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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rosarium; Rosas; Rosasäure; Rosc.; Roscellinus; Rösch; Rösche; Roscher; Roschiori; Roschsee

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Rosarium - Roschsee.

(Ateneo), 2 Theater, 5 Klubs (darunter ein deutscher), ein Hospital und ein Waisenhaus. R. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - 3) R. de Cúcuta, Stadt in Kolumbien, s. Cúcuta 1).

Rosarium (lat.), Rosenkranz (s. d.). In der Gartenkunst ein Rosengarten von regelmäßiger Anordnung auf einem Platz, von dessen erhöhter Mitte, z. B. einer Laube, das Ganze leicht zu überschauen ist: die größten Kronenbäumchen von nahezu gleichem Wuchs in der Mitte, niederstämmige um sie herum, alle durch Guirlanden von Schlingpflanzen miteinander verbunden und mit strauchartigen Rosen und Staudenblumen untermischt (vgl. Rosenparterre).

Rosas, befestigte Stadt in der span. Provinz Gerona, am Fuß der Pyrenäen und am gleichnamigen Golf des Mittelmeers, hat eine Citadelle, mehrere Forts, einen Hafen, Thunfischfang, Ausfuhr von Wein, Gerberrinde, Zement und (1878) 3219 Einw. R. ist das antike Rhoda, wurde 713 von den Arabern genommen, 797 ihnen wieder entrissen und war später wiederholt im Besitz der Franzosen.

Rosas, Don Juan Manuel de, Diktator der Argentinischen Konföderation, geb. 30. März 1793 zu Buenos Ayres als Sprößling einer ursprünglich spanischen Familie, verlebte seine Jugend auf den Meiereien derselben unter den Gauchos, deren Sitten und Lebensweise er in dem Grad annahm, daß sie ihn als den Ihrigen betrachteten und später seine Haupthelfer bei seinen herrschsüchtigen Bestrebungen wurden. Durch glückliche Feldzüge gegen die Wilden Patagoniens erlangte er Waffenübung und Popularität. Nachdem er sich 1828 als Haupt der Föderalisten im Kampf gegen die Unitarier hervorgethan, ward er 8. Dez. 1829 zum Generalkapitän von Buenos Ayres ernannt und damit Oberhaupt der Argentinischen Konföderation. In dieser Stellung behauptete er sich 23 Jahre und erlangte, indem er dem Kongreß durch seine Weigerung, die Regierung weiterzuführen, immer größere Zugeständnisse abnötigte, nach und nach eine unumschränkte diktatorische Gewalt. Seine Gegner mordete er zu Tausenden, seine Anmaßung und Herrschsucht arteten bis zur Lächerlichkeit aus. Doch hielt er im Innern den Frieden aufrecht und ermöglichte die Entwickelung von Handel und Verkehr. Schließlich aber schwächte er sein Ansehen durch seine Einmischung in den Parteistreit in Uruguay, durch die er in Konflikt mit Frankreich und England kam. Durch die Schlacht von Monte Caceros 3. Febr. 1852 wurde er vom Gouverneur von Entre Rios, Urquiza, mit Hilfe Brasiliens und Uruguays gestürzt. Er lebte seitdem als Landwirt bei Southampton. Sein ungeheures Vermögen, in Ländereien und Viehherden bestehend, ward durch die von Urquiza 4. Febr. 1852 gebildete provisorische Regierung zum Besten des Staats konfisziert und er selbst 1861 abwesend zum Tod verurteilt; doch erhielt er später einen Teil seines Vermögens zurück. Er starb 14. März 1877 auf seinem Landgut Burgeßstreet.

Rosasäure, s. Zinnchlorid.

Rosc., bei botan. Namen Abkürzung für W. Roscoe (spr. -ko), geb. 1753 zu Liverpool, gest. 1831 daselbst; Scitamineen.

