Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

175

Sägemühle - Sago.

zialzwecke in den Sägemühlen vor. Vgl. Hesse, Werkzeugmaschinen (Leipz. 1874); Gräf, Holzverarbeitungsmaschinen (Weim. 1877); Exner, Handsägen und Sägemaschinen (das. 1878-81, 2 Bde.); H. Fischer, Die Holzsäge (Berl. 1879); Käßner, Der Sägewerk-Techniker (Münch. 1881).

Sägemühle, s. Sägemaschine.

Sagenkreise, s. Sage.

Säger (Mergus L.), Gattung aus der Ordnung der Schwimmvögel und der Familie der S. (Mergidae), Vögel mit sehr gestrecktem Leib, mittellangem, dünnem Hals, großem Kopf, langem, schlankem, schmalem, scharfrandigem Schnabel mit rückwärts gerichteten Hornlamellen gleich Zähnelungen und kräftigem Haken, weit nach hinten eingelenkten, niedrigen, großzehigen Füßen, deren hintere Zehe einen breiten Hautlappen trägt, mittellangen, sehr spitzen Flügeln und kurzem, abgerundetem Schwanz. Der Gänsesäger (Ganstaucher, Sägetaucher, Mergus Merganser L., s. Tafel "Schwimmvögel I"), 80 cm lang, 110 cm breit, am Kopf und Oberhals schwarzgrün, Oberrücken, Schultern, Flügelrand und vordere Schulterfedern schwarz, Unterseite und Oberflügeldeckfedern gelbrot, am Spiegel weiß, Schwingen schwarz, Schwanz grau; der Schnabel ist korallenrot, die Augen sind rotgelb, die Füße blaßrot. Er findet sich im Norden Europas, Asiens und Amerikas zwischen dem 52. und 68.°, erscheint bei uns im November und Februar auf der Wanderung und brütet nur selten in Norddeutschland. Er lebt fast beständig auf dem Wasser, schwimmt vortrefflich auch unter dem Wasserspiegel, fliegt und geht aber nur mit Anstrengung. Er nährt sich hauptsächlich von Fischen und ist höchst gefräßig. Sein Nest baut er zwischen Gestein und unter Gesträuch, auf Kopfweiden, alten Krähenhorsten und in Baumhöhlungen und legt 8-14 grünlich braungraue Eier, welche vom Weibchen allein ausgebrütet werden.

Sägesalmler (Serrasalmo Gthr.), Gattung aus der Ordnung der Edelfische und der Familie der Salmler (Characini), hoch- und schmalleibige Fische mit weit nach hinten stehender Rückenflosse, langer Afterflosse, gekieltem, gesägtem Bauch, sehr kleinen Schuppen und großen, scharfen, spitzen Zähnen. Der Piraya (S. Piraya Cuv.), 30 cm lang, oberseits bläulich, unterseits gelblich, dunkel gefleckt, lebt in Flüssen Süd- und Mittelamerikas, besonders in felsenreichen Buchten und am Grund, begleitet aber Fahrzeuge und ist durch seine Gefräßigkeit ausgezeichnet. Er greift die größten Fische und jedes schwimmende Tier an, verwundet den Alligator an den Zehen, und Schwärme dieser Fische fressen einen schwimmenden Ochsen auf, überfallen auch den Menschen. Ebenso furchtbar ist der Karaibenfisch (S. rhombeus Lac.). Bei einzelnen Indianerhorden am Orinoko herrscht die Sitte, das Fleisch der Verstorbenen von den Knochen zu trennen, und es wird behauptet, daß die Guarani zu diesem Zweck die Leichen in Netzen ins Wasser legen, um sie von den Karaibenfischen skelettieren zu lassen.

Sägespäne, kleine Holzteilchen, welche sich beim Zerschneiden des Holzes mit der Säge bilden, werden als Feuerungsmaterial, zum Teil in Öfen von besonderer Konstruktion, als schlechte Wärmeleiter zur Füllung von Eiskasten, in der Landwirtschaft als Dünger (zum Teil verkohlt), fein gesiebt als Streusand und statt des Wollstaubes in der Tapetenfabrikation (besonders S. von Furnierschneidemaschinen, auch gefärbt), gegen den Kesselstein (S. von gerbsäurehaltigem Holz), zur Darstellung von künstlichem Holz und Kamptulikon, zur Reinigung des Leuchtgases, als Verpackungsmaterial und zur Darstellung von Holzessig und Oxalsäure benutzt.

