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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rieux; Riexingen; Riez; Riezler; Rif; Riff; Riffelmaschine; Riffstein; Riflemen; Riga

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Rieux - Riga.

In Leipzig komponierte er die Oper "Der Korsar" (Text nach Byron), die Musik zu Hebbels "Judith", mehrere Symphonien, das Singspiel "Georg Neumark und die Gambe" (Text von Pasqué), das "Lied vom Wein" für Männerstimmen mit Orchester sowie andre Männergesänge und die Festouvertüre zur 100jährigen Schillerfeier im Gewandhaus. Endlich schrieb er in Dresden noch zahlreiche Motetten für die katholische Hofkirche. Als Komponist folgte R. der von Mendelssohn eingeschlagenen Richtung; an Originalität mit diesem nicht zu vergleichen, bekundet er doch in seinen Arbeiten denselben künstlerischen Ernst und eine vollkommene Beherrschung der Form. Eine erfolgreiche kritische Thätigkeit entwickelte er als Mitglied der Bach- und der Händel-Gesellschaft wie als Herausgeber Haydnscher Symphonien und (seit 1874) der Werke Mendelssohns.

2) (Ritz) Madame, Geliebte Friedrich Wilhelms II. von Preußen, s. Lichtenau (Gräfin von).

Rieux (spr. riöh), Stadt im franz. Departement Obergaronne, Arrondissement Muret, an der Arize, mit gotischer Kathedrale, altem Bischofspalast und (1881) 1380 Einw. R. war bis 1801 Bischofsitz.

Riexingen, Stadt, s. Oberriexingen.

Riez (spr. ri-eh), Stadt im franz. Departement Niederalpen, Arrondissement Digne, am Colostre, mit (1881) 2161 Einw., Weinbau und Ölgewinnung. R. ist das alte Reji, wovon noch Reste vorhanden, und war bis 1801 Bischofsitz (Konzile 439 und 1285).

Riezler, Siegmund, Geschichtsforscher, geb. 2. Mai 1843 zu München aus einer aus dem Welserthal in Vorarlberg gebürtigen Familie, besuchte das Ludwigsgymnasium daselbst und studierte 1861-1866 an der Münchener Universität. 1865 löste er eine historische Preisfrage und erwarb 1867 bei der philosophischen Fakultät den Doktorgrad, nachdem er schon 1866 als Praktikant beim Reichsarchiv angestellt worden war. 1869 habilitierte er sich als Privatdozent für Geschichte und Diplomatik an der Münchener Universität, machte 1870 als Kriegsfreiwilliger einen Teil des französischen Feldzugs beim 1. bayrischen Korps mit und ward 1871 als Vorstand des Fürstenbergschen Archivs nach Donaueschingen berufen. 1872 wurde ihm auch die Verwaltung der dortigen fürstlichen Bibliothek sowie des Münz- und Kupferstichkabinetts übertragen. 1882 wurde er als Archivar nach München berufen. Auch ist er korrespondierendes Mitglied der Münchener Akademie der Wissenschaften. Er schrieb: "Das Herzogtum Bayern zur Zeit Heinrichs des Löwen und Ottos I." (mit Heigel, Münch. 1867), "Der Kreuzzug Kaiser Friedrichs I." (1870), "Die litterarischen Widersacher der Päpste zur Zeit Ludwigs des Bayern" (Leipz. 1874), "Geschichte Bayerns" (Gotha 1878, Bd. 1), eine bedeutende wissenschaftliche Arbeit, "Geschichte des fürstlichen Hauses Fürstenberg und seiner Ahnen" (Tübing. 1883) und gab das "Fürstenbergsche Urkundenbuch" (das. 1876-79, 4 Bde.) heraus.

Rif (Er Rif), die nördliche, 1500 km lange Küste Marokkos am Mittelmeer, von Ceuta bis Kap Bon, welche, mehrfach eingebogen, fast überall aus steil aus dem Meer aufsteigenden Felsenmassen besteht. Die Häfen sind meistens schlecht und für größere Schiffe unnahbar, daher hat sich hier früh ein Korsarentum entwickelt. Die Besitznahme Algeriens durch die Franzosen hat indes einen Umschwung hervorgebracht und eine Reihe blühender Ortschaften, wie Oran, Algier, Philippeville, ins Leben gerufen. Vgl. Melilla.