Roscellinus (Rousselin), Johannes, Scholastiker, geboren um 1050 im nördlichen Frankreich, studierte in Soissons und Reims, lehrte in Tours und Locmenach in der Bretagne und ward Kanonikus zu Compiègne. Er war Lehrer Abälards und soll zuerst die (von andern dem Mönch Heirit im 9. Jahrh. als dem ersten zugeschriebene) Lehre des Nominalismus (s. d.), daß die allgemeinen Begriffe (universalia) keine Sachen (res), sondern bloße Namen (nomina) oder Worte (flatus vocis) seien, aufgestellt und daraus die Folgerung gezogen haben, daß die drei göttlichen Personen zwar unter denselben Begriff fallen, aber nicht der Substanz nach eins seien (Tritheismus). Aus der Kirchenversammlung von Soissons (1092) als Ketzer verurteilt und zum Widerruf gezwungen, mußte er sein Kanonikat niederlagen, begab sich nach England, kehrte aber nach Frankreich zurück, wo er starb. Ein Brief R.' an Abälard wurde von Schmeller (Münch. 1849) herausgegeben.

Rösch, grob, in großen Stücken, z. B. rösches Erz; stärkeres Gefälle fließenden Wassers.

Rösche, ein Graben oder ein in geringer Tiefe unter der Erdoberfläche angelegter, streckenartiger Bau, in welchem die Tagewasser oder die aus einem Stollen zu Tage tretenden Wasser abgeleitet werden.

Roscher, 1) Wilhelm, verdienter Nationalökonom, geb. 21. Okt. 1817 zu Hannover, studierte in Göttingen und Berlin, wurde 1843 außerordentlicher, 1844 ordentlicher Professor in Göttingen u. wirkt seit 1848 als solcher in Leipzig. Ebenso wie Knies (s. d.) ist er ein Vertreter der historischen Methode der Nationalökonomie. Diese seine Richtung ist schon in seiner Dissertation "De historicae doctrinae apud sophistas majores vestigiis" (Götting. 1838) angedeutet, welcher eine schätzbare Schrift über das "Leben, Werk und Zeitalter des Thukydides" (das. 1842) folgte. Seine Hauptwerke sind: das "System der Volkswirtschaft" (Stuttg. 1854-86, 4 Bde.; Bd. 1, 18. Aufl. 1887; Bd. 2, 11. Aufl. 1885) und die "Geschichte der Nationalökonomik in Deutschland" (Münch. 1874). Außerdem sind von ihm zu nennen: "Grundriß zu Vorlesungen über die Staatswirtschaft" (Götting. 1843); "Über Kornhandel und Teurungspolitik" (Stuttg. 1847, 3. Aufl. 1852); "Zur Geschichte der englischen Volkswirtschaftslehre" (Leipz. 1851, Nachtrag 1852); "Kolonien, Kolonialpolitik und Auswanderung" (2. Aufl., das. 1856; 3. Aufl. mit Beiträgen von Jannasch, das. 1885); "Ansichten der Volkswirtschaft aus dem geschichtlichen Standpunkt" (das. 1861); "Zur Gründungsgeschichte des Zollvereins" (Berl. 1870); "Betrachtungen über die Währungsfrage der deutschen Münzreform" (das. 1872); "Versuch einer Theorie der Finanzregalien" (Leipz. 1884). Eine Reihe gründlicher und interessanter Untersuchungen Roschers über einzelne Gegenstände ist in Raus "Archiv der politischen Ökonomie", in der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft", der "Deutschen Vierteljahrschrift" und in den Schriften der Königl. sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften niedergelegt.

2) Albrecht, Reisender, Neffe des vorigen, geb. 27. Aug. 1836 zu Ottensen bei Altona, studierte in Hamburg unter Redslob das Arabische, dann 1856-1858 in Leipzig Medizin, trat 1858 von Hamburg aus eine wissenschaftliche Reise nach Afrika an, erreichte im September Sansibar, ging von dort aus im Februar 1859 die Küste entlang bis Kiloa und von dort zum Nyassasee, in dessen Nähe er 19. März 1860 ermordet wurde. Seine Tagebücher gingen verloren. Er schrieb: "Claudius Ptolemäus und die Handelsstraßen in Zentralafrika" (Gotha 1857).

Roschiori, die roten Husaren der rumän. Armee.

Roschsee, der südlichste unter den vier großen Masurischen Seen, im preuß. Regierungsbezirk Gumbinnen, nordöstlich bei Johannisburg, 115 m ü. M., ist dreifach gekrümmt, 22 qkm groß, steht mit dem Spirdingsee in Verbindung und fließt durch den Pissek zur Narew (Weichsel) in Polen.