Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pulververschwörung; Pulvīnar; Pulvīnus; Pulvis; Pulwen; Puma; Pumpeditha; Pumpen

461

Pulververschwörung - Pumpen.

der letztern. Für den Transport auf Eisenbahnen sind besondere Bestimmungen in dem Eisenbahn-Betriebsreglement vom 11. Mai 1874 gegeben; auf Dampfschiffen ist der Transport nur dann gestattet, wenn dieselben nicht gleichzeitig zur Personenbeförderung dienen. Im Kaufladen darf nicht mehr als 1 kg, im Haus nicht mehr als 5 kg, ausnahmsweise auf besondern Antrag dürfen 10 kg vorrätig gehalten werden. Größere Mengen müssen in Pulvermagazinen außerhalb des Ortes, in Festungen in einem Magazin des Artilleriedepots von Privatpersonen aufbewahrt werden.

Pulververschwörung, der von Robert Catesby und Thomas Percy, welche über Jakobs I. Maßregeln gegen die englischen Katholiken erbittert waren, 1604 gefaßte Plan, alle Mitglieder des Ober- und Unterhauses sowie den König, welcher die Sitzungen des Parlaments zu eröffnen hatte, durch eine unter dem Versammlungssaal angelegte Pulvermine in die Luft zu sprengen. Diesem Komplott schlossen sich zahlreiche andre Teilnehmer an, darunter Juan de Velasco, Connétable von Kastilien, ein in Spanien thätig gewesener Offizier, Guy Fawkes (s. Fawkes), zwei Brüder Wright und die Jesuiten Garnet und Tesmond. Durch einen Zufall wurde ein Gewölbe unmittelbar unter dem Oberhaus mietfrei, welches sie erwarben, und wohin sie 9000 Pfd. Schießpulver brachten. Da die Eröffnung des Parlaments, welche 7. Febr. 1605 stattfinden sollte, hinausgeschoben und endlich auf 5. Nov. festgesetzt wurde, so gewannen die Verschwornen Zeit genug, ihren Plan zu größerer Reife zu bringen. Fawkes erklärte sich bereit, mit Daransetzung seines Lebens die Pulverfässer anzuzünden. Da ward Lord Mounteagle zehn Tage vor der Eröffnung des Parlaments durch einen anonymen Brief gebeten, 5. Nov. nicht in das Parlament zu gehen, da dieses von unsichtbarer Hand einen schrecklichen Schlag erhalten werde. Mounteagle teilte den Brief dem Staatssekretär Lord Salisbury mit, und dieser übergab ihn dem König. Die hierauf am Abend des 4. Nov. vorgenommene Inspektion der Gewölbe des Parlamentshauses führte zur Entdeckung der Pulverfässer, und der in Haft genommene Fawkes gestand nach zwei Tagen die Namen der übrigen Verschwornen. Diese hatten sich zwar in die Grafschaft Worcester geflüchtet und sich in dem Schloß Holbeach bis zum äußersten zu verteidigen beschlossen. Das bewaffnete Aufgebot der Grafschaft nahm jedoch das Schloß; Catesby, Percy und Wright fielen hierbei, die übrigen Verschwornen wurden 30. und 31. Jan. 1606 hingerichtet. Die Folge waren neue und schärfere Maßregeln gegen den Katholizismus. In London wird der 5. Nov. noch heute als Volksfest begangen (näheres s. Fawkes).

Pulvīnar (lat.), das bei den Lektisternien angewandte Polster für die Götterbilder (s. Lectisternium); auch das Polster, auf dem der Kaiser im Zirkus den Spielen zusah; in der Medizin s. v. w. Kräuterkissen.

Pulvīnus (lat., "Kissen"), in der Botanik s. v. w. Blattkissen, s. Blattnarbe.

Pulvis, Pulver; P. aërophorus, Brausepulver; P. aërophorus anglicus, englisches Brausepulver; P. aërophorus laxans, Seidlitzensis, abführendes Brausepulver; P. aromaticus, aromatisches Pulver, Mischung aus 5 Teilen Zimtkassie, 3 Teilen Kardamom und 2 Teilen Ingwer; P. arsenicalis Cosmi, kosmisches Pulver, Mischung aus 120 Teilen Zinnober, 8 Teilen Tierkohle, 12 Teilen Drachenblut, 40 Teilen arseniger Säure; P. gummosus, Mischung aus 3 Teilen Gummi arabikum, 2 Teilen Süßholz und 1 Teil Zucker; P. Ipecacuanhae opiatus, Doweri, Dowersches Pulver; P. ad Limonadam, P. refrigerans, Limonadenpulver; P. Liquiritiae (Glycyrrhizae) compositus, P. pectoralis Kurellae, Kurellasches Brustpulver; P. Magnesiae cum Rheo, Infantum, antacidus, Kinderpulver; P. temperans, refrigerans, niederschlagendes Pulver.

