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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saint Mark's - Saint-Maurice.

Deutschland, wo er hauptsächlich das Schulwesen studierte. Seine Beobachtungen darüber legte er nieder in den Werken: "Notices politiques et littéraires sur l'Allemagne" (1835) und "Rapport sur l'instruction intermédiaire en Allemagne" (1835-38, 2 Bde.), denen später die "Souvenirs de voyages et d'études" (1852-53, 2 Bde.) folgten. Nach seiner Rückkehr richtete er sowohl als Deputierter wie auch später als Mitglied des königlichen Rats für öffentlichen Unterricht und als Staatsrat sowie (seit 1837) als Mitglied und Sekretär des Oberstudienrats seine Hauptaufmerksamkeit auf Fragen des Unterrichts und der Erziehung. Daneben war er (besonders am "Journal des Débats") als Publizist thätig und glänzte durch seine Vorlesungen an der Sorbonne, an der er bis 1863 die Professur der Geschichte und später die der französischen Litteratur bekleidete. 1844 ward er in die Akademie aufgenommen. Nach der Februarrevolution zog er sich von der Politik zurück und blieb bloß Mitglied des Unterrichtsrats. 1871 ward er in die Nationalversammlung gewählt, in welcher er die Politik Thiers' unterstützte und an der Spitze einer Mittelpartei stand. Er starb 11. April 1873 in Paris. Von seinen Werken sind noch zu nennen: "Essai de littérature et de morale" (1845, 2 Bde.; neue Ausg. 1877); "Cours de littérature dramatique, ou de l'usage des passions dans le drame" (1843; 11. Aufl. 1875-77, 5 Bde.), sein Hauptwerk; "Souvenirs et réflexions politiques d'un journaliste" (1859, 2. Aufl. 1873); "La Syrie en 1861; condition des chrétiens en Orient" (1862); "Lafontaine et les fabulistes" (1867, 2 Bde.; 2. Aufl. 1876) und "J. J. Rousseau, sa vie et ses ouvrages" (hrsg. von Bersot, 1875, 2 Bde.). Vgl. Tamisier, S., étude littéraire (Mars. 1876).

Saint Mark's (spr. ssent), Hafenort im nordamerikan. Staat Florida, an der Appalacheebai des Golfs von Mexiko, mit (1880) nur 63 Einw. und Zollbehörde.

Saint Martin (spr. ssent), Insel der Kleinen Antillen in Westindien, 98 qkm (1,79 QM.) groß mit 8000 Einw., gehört zur Hälfte den Franzosen, zur Hälfte den Holländern (47 qkm mit 4526 Einw.), steigt bis 420 m an und hat nur wenig kulturfähiges Land. Zur Ausfuhr kommen Zucker, Tabak, Baumwolle. Haupthäfen sind Philippsburg und Marigot. S. wurde 1638 von französischen Flibustiern besetzt, war 1640-48 im Besitz Spaniens und wurde 1648 von den Holländern und Franzosen geteilt.

Saint-Martin (spr. ssäng-martäng), 1) Louis Claude, Marquis de, franz. Theosoph, geb. 18. Jan. 1743 zu Amboise, durchreiste, durch die Werke Jakob Böhmes angeregt, Deutschland, England, die Schweiz und Italien, wo ihm überall Anhänger (Martinisten) zufielen, und lebte sodann zu Paris, später zu Aurai bei Châtillon, wo er 14. Okt. 1803 starb. Den Sensualismus und Materialismus bekämpfend, stellte er den Menschen einerseits als den Typus der Schöpfung, anderseits als den Gedanken, die Kopie Gottes dar und suchte durch die Betrachtung desselben das Ziel der Theosophie zu erreichen. Die vorzüglichsten seiner nicht ohne Geist geschriebenen, aber an Dunkelheit leidenden Schriften sind: "Des erreurs et de la vérité" (Lyon 1775; deutsch, Hamb. 1782); "De l'esprit des choses" (Lyon 1800, 2 Bde.; deutsch von Schubert, Leipz. 1811, 2 Bde.); "L'homme de désir" (Lyon 1790, 2 Bde.; deutsch von Wagner, Leipz. 1812, 2 Bde.). Vgl. Varnhagen, Angelus Silesius und S., Auszüge (Berl. 1834); Caro, Essai sur la vie et la doctrine de S. (Par. 1852); Matter, S., le philosophe inconnu (2. Aufl., das. 1864).

