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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rosa di Tivŏli; Rosablech; Rosaceen; Rosalacke; Rosalez; Rosalĭa; Rosalĭe; Rosamunde; Rosanilīn; Rosarĭo

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Rosablech - Rosario.

landschaftlichen Darstellungen, in gewaltig aufgetürmten Felsmassen, in starken, zackigen Baumstämmen, in Sturmwolken und Schlaglichter aus, womit er eine großartige Gesamtwirkung erzielt, aber im einzelnen oft flüchtig und unwahr wird. Staffiert sind sie mit Banditen, Soldaten, Hexenszenen etc. In seinen historischen Werken ist er weniger anziehend, obgleich er auch hierin zum Teil Ausgezeichnetes geliefert hat, wie ein großes Schlachtbild im Louvre und die Verschwörung des Catilina im Palast Pitti zu Florenz. Diese Gemälde schließen sich an Riberas Richtung an. Viele Bilder von R. befinden sich in England, andre im Louvre, in Dresden, Berlin, Wien, München, Petersburg etc. Viele seiner Bilder wurden gestochen. Er selbst radierte 85 Blätter, die mit großer Freiheit und Sicherheit behandelt, aber in guten Abdrucken selten sind. Auch hat man von ihm "Satiren" (Amsterd. 1664; neue Ausg., Flor. 1770), deren eine, "Die Dichtkunst", von Fiorillo mit einer Biographie des Künstlers (Götting. 1785) herausgegeben ward. Rosas Leben beschrieben sein Zeitgenosse Baldinucci (neue Ausg., Vened. 1830) und Cantù (Mail. 1844). Lady Morgan (deutsch von Hell, Dresd. 1824-26, 3 Bde.) und W. Kirchbach (Leipz. 1880) behandelten sein Leben als Roman.

3) Pietro, ital. Archäolog, geb. 1815 zu Rom aus einer Familie, die sich von R. 2) ableitet, widmete sich dem Bauwesen, war bis 1848 Architekt des Fürsten Borghese und arbeitete seitdem an einer großen topographischen Karte des alten Latium, durch die er namentlich die Topographie alter Gräber an der Appischen Straße feststellte. Seit 1860 im Dienste der französischen Regierung, leitete er die archäologischen Arbeiten im Prätorianerlager zu Albano, ward 1861 Konservator der Kaiserpaläste aus dem Palatin und übernahm gleichzeitig die Leitung der im Auftrag Napoleons III. dort vorgenommenen Ausgrabungen. 1863 wurde er zum Mitglied der Pariser Akademie ernannt. R. steht noch gegenwärtig an der Spitze der palatinischen Ausgrabungen.

Rosablech, s. v. w. Karthamin, s. Safflor.

Rosaceen, dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Rosifloren, Kräuter, Sträucher und Bäume mit wechselständigen, meist hand- oder fiederförmig zusammengesetzten Blättern mit freien oder in den Blattstiel angewachsenen, blattartigen Nebenblättern und mit vollständigen, seltener durch Fehlschlagen eingeschlechtigen regelmäßigen, einzelnen oder in Trugdolden, Köpfchen oder Trauben stehenden Blüten. Der untere Teil des Kelchs ist entweder kurz und ausgebreitet oder mehr oder weniger krugförmig verlängert (das Rezeptakulum), am Saume meist fünfspaltig und bisweilen noch mit einem Außenkelch versehen, dessen Blätter mit den Abschnitten des Kelchs abwechseln. Die Blumenblätter und die freien Staubgefäße stehen perigyn auf dem Kelch, erstere in der gleichen Anzahl und abwechselnd mit den Kelchzipfeln, selten fehlend, letztere meist in unbegrenzter Anzahl, seltener ebenso viele als Kelchzipfel. Meist sind zahlreiche einblätterige Fruchtknoten im Grunde des Rezeptakulums in quirlförmiger oder spiralförmiger Stellung vorhanden, selten wenige oder ein einziger. Sie enthalten meist eine, selten zwei hängende oder aufsteigende, anatrope Samenknospen. Der Griffel an jedem Fruchtknoten ist end- oder mehr oder weniger seitenständig, einfach, pfriemenförmig, abfallend oder stehen bleibend und bisweilen an der Frucht vergrößert; die Narbe ist einfach oder pinselförmig. Die Frucht besteht aus zahlreichen einsamigen Achenien, die bei der Unterfamilie der Dryadeen meist nüßchenförmig erscheinen; bisweilen wird eine Scheinfrucht gebildet, indem der Fruchtboden beerenartig erweicht und die Achenien in denselben eingesenkt sind (Fragaria), oder indem das die Achenien einschließende Rezeptakulum sich verdickt und saftig wird (Rosa). Bei der Unterfamilie der Rubeen werden die Achenien selbst beerenartig. Selten ist nur ein einziges von der erhärteten Kelchröhre umgebenes Achenium vorhanden (Sanguisorba). Bei den Spiräen endlich werden die Fruchtknoten zu vielsamigen Balgfrüchten. Die Samen haben kein Endosperm und einen geraden Keimling mit plankonvexen, selten blattartigen Kotyledonen. Die Familie umfaßt gegen 1100 Arten, von denen die meisten in den gemäßigten und kältern Gegenden der nördlichen Halbkugel, wenige in den höhern Regionen der tropischen Zone vorkommen. Fossil sind einige Arten der Gattungen Rosa, Fragaria, Spiraea u. a. aus Tertiärschichten bekannt. - Ätherisches Öl wird von Rosa-Arten (Rosa damascena und centifolia) gewonnen, Beerenobst liefern Arten von Fragaria und Rubus. Die strauchförmigen Gattungen (Rosa, Spiraea, Kerria, Rubus, Potentilla zum Teil) enthalten schöne Zierpflanzen.

