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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Riow; Ripatransone; Ripidolith; Ripieno; Ripley; Ripoll; Ripon; Riposo; Riposte; Riposto; Rippe

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Riow - Rippe.

Volta nahe der großen Handelsstadt Salaga, verfolgt eine südliche Richtung, bis er in die englische Goldküstenkolonie tritt, fließt dann südöstlich und mündet, rechts die Lagune von Ada bildend, links mit der Lagune von Keta verbunden, über eine große Barre mit furchtbarer Brandung (Kalema) in die Bai von Benin. Seeschiffe können 92 km, Boote 400 km bis Jegje, dem Hafen von Salaga, den Fluß hinaufgehen, doch machen Stromschnellen die Befahrung gefährlich.

Riow (Riouw), Insel, s. Riau.

Ripatransone, Stadt in der ital. Provinz Ascoli-Piceno, Kreis Fermo, Bischofsitz, mit hübscher Kathedrale und (1881) 2271 Einw.; gilt für das antike Cupra Montana.

Ripidolith, s. Klinochlor.

Ripieno (ital., "voll"), in der Musik der Gegensatz von Solo oder Obligato, also ungefähr gleichbedeutend mit Tutti. Ripienstimmen sind die Stimmen der (mehrfach besetzten) begleitenden Instrumente in Werken mit Soli (Konzerten etc.). Doch bezeichnet die Vorschrift "r." in Partituren speziell das Einsetzen sämtlicher Streichinstrumente (oder in den Militärorchestern das der Klarinetten etc.) im Tutti, da früher während der Dauer eines Solos nur ein Teil der Ripienisten zu begleiten pflegte.

Ripley (spr. rippli), Stadt in Derbyshire (England), 13 km nördlich von Derby, hat eine Spitzenfabrik, Kohlengruben, Eisenhütten und (1881) 6087 Einw.

Ripley (spr. rippli), George, amerikan. Schriftsteller, geb. 2. Okt. 1802 zu Greenfield in Massachusetts, studierte zu Cambridge Theologie und war mehrere Jahre lang Prediger einer Unitarierkirche in Boston. 1840-41 redigierte er in Verbindung mit R. W. Emerson und Margaret Fuller den "Dial", eine der spekulativen Philosophie gewidmete Zeitschrift. Auch war er der Hauptgründer einer kommunistischen Niederlassung in Roxbury, die unter dem Namen Broad Farm Community bekannt war und ihm den größten Teil seines Vermögens kostete. 1849 ging R. nach New York, wo er Mitredakteur der "Tribune" wurde und mit Dana die 16bändige "American Cyclopaedia" (1857-63, 2. Aufl. 1873-1876) herausgab. R. schrieb: "Discourses on the philosophy of religion" (1839), welche von Professor A. Norton in der Schrift "The latest form of infidelity" angegriffen wurden, wogegen sich R. in den "Letters to Andrews Norton on the latest form of infidelity" (1840) verteidigte. In Gemeinschaft mit Bayard Taylor gab er ein "Handbook of literature and the fine arts" (1854) heraus und redigierte außerdem die "Specimens of foreign literature" (1838-42, 14 Bde.). Er starb 4. Juli 1880 in New York. Vgl. Frothingham, George R. (Bost. 1882).

Ripoll, Bezirksstadt in der span. Provinz Gerona, am Ter und an der Eisenbahn Granollers-San Juan, mit Gewehrfabrikation, Baumwollspinnerei und -Weberei und (1878) 2680 Einw. In der Umgegend reiche Steinkohlenlager.

Ripon (spr. rippen), alte Stadt im Westriding der engl. Grafschaft York, am Ure, ist Sitz eines Bischofs, hat eine kleine, aber merkwürdige Kathedrale (11.-16. Jahrh.), ein Lehrerseminar und (1881) 7390 Einw. Westlich davon Studley Royal, Sitz des Grafen von R., mit der Ruine der im 12. Jahrh. gegründeten Fountainsabtei.

