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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rock Island City - Rode

haben: "Berthold von Regensburg und Raimund von Peniafort im sogen. Schwabenspiegel" (Münch. 1877); "Der Könige Buch und der sogen. Schwabenspiegel" (das. 1883); "Über die Abfassung des kaiserlichen Land- und Lehnrechts" (das. 1888, 1. Hälfte).

Rock Island City (spr. ailänd ssitti), Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, bei der Mündung des Rock River in den Mississippi, der oberhalb Schnellen bildet, und dem untern Ende des Rock Island gegenüber, hat zahlreiche Fabriken (Pflüge, Papier, Öfen, Teppiche, Glas) und (1880) 11,657 Einw. Auf der 384 Hektar großen Insel (Rock Island), zu der von der Stadt sowohl als von den Nachbarstädten Moline und Davenport Brücken führen, liegt das vom General Rodman seit 1863 erbaute großartige Zeughaus. Die Insel wurde 1816 von Truppen der Vereinigten Staaten besetzt, die auf ihr das 1836 geschleifte Fort Armstrong bauten.

Rockland, Stadt im nordamerikan. Staat Maine, an der Penobscotbai, hat einen sichern Hafen, Schiffbau, Kalkbrennereien und (1880) 7599 Einw.

Rockland Lake (spr. -länd lehk), malerischer See im nordamerikan. Staat New York, 50 km nördlich der Stadt New York und dicht beim Hudsonfluß, liefert jährlich 200,000 Ton. Eis.

Rock River (spr. riwwer), Fluß in Nordamerika, entsteht im Staat Wisconsin, fließt südwestlich in den Staat Illinois und mündet dort nach 520 km Stromlauf (wovon 340 km für Dampfboote schiffbar) bei Rock Island City in den Mississippi.

Rocky Mountains (spr. mauntins, Felsengebirge), Name des westlichen Randes der nordamerikan. Kordilleren, soweit dieselben im Gebiet der Vereinigten Staaten und in Kanada liegen. Sie steigen von den großen Ebenen, den Prärien, meist ungemein steil an und bieten dem von O. kommenden Reisenden einen imposanten Anblick. Weiteres s. Amerika, S. 459, und Kordilleren, S. 85.

Rococo, s. Rokoko.

Rocou (spr. rocku), s. v. w. Orlean.

Rocoux (spr. rockuh), Marktflecken, s. Raucourt.

Rocroi (spr. rockrŏa), Arrondissementshauptstadt u. Festung dritter Klasse im franz. Departement Ardennen, nahe der belgischen Grenze, mit (1881) 1649 Einw., einem Hochofen und Fabrikation von Projektilen. Die Stadt wurde von König Franz I. mitten im Wald zum Schutz der Grenze der Champagne erbaut und mit fünf Bastionen befestigt. Hier besiegte 19. Mai 1643 der spätere Prinz von Condé das Belagerungsheer der Spanier unter Don Francisco de Melos und entsetzte die Festung. 1870 wurde R. nach fünfstündigem Kampfe von den Deutschen erobert. Vgl. Lepine, Histoire de la ville de R. (Nancy 1860).

Rod (engl., "Rute"), Längenmaß, s. Perch.

Rod (russ.), Geschlecht; daher rodowoje imenije, Erbgut, an welchem dem R. ein Näherrecht zusteht.

Roda, Stadt im sachsen-altenburg. Westkreis, an der Roda (Nebenfluß der Saale) und der Eisenbahn Weimar-Gera, hat eine evang. Kirche, ein herzogliches Schloß, eine Klosterruine, eine Präparandenanstalt, eine Baugewerkschule, ein Genesungshaus (Irren- und Idiotenanstalt und Krankenhaus), ein Amtsgericht, ein Forstamt, Wollspinnerei, Woll-, Schuh-, Fleisch- und Konditorwarenfabrikation, eine Orgelbauanstalt, Bierbrauerei und (1885) 3449 Einw.