Sägetaucher, s. Säger.

Sägezahnverzierung, anglo-normännisches Ornament, bestehend aus schräg gestellten Spitzzähnen (s. Figur).

^[Abb.: Sägezahnfries]

Sag Harbor, Dorf im östlichen Teil von Long Island im nordamerikan. Staat New York, hat einen vorzüglichen Hafen und (1880) 1996 Einw.

Saginaw (spr. ssägginah), Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, 25 km oberhalb der Mündung des Flusses S. in die Saginawbai des Huronsees und mit dem gegenüberliegenden East Saginaw durch drei Brücken verbunden, hat Docks, die Schiffen von 3 m Tiefgang zugänglich sind, Sägemühlen, Gießereien und Maschinenbauwerkstätten, lebhafte Ausfuhr von Holz und Salz und (1880) 29,571 Einw.

Sagittarii (lat., von sagitta, "Pfeil"), altröm. Bogenschützen, ein Teil der Leichtbewaffneten.

Sagittarius, Sternbild, s. Schütze.

Sagittatus (lat.), pfeilförmig, s. Blatt, S. 1014.

Sago (Sagu, in der Papuasprache s. v. w. Brot), allgemeines Nahrungsmittel im asiatischen Süden, wird besonders aus den Stämmen von zwei Palmen, Metroxylon laeve und M. Rumphii, gewonnen, aus deren Markgewebe das Stärkemehl (Palmenmehl) leicht herausgespült werden kann. Ein einziger Baum liefert leicht ein paar hundert Pfund Stärke. Auf Java verarbeitet man in ähnlicher Weise die Stämme von Arenga saccharifera. Von Sumatra, Siam und Borneo werden jährlich gegen 200,000 Ztr. Sagostärkemehl nach Singapur gebracht und hier auf S. verarbeitet. Man wäscht das rohe Stärkemehl wiederholt mit Wasser, läßt es an der Sonne trocknen, zerkleinert die Kuchen gröblich und trennt die Bruchstücke durch Sieben von dem Pulver. Erstere werden durch Schütteln in einem Beutel abgerundet, sodann in eisernen Pfannen unter stetem Umrühren erhitzt, wieder gesiebt, nochmals erhitzt und bilden dann den Perlsago, wie er im Handel vorkommt. Derselbe besteht also aus teilweise gelatiniertem Stärkemehl und ist deshalb nicht mehr mehlig, sondern halb durchscheinend und hart. In kochendem Wasser schwillt er bedeutend auf, macht dasselbe etwas schleimig und wird durchsichtig und schlüpfrig. Auch das Mehl von Caryota urens in Indien soll dem besten S. gleichkommen. Aus Copernicia cerifera bereitet man in den Nordprovinzen Brasiliens Farinha oder Mehl für den Hausbedarf, und Corypha Gebanga liefert auf Java eine Art S. Der S. von Mauritia flexuosa (Ipuruma) schmeckt sehr angenehm. Oreodoxa oleracea gibt in Westindien eine Art S., und das Mehl, welches Phoenix farinifera enthält, dient den Bewohnern der Bergdistrikte zwischen dem Ganges und Kap Comorin als Nahrungsmittel, wenn es an Reis fehlt. S. kann überhaupt aus allen Stärkemehlsorten bereitet werden. So liefern auch Cycas-Arten S.; den westindischen S. gewinnt man aus den Wurzeln der Manihot utilissima und M. Aipi (Tapioka), welche Pflanzen jetzt auch in Ostindien kultiviert werden, und bei uns bereitet man viel S. (Kartoffelsago) aus Kartoffelstärkemehl. Man körnt dasselbe zu diesem Zweck, indem man es feucht durch Siebe mit erbsengroßen Öffnungen reibt, die Stückchen in einer langsam rotierenden Trommel abrundet, durch Sieben