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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sagobäume - Sahara.

vom Mehl trennt, in einem Ofen auf 100° erhitzt und durch Einleiten von Dampf verglasen läßt. Man läßt dann erkalten, trennt die Körnchen durch Reiben voneinander und trocknet sie bei möglichst niedriger Temperatur. Bisweilen färbt man den S. mit gebranntem Zucker oder rotem Bolus. S. dient zu Suppen und Mehlspeisen; die einzelnen Körner sollen in siedendem Wasser, in Fleischbrühe oder Wein aufquellen, durchsichtig und schlüpfrig werden, aber nicht zerfallen. Deshalb darf Kartoffelmehlsago nur in kochende Fleischbrühe oder Milch geschüttet werden, während Palmensago mehrmals gewaschen und blanchiert und dann in kaltem Wasser langsam erwärmt, auf ein Sieb gegossen, nochmals mit frischem Wasser zugesetzt und erst, wenn er weich gekocht ist, in die heiße Fleischbrühe gebracht wird.

Sagobäume, s. Cykadeen.

Sagomilz, s. Milzkrankheiten.

Sagopalme, s. Cycas und Metroxylon.

Sagori (Sagorzen), s. Zagore.

Sagoskin, Michael Nikolajewitsch, russ. Schriftsteller, geb. 14. Juli (a. St.) 1789 im Gouvernement Pensa, trat 1812 als Offizier in die Landwehr und wohnte als Adjutant des Generals Lewis der Belagerung von Danzig bei. Später widmete er sich der Litteratur, erhielt 1817 eine Stelle bei der kaiserlichen Theaterdirektion und, nachdem er sich durch mehrere Lustspiele vorteilhaft bekannt gemacht, 1820 am Theater zu Moskau. Auch seine Romane fanden Beifall, namentlich "Jurij Miloslawski, oder die Russen im Jahr 1612" (Mosk. 1829, 3 Bde.; letzte Aufl. 1886; deutsch von Schulz, Leipz. 1839). Im J. 1831 ward S. Direktor des Hoftheaters zu Moskau mit dem Rang eines Wirklichen Staatsrats und 1842 zugleich Direktor der Rüstkammer des Kreml; starb 23. Juni (a. St.) 1852 daselbst. Seine Schriften zeichnen sich durch Leichtigkeit der Darstellung, heitere Laune und treue Schilderung russischer Sitten, aber auch durch eine gewisse Nüchternheit aus.

Sagua, Volk, s. Buschmänner.

Sagua la Grande, Stadt auf der Insel Cuba, oberhalb der Mündung des Sagua in das Meer, mit einem Außenhafen (Concha), hat Ausfuhr von Zucker und Melasse und (1861) 9630 Einw.

Saguenay (spr. ßaggenäh), Fluß in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, entspringt im St. Johnssee und fällt nach einem Laufe von 300 km bei Tadousac links in den St. Lorenzstrom. Er ist zwischen 460 m hohen Felsenwänden eingeschlossen und kann bis zur Hahabai, 100 km oberhalb seiner Mündung, von den größten Seeschiffen befahren werden. Weiter oberhalb kommen Stromschnellen vor. Viel Bauholz wird herabgeschwemmt.

Saguin, s. Seidenaffe.

Sagum (Sagulum, lat.), der von dem Paludamentum (s. d.) nur durch die Farbe und geringere Länge unterschiedene Kriegsmantel der römischen Soldaten.

Sagunto (früher Murviedro), Bezirksstadt in der span. Provinz Valencia, am Palancia und an der Eisenbahn Valencia-Tarragona, hat ein altes Kastell, einen Hafen, Weinbau, Handel mit Wein und Branntwein und (1878) 6287 Einw. - S. wurde von den Mauren auf den Ruinen des alten Saguntum (s. d.) erbaut und hat noch eine große Anzahl Überreste griechischer und römischer Bauwerke, darunter ein Amphitheater, einen Dianen- und einen Bacchustempel. S. ergab sich 26. Okt. 1811 nach langer Belagerung den Franzosen.