Rodach, 1) (Vogtländische R.) rechter Nebenfluß des Mains, entspringt im Reußischen bei Rodacherbrunn auf dem Frankenwald, fließt südwestlich, tritt sehr bald in den bayrischen Regierungsbezirk Oberfranken über, nimmt den Rödelbach, die Wilde Rodach, die Haslach (mit der Kronach) und die Steinach auf und mündet nach 53 km langem Lauf unweit des Fleckens Zeuln. - 2) (Sächsische R.) Rechter Nebenfluß der Itz, entspringt südwestlich von Hildburghausen, fließt südöstlich durch das Koburgische, tritt in den bayrischen Regierungsbezirk Oberfranken über und mündet unterhalb Seßlach.

Rodach, Stadt im Herzogtum Sachsen-Koburg, an der Sächsischen Rodach, hat 2 Kirchen, ein Amtsgericht, 3 Papiermachéwarenfabriken, Bierbrauerei und (1885) 1772 evang. Einwohner.

Rodbértus, Joh. Karl, deutscher Politiker und Nationalökonom, Hauptvertreter des wissenschaftlichen konservativen Sozialismus, geb. 12. Aug. 1805 zu Greifswald, studierte Rechtswissenschaft, stand von 1827 bis 1832 im preußischen Justizdienst u. übernahm 1836 das Gut Jagetzow in Vorpommern (Kreis Demmin). Er wurde 1848 in die Nationalversammlung gewählt, hierauf im Ministerium Auerswald-Hansemann Kultusminister, legte aber sein Portefeuille schon nach 14 Tagen nieder. Als Führer des linken Zentrums setzte er in der Zweiten Kammer von 1849 den Beschluß auf Anerkennung der deutschen Reichsverfassung durch, welcher deren Auflösung zur Folge hatte. Nach Oktroyierung des neuen Wahlgesetzes vertrat er die Wahlenthaltung der preußischen Demokratie und nahm keine Wahl mehr an, obwohl er in der Konfliktzeit Bismarcks Politik verteidigte. Er starb 6. Dez. 1875. Von seinen sozialpolitischen Schriften sind die wichtigsten: "Zur Kenntnis unsrer staatswirtschaftlichen Zustände" (Neubrandenburg 1842); "Soziale Briefe an v. Kirchmann" (Berl. 1850 bis 1851, 3 Tle.; der vierte Brief u. d. T.: "Das Kapital", das. 1884), darunter eine "Widerlegung der Ricardoschen Lehre von der Grundrente" (neuer Abdruck u. d. T.: "Zur Beleuchtung der sozialen Frage", das. 1875); "Zur Erklärung und Abhilfe der heutigen Kreditnot des Grundbesitzes" (Bd. 1, das. 1868; Bd. 2, Jena 1869), "Der Normalarbeitstag" (Berl. 1871). Wichtig zur Kenntnis seiner Anschauungen sind auch R.' in Hildebrands "Jahrbüchern für Nationalökonomie" veröffentliche Aufsätze. R.' "Briefe und sozialpolitische Aufsätze" wurden herausgegeben von R. Meyer (Berl. 1882, 2 Bde.). Vgl. Kozak, R.' sozialökonomische Ansichten (Jena 1882), und in den "Jahrbüchern für Nationalökonomie", Bd. 33, S. 311 ff.; Adler, R., der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus (Leipz. 1884); Dietzel, Karl R. (Jena 1886-88, 2 Tle.).

Rödding, Dorf in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Hadersleben, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht und (1885) 861 Einw.

Rode, 1) Christian Bernhard, Maler und Kupferstecher, geb. 1725 zu Berlin, bildete sich anfangs hier, seit 1750 zu Paris und dann in Rom und Venedig. Nach seiner Rückkehr nach Berlin ward er Mitglied der Akademie, später Direktor derselben und starb 24. Juni 1797. Er malte in Fresko und Öl religiöse Darstellungen, mythologische Bilder, Szenen aus der griechischen und römischen Geschichte, mit besonderer Vorliebe Episoden aus der brandenburgischen Geschichte und Anekdoten aus dem Leben Friedrichs d. Gr. In seinen bessern Gemälden ist Zeichnung und Kolorit sowie erfolgreiche Streben nach natürlichem Ausdruck und eine glückliche dekorative Wirkung zu rühmen. Gemälde von ihm besitzen unter andern die Marien- und Garnisonkirche zu Berlin. Seine radierten Blätter belaufen sich auf nahezu 300; unter ihnen befinden sich die berühmten Schlüterschen Masken am Zeughaus zu Berlin sowie viele