Pulwen, s. Balban.

Puma (Kuguar, Silberlöwe, Felis concolor L.), Raubtier aus der Familie und der Gattung der Katzen, 1,2 m lang, mit 65 cm langem Schwanz, 60 cm hoch, mit schlankem Leib, sehr kleinem, mähnen- und bartlosem Kopf, kräftigen Füßen, dichter, kurzer, dunkel gelbroter, am Bauch etwas reicherer, rötlichweißer, an der Innenseite der Gliedmaßen noch hellerer Behaarung, an der Kehle und der Innenseite der Ohren weiß, an ihrer Außenseite schwarz, bewohnt Süd- und Nordamerika, streift sogar bis Kanada, findet sich in manchen Gegenden noch häufig, während er in andern beinahe ausgerottet ist. Er bevorzugt den Wald und die mit hohem Gras bewachsenen Ebenen, liegt am Tag schlafend auf Bäumen oder im Gras und geht nachts auf Raub aus. Er klettert nicht, sondern springt auf die Bäume und von denselben herab; auch wählt er weder ein beständiges Lager noch überhaupt einen bestimmten Aufenthalt, sondern schweift weit umher. Seine Bewegungen sind leicht und kräftig, sein Gehör ist ungemein scharf; gegen wehrlose Tiere ist er höchst grausam, aber vor Hunden und Menschen flieht er, und nur in der größten Not zeigt er Mut. Seine Beute sind kleinere, schwache Säugetiere, und da er das Blut am meisten liebt, so tötet er möglichst viele Tiere und wird daher den Herden äußerst schädlich. Nur während der Begattungszeit leben die Geschlechter gemeinsam; das Weibchen wirft 2-3 Junge, welche es in der Gefahr feig verläßt. Die Jagd auf den P. ist kaum gefährlich zu nennen; alt eingefangene Tiere nehmen selten Futter an, sehr jung eingefangene werden außerordentlich zahm; auch pflanzt sich der P. in der Gefangenschaft fort. An einigen Orten ißt man das sehr wohlschmeckende Fleisch des P., und im Norden Amerikas benutzt man auch das Fell.

Pumpeditha, Stadt Babyloniens, neben Sura, Kahardea und Machusa Sitz rabbinischer Gelehrsamkeit und einer bedeutenden jüdischen Hochschule.

Pumpen (hierzu Tafel "Pumpen"), Maschinen, welche Flüssigkeiten mittels des hydraulischen und atmosphärischen Druckes in Rohren emporheben oder in einen unter Druck stehenden geschlossenen Raum hineinpressen. Man unterscheidet Kolbenpumpen, Rotations-, Zentrifugal- und Strahlpumpen.

A. Kolbenpumpen (auch schlechtweg P. genannt) bestehen im wesentlichen aus einem Hohlcylinder (Cylinder, Stiefel, s. C auf Tafel "Pumpen", Fig. 1-7), dessen innerer Raum durch einen hin- und hergehenden Kolben K abwechselnd vergrößert, resp. verkleinert wird. Im erstern Fall (Saugperiode) wird infolge der im Innern eintretende Luftverdünnung durch den äußern Luftdruck Flüssigkeit in den Cylinder befördert und zwar durch Vermittelung eines die Pumpe mit der zu hebenden Flüssigkeit verbindenden Rohrs R (Saugrohr, Einfallrohr) unter Eröffnung eines nach innen aufgehenden Ventils V, bez. V¹ (Saugventil), natürlich unter der Voraussetzung, daß die Saughöhe die Höhe einer von der Atmosphäre getragenen Säule der betreffenden Flüssigkeit nicht übersteigt. Die nachfolgende Verkleinerung des innern Cylinderraums durch Hineindringen des Kolbens zieht ein Ausstoßen der vorher