33 km entfernten Irland.

Port Phillip, große Bucht an der Südostküste von Australien (Victoria), durch eine schmale Einfahrt zwischen Point Nepean und Point Lonsdale mit dem Südlichen Ozean verbunden. In ihrem nördlichsten Teil wird sie auch Hobsonbai genannt. Dort ergießt sich in dieselbe der bis Melbourne aufwärts schiffbare Yarra Yarra, an dessen Mündung der Hafen Williamstown liegt, während weiter östlich das Melbourne nähere Sandridge größere Bedeutung als Hafen gewinnt. An der westlichen Ausbuchtung, der Coriobai, liegt die Hafenstadt Geelong.

Port Raffles (spr. räffels), Busen des Arafurameers, an der Nordseite der Koburghalbinsel. Der hier 1827 durch Kapitän Stirling errichtete militärische Posten wurde der ungesunden Lage wegen 1829 an den Schwanenfluß verlegt.