Rosa di Tivŏli, Maler, s. Roos (Philipp Peter).

Rosalacke, s. Rotholzlacke.

Rosalez (Boquete di), Paß über die Kordilleren, in 41° 9' südl. Br., führt vom See Todos Santos in Chile hinüber zum Nahuel Huapi (583 m), dem Quellsee des Rio Negro, und ist 836 m hoch.

Rosalĭa, Heilige, die Nichte König Wilhelms des Guten von Neapel, zog sich in früher Jugend aus der Welt zurück und führte in einer Felsengrotte des Monte Pellegrino bei Palermo als Einsiedlerin ein frommes Leben. Sie ist die Schutzheilige von Palermo, wo ihr Hauptfest 11.-15. Juli mit großem Glanz begangen wird (vgl. Palermo, S. 627).

Rosalĭe, in der Musik s. v. w. Schusterfleck (s. d.).

Rosamunde, 1) Tochter des Gepidenkönigs Kunimund und Gemahlin Alboins, Königs der Langobarden. Von diesem bei einem festlichen Gelage in Verona gezwungen, aus dem Schädel ihres von Alboin erschlagenen Vaters zu trinken, ließ sie ihren Gemahl 573 durch ihre Buhlen Helmigis und Peredeus ermorden und entfloh mit den Mördern nach Ravenna. Als sich hier der Exarch Longinus um ihre Hand bewarb, brachte sie auch Helmigis Gift bei, ward aber von dem Sterbenden gezwungen, den Rest des Bechers zu leeren, und starb 573.

2) Geliebte Heinrichs II., s. Clifford 1).

Rosanilīn, s. Anilin, S. 591.

Rosarĭo, 1) (Asilo del R.) Stadt im mexikan. Staat Sinaloa, am gleichnamigen Fluß, 59 km oberhalb seiner Mündung in den Stillen Ozean, war früher ein wichtiger Bergwerksort, jetzt beliebter Wohnort der Kaufleute des ungesunden Mazatlan, mit 4946 Einw. In der Nähe die Tajomine (Silber). - 2) Wichtigste Stadt der Provinz Santa Fé der Argentinischen Republik, am schiffbaren Paraná und durch Eisenbahnen sowohl mit Buenos Ayres als dem Hinterland verbunden. Die Stadt liegt 30 m über dem Fluß, ist mit Gas beleuchtet und hat große, acht Stockwerke hohe Kornspeicher, 3 Gießereien, 5 Sägemühlen, 5 Dampfkornmühlen, 4 Gerbereien, 3 Brauereien, 5 Druckereien, Ziegelbrennerei, Fabrikation elektrischer Schellen und von Marmelade und (1887) 50,914 Einw. Die Einfuhr belief sich 1883 auf 22,800,000 Pesos, die Ausfuhr (Häute, Wolle, Weizen, Kaffee etc.) auf 18,900,000 Pesos. Ferner sind zu erwähnen 2 Freibibliotheken, eine höhere Schule