Ripon (spr. rippen), 1) Frederick John Robinson, Viscount Goderich, Graf von, engl. Staatsmann, jüngerer Sohn Lord Granthams, geb. 1. Nov. 1782, studierte in Harrow und Cambridge, ward 1806 Mitglied des Unterhauses, war 1809 einige Monate lang Unterstaatssekretär, dann 1810-12 Marineschatzmeister, hierauf Vizepräsident des Handelsamtes. Später begleitete er Castlereagh auf den Kontinent zu den Verhandlungen in Chaumont und Châtillon. Eine für die besitzlose Klasse nachteilige, von R. im Parlament 1815 durchgesetzte Getreidebill rief in London Unruhen hervor, wobei Ripons Gemäldesammlung zerstört wurde. Canning erhob ihn 1822 zum Kanzler der Schatzkammer und 1827 zum Kolonialminister; gleichzeitig wurde er zum Peer und Viscount Goderich ernannt. Im Oberhaus nahm er seitdem öfters Cannings liberale Ansichten in Schutz und wurde nach dessen Tod (August 1827) von Georg IV. mit Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt, an dessen Spitze er selbst trat. Doch war er dieser Stellung nicht gewachsen und erbat schon 14. Dez. 1827 seine Entlassung. 1830 erhielt er wieder das Kolonialamt, vertauschte dasselbe 1833 mit der Würde eines Siegelbewahrers, schied aber schon 29. Mai 1835 wegen der Appropriationsklausel (s. d.) aus dem Amt. Seitdem näherte er sich wieder den Tories, und als diese 1841 von neuem ans Ruder kamen, trat R. als Präsident des Handelsamtes wieder ins Ministerium. Mit Peel jedoch nicht in allen kommerziellen Fragen übereinstimmend, vertauschte er jenes Amt 1843 mit dem eines Ministers für Indien; 1846 zog er sich definitiv vom öffentlichen Leben zurück, erschien nur noch selten im Oberhaus und starb 28. Jan. 1859.

2) George Frederick Samuel Robinson, Marquis von, Sohn des vorigen, geb. 24. Okt. 1827, war von 1853 bis zum Tod seines Vaters Mitglied des Unterhauses, schloß sich der liberalen Partei an und erbte zu seinem Titel als Graf von R. 14. Nov. 1859 den eines Grafen de Grey. 1859-63 war er Unterstaatssekretär im Kriegsministerium und im Ministerium für Indien, wurde 1863 zum Kriegsminister und 1866 zum Minister für Indien ernannt, trat aber im Juni d. J. mit der liberalen Partei von der Regierung zurück. Als Gladstone 1868 wieder ans Ruder kam, wurde R. zum Präsidenten des Geheimen Rats ernannt und wirkte 1871 als Mitglied des durch den Vertrag von Washington eingesetzten Schiedsgerichts in der Alabamafrage. Am 23. Juni 1871 zum Marquis von R. erhoben, trat er nach dem Sturz Gladstones 1874 zurück und gehörte seitdem im Oberhaus zur liberalen Opposition. Seit 1870 war R. Großmeister der englischen Freimaurerlogen; im Herbst 1874 aber legte er plötzlich dies Amt nieder und trat 4. Sept. 1874 zum Katholizismus über. Nichtsdestoweniger wurde er im Mai 1880, nachdem die liberale Partei unter Gladstone wieder zur Regierung gekommen war, zum Vizekönig von Indien ernannt, was er bis 1886 blieb.

Riposo (ital.), s. v. w. Stillleben.

Riposte (franz.), in der Fechtkunst rascher Gegenstoß; daher ripostieren, parieren und nachstoßen. R. ist auch s. v. w. rasche, treffende Erwiderung.

Riposto, Stadt in der ital. Provinz Catania (Sizilien), Kreis Acireale, am Ionischen Meer, Hafen von Giarre, mit dem es zusammenhängt, hat (1881) 7209 Einw., welche Handel mit den Produkten des nördlichen Ätnagebiets, namentlich Wein (von Mascali), Agrumen, Öl etc., betreiben, und einen Hafenverkehr von (1886) 499 eingelaufenen Schiffen mit 136,769 Ton.

Rippe, in der gotischen Baukunst ein aus dem Gewölbe hervortretender, gratartiger Bogen, welcher entweder zur Gliederung und Teilung des Gewölbes