2) Antoine Jean, franz. Orientalist, geb. 17. Jan. 1791 zu Paris, machte seine Studien unter Silvestre de Sacy, ward 1820 Mitglied der Akademie der Inschriften, 1824 Bibliothekar des Königs und Aufseher über den orientalischen Zweig der königlichen Druckerei. Infolge der Julirevolution beider Stellen verlustig gegangen, starb er in Armut 20. Juli 1832 in Paris. Unter seinen Schriften sind zu nennen: "Notice sur l'Égypte sous les Pharaons" (Par. 1811); "Mémoires historiques et géographiques sur l'Arménie" (das. 1818-22, 2 Bde.); "Recherches sur l'époque de la mort d'Alexandre" (das. 1820) und die posthumen "Fragments d'une histoire des Arsacides" (1850, 2 Bde.).

Saint-Martin de Ré (spr. ssäng-martäng d' re), Stadt im franz. Departement Niedercharente, Arrondissement La Rochelle, Hauptort der Insel (s. d.) und Festung zweiter Klasse, mit einem Gefangenhaus, von wo aus die Deportationen nach Guayana und Neukaledonien stattfinden, einem Hafen, in welchem 1886: 1393 beladene Schiffe mit 53,653 Ton. eingelaufen sind, Schiffswerften, Seesalzgewinnung, Schellfischfang, Handel mit Wein, Salz, Getreide, Holz und (1881) 2431 Einw. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Der Ort verdankt seine Entstehung einem 735 gegründeten Kloster und wurde 1681 befestigt.

Saint Mary Church (spr. ssent méhri tschörtsch), Stadt in Devonshire (England), 2 km nördlich von Torquay, mit Marmorschleiferei, Terrakottenfabrik und (1881) 5759 Einw.

Saint Mary of Bathurst, s. Bathurst 1).

Saint Mary's (spr. ssent méhris), die größte der Scillyinseln (s. d.), mit dem Hauptort Hughtown.

Saint Mary's (spr. ssent méhris), Stadt im nordamerikan. Staat Georgia bei der Mündung des St. Mary's-Flusses, mit (1880) 1375 Einw.

Saint Mary's River (spr. ssent méhris riwwer), 1) der 100 km lange Verbindungskanal zwischen dem Obern und Huronensee in Nordamerika, bildet 2 km vom erstern See die St. Mary's Falls oder Sault Ste.-Marie, welche seit 1855 durch einen für die größten Seedampfer zugänglichen Kanal umgangen werden. - 2) Grenzfluß zwischen den nordamerikan. Staaten Georgia und Florida, entsteht im Okeefinokeesumpf ^[Okefenokee Swamp] und mündet bei Fernandina in den einen sichern Hafen bildenden Cumberlandsund; 180 km lang.

Saint-Maur (spr. ssäng-mor, S. les Fossés), Dorf im franz. Departement Seine, Arrondissement Sceaux, auf einer von der Marne umflossenen Landzunge am Kanal von S., der die Fahrt auf der Marne abkürzt, und an der Eisenbahn Paris-Brie Comte Robert, hat Papier-, Rübenzucker- und Bijouteriefabriken und (1886) 15,410 (als Gemeinde 15,802) Einw. Der Ort ist bekannt als ehemaliger Hauptsitz der Kongregation des Benediktinerordens von S. (s. Benediktiner, S. 685) und durch den Frieden vom 29. Okt. 1465 zwischen Ludwig XI. von Frankreich und der sogen. Liga.

Saint Maurice (spr. ssent morris), Fluß in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, der nach 480 km weitem, sehr schnellem Lauf bei Three Rivers in den St. Lorenzstrom mündet. Er ist nur 62 km aufwärts, bis zu den Shawineganfällen ^[Shawinigan Falls], schiffbar.

Saint-Maurice (spr. ssäng-moriß), 1) Dorf im franz. Departement Seine, Arrondissement Sceaux, an der Marne, östlich von Charenton le Pont gelegen, hat ein 1830 umgebautes großes Irrenhaus (Maison de Charenton, mit 600 Pfleglingen), Spinnereien, Fabrikation von Buntpapier, chemischen Produkten, Porzellan etc. und (1886) 6506 Einw.; östlich davon die