Saguntum, Stadt in Hispania Tarraconensis, im Gebiet der Edetaner, am Fluß Palantia unweit der Küste in fruchtbarer Gegend gelegen. Der Sage nach war S. von Griechen aus Zakynthos, zu denen nachher Rutuler aus Ardea gekommen sein sollen, gegründet. Die Stadt, welche durch ihren ausgedehnten Handel zu großem Reichtum gelangte, stand später mit den Römern im Bündnis und ward deshalb von Hannibal nach heldenmütiger Verteidigung (218 v. Chr.) erobert, aber acht Jahre darauf den Karthagern von den Römern wieder entrissen und zur Kolonie erhoben. Ruinen beim heutigen Sagunto.

Sagus, s. Metroxylon.

Sahagun (spr. ssa-agun), Bezirksstadt in der span. Provinz Leon, links am Cea und an der Eisenbahn Palencia-Coruña, von alten Mauern umschlossen, hat 9 Kirchen, 3 ehemalige Klöster (darunter eine prachtvolle, von Alfons dem Katholischen gegründete Benediktinerabtei) und (1878) 2588 Einw.

Saháma (Sajama), mit 6415 m höchster Gipfel der peruanischen Vulkanreihe und nach dem Nevado de Sorata höchster Berg des amerikanischen Festlandes. Er erhebt sich auf der westlichen Kette der peruanischen Kordilleren, östlich von Arica, u. ist der höchste thätige Vulkan der Erde.

Sahaptin, Indianer, s. Nez percés.

Sáhara (arab. Sáh'râ), große Wüste in Nordafrika (s. Karte "Algerien etc."), erstreckt sich vom Atlantischen Ozean im W. bis zu der Kette der ägyptischen und nubischen Oasen im O. in einer Länge von 5000 km und einer Breite von ungefähr 1500 km zwischen 30-28° und etwa 17° nördl. Br. In der angegebenen Begrenzung hat die S. einen Flächenraum von 6,180,000 qkm (112,000 QM.). Nach den physischen Eigentümlichkeiten erstreckt sich aber die S. viel weiter über die angeführten Grenzen hinaus, indem sie nur ein Stück des großen Wüstengürtels ist, der vom Atlantischen Ozean quer durch Afrika und Asien bis zum Chingan an der Grenze der Mandschurei reicht. Die S. nimmt an Umfang stetig zu, da der Flugsand im N. die vom Atlas kommenden Bäche meist absorbiert und damit die Vegetation unterdrückt, dann aber auch im Süden weiter vorrückt. Auch die von den beständig wehenden Ostwinden ins Meer getriebenen Sandmassen schieben die Küste weiter hinaus.

[Bodenbeschaffenheit.] Man machte sich lange Zeit von der S. eine sehr falsche Vorstellung, indem man sie für eine gleichmäßige, nur von Dünenzügen unterbrochene muldenartige Sandfläche hielt, deren Inneres tiefer läge als der Meeresspiegel, und die man mittels eines Kanals vom Mittelmeer aus in ein Binnenmeer verwandeln könne. Allein die S. ist keineswegs ein vertieftes Becken; nur ganz beschränkte Striche südlich von Tunis und bei der Ammonsoase liegen etwas tiefer als der Meeresspiegel. In Wirklichkeit ist sie ein Gebiet von großer landschaftlicher Mannigfaltigkeit; mächtige Hochgebirge mit Gipfeln bis zu 2500 m Höhe, steinige Hochebenen, Dünenregionen, Becken mit lehmigem Boden und salzigen Seen und Sümpfen, fruchtbare Oasengebiete wechseln miteinander ab. Der geologische Bau ist dagegen ein sehr einfacher. Die S. baut sich aus lauter terrassenförmig übereinander aufsteigenden Ebenen auf, Eruptivgesteine kommen nur in den Hochgebirgen von Ahaggar und Tibesti vor. Am klarsten treten die Grundzüge des geologischen Baues hervor in der Hamada oder Steinwüste, wo eine und dieselbe Schichtfläche auf weite Strecken hin den ebenen, aus hartem Fels oder festem Lehm bestehenden Boden bildet. Die wasser- und vegetationslose unübersehbare Fläche ist mit Blöcken, Trümmern und Splittern von Gesteinen bedeckt, oder statt ihrer treten in