Riff, Felsenbank, die nur wenig oder gar nicht aus dem Wasser hervorragt und sich oft weit an den Küsten hinzieht. Man unterscheidet Felsenriffe und von Korallen gebildete Korallenriffe (s. d.).

Riffelmaschine, s. Flachs, S. 329, und Hobelmaschinen, S. 588.

Riffstein, die durch kohlensauren Kalk verkitteten, oft sandartigen Trümmer der Korallenkalke, welche der Wellenschlag auf der Oberfläche der Korallenriffe gebildet hat.

Riflemen (engl., spr. reifl-), mit der Büchse (rifle) bewaffnete Scharfschützen.

Riga, Hauptstadt des russ. Gouvernements Livland, an beiden Ufern der Düna, über die eine 250 m lange Schiffbrücke und eine Eisenbahnbrücke führen, liegt 11 km von ihrer Mündung in den Rigaer Busen und steht durch Eisenbahnen mit Dünaburg (hier Anschluß an die Bahnen St. Petersburg-Warschau und Dünaburg-Witebsk), mit den Häfen Bolderaa (Dünamünde) und Mühlgraben, mit Mitau und Tuckum in Verbindung. R. ist nach Petersburg die wichtigste Seehandelsstadt der russischen Ostseeprovinzen. Die Stadt liegt in sandiger Gegend und hat enge Straßen in ihren ältern Teilen, welche seit dem Abbruch der Wälle mit Anlagen und Boulevards umgeben sind; die Vorstädte und neuen Stadtteile sind mit breiten Straßen ausgestattet und zum Teil sehr elegant gebaut. Der größere Teil der Stadt breitet sich auf dem rechten Dünaufer aus, ebenso auch die Petersburger und Moskauer Vorstadt, während die Mitauer Vorstadt teils auf dem linken Ufer, teils auf verschiedenen Dünainseln liegt. Die Petersburger und Moskauer Vorstadt wurden 1812 infolge der falschen Nachricht von dem Anrücken eines französischen Belagerungsheers nutzlos abgebrannt, sind aber seitdem schöner wieder aufgebaut worden und vergrößern sich im N. und O. der Stadt immer mehr. R. hat 10 griechisch-orthodoxe Kirchen (darunter die St. Alexander-Newskijkirche, die Kathedrale des heil. Petrus und Paulus in der ehemaligen Citadelle und die neue Kathedrale an der Esplanade), 10 protest. Kirchen, unter denen sich namentlich die Domkirche oder Kathedrale (1215-26 erbaut, 1547 renoviert) mit viereckigem Glockenturm, die 1406 gebaute Petrikirche mit 140 m hohem Turm, die Jakobikirche und die Johanniskirche (der lettischen Gemeinde angehörig) auszeichnen; ferner eine römisch-kath. Kirche, ein Bethaus der Brüdergemeinde, eins der Raskolniken und 2 Synagogen. Unter den übrigen öffentlichen Gebäuden sind besonders zu erwähnen: das 1494-1545 erbaute Schloß (einst Residenz der Großmeister in Livland, jetzt Sitz des Zivilgouverneurs), davor eine 8 m hohe Granitsäule mit einer bronzenen Viktoriastatue und goldener Krone (1817 von der Rigaer Kaufmannschaft zu Ehren des Kaisers Alexander I. und zur Erinnerung an die Kriegsjahre 1812 bis 1815 errichtet); ferner das Ritterhaus mit einem Saal, welcher die Wappenschilde sämtlicher adliger Familien des Landes enthält; das Schwarzhäupterhaus (aus den Zeiten der Hansa, jetzt Klub der jungen Kaufleute), die schönen Gebäude der Großen (St. Marien-) und der Kleinen (St. Johannis-) Gilde, der Gostinnoi Dwor in der Moskauer Vorstadt, das Rathaus (mit dem städtische Archiv), die Börse, das Georgenhospital, das Zollhaus, das Seemannshaus, das deutsche Theater etc. Die Zahl der Einwohner

^[Abb.: Wappen von Riga.]