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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Salamander; Salamander reiben; Salami; Salaminia; Salamis; Salamstein; Salamvrias; Salandrella; Salangane

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Salamander - Salangane.

von 6-8000 Studenten besucht (jetzt 300-400). Zur Universität, welche vier Fakultäten zählt, gehören: eine an griechischen Handschriften reiche Bibliothek von 30,000 Bänden, das Seminar de Carvajal und mehrere Kollegien. S. hat außerdem eine Normalschule und ist Sitz des Gouverneurs und eines Bischofs. S. ist eine sehr alte Stadt und hieß früher Elmantica (Salmantica). Sie ward in den Punischen Kriegen von Hannibal erobert, der sie aber, gerührt von dem Heldenmut der Weiber, wieder freigab. Am 28. Juni 1812 wurde sie von den Franzosen unter Marmont erstürmt. Bei dem nahen Dorf Arapiles Sieg der Engländer und Spanier unter Wellington über die Franzosen unter Marmont 22. Juli 1812. Vgl. Villar y Macias, Historia de S. (Salam. 1887). - 2) Stadt im mexikan. Staat Guanajuato, am Rio de Lerma, 1840 m ü. M., hat eine reiche Augustinerkirche, ein Zuchthaus, Baumwollweberei und (1880) 23,996 Einw.

Salamander, s. Molche.

Salamander reiben, deutscher, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts in Heidelberg aufgekommener Studentenbrauch, wobei die Trinkgefäße unter dem Kommando des Vorsitzenden in kreisförmiger Bewegung auf dem Tisch herumgerieben, dann geleert werden und schließlich mit ihnen auf dem Tisch getrommelt wird, bis sie mit Einem Schlag niedergesetzt werden. Seinem Ursprung nach ist das S. wohl ohne tiefere Bedeutung; jetzt pflegt man mit dieser Feierlichkeit, die in der Studentensprache Exercitium Salamandri genannt wird, besonders wichtige Gesundheiten als Huldigung auszubringen. Die Deutung des Namens ist unsicher.

Salami (ital.), Fleischwürste aus nicht sehr fein gehacktem Fleisch, fest gestopft, meist mit Knoblauch gewürzt und scharf geräuchert, hauptsächlich italienisches Fabrikat (Bologna, Verona), auch aus Maultier- und Eselsfleisch (Mortadelle), in Ungarn aus grob geschnittenem magern Schweinefleisch bereitet; sind sehr haltbar und werden weithin versendet.

Salaminia, athen. Staatsschiff, s. Paralos.

Salamis, 1) Insel an der Küste von Attika (s. Karte "Umgebung von Athen"), im Saronischen Meerbusen, Eleusis gegenüber, von Attika und Megaris durch einen schmalen Sund getrennt, jetzt vom Volk wegen ihrer Gestalt Kuluri ("Brezel") genannt. Die Insel, durch einen tiefen Meerbusen in zwei Hälften gesondert, hat ein Areal von 100 qkm (1,82 OM.), gehört zum griechischen Nomos Attika und Böotien, ist meist dürr und gebirgig (bis 380 m hoch), nur an den Küsten fruchtbar an Wein und Getreide und hat (1879) 4569 Einw. Im Altertum führte sie außer Geflügel und Käse hauptsächlich Honig aus. Die gleichnamige Hauptstadt (bis vor kurzem Kuluri genannt), an der Westküste, hat einen Hafen und (1879) 3507 Einw. Der semitische Name der Insel (von Baal Schalam, "Herr des Friedens") und die dortigen Kulte deuten auf ursprünglich phönikische Besiedelung. Darauf von Einwanderern aus Ägina besetzt, erscheint S. schon zur Zeit des Trojanischen Kriegs als unabhängiger Staat unter Aias, Telamons Sohn, und behauptete sich als solcher bis zum Anfang der 40. Olympiade. Damals ward sie nach langen Kämpfen mit den Megarern zuerst von diesen, dann 598 von den Athenern in Besitz genommen und blieb seitdem, besonders durch den glorreichen Sieg des Themistokles über Xerxes' Flotte (20. Sept. 480 v. Chr.) berühmt geworden, mit kurzer Unterbrechung als ein besonderer Demos Eigentum der Athener bis 318, wo sie, nachdem Kassandros sie vergeblich belagert hatte, der makedonischen Herrschaft sich freiwillig unterwarf. 232 kam sie durch Aratos wieder in den Besitz der Athener. Die Stadt S. lag ursprünglich an der Südküste; später ward sie auf der östlichen Seite, Attika gegenüber, beim jetzigen Ambelaki, neu gegründet, geriet aber schon im 2. Jahrh. n. Chr. in Verfall. - 2) Im Altertum wichtigste und größte Stadt auf Cypern, in der Mitte der Ostküste am Pediäos gelegen, ursprünglich phönikische Gründung, hatte einen sichern und geräumigen Hafen und einen berühmten Tempel des Zeus und war schon im 6. Jahrh. v. Chr. eine wichtige, zum großen Teil griechische Stadt, deren König Euagoras die ganze Insel zu einem Reich vereinigte. 306 fand hier die größte Seeschlacht des Altertums statt, in welcher Demetrios Poliorketes die griechisch-ägyptische Flotte schlug. Später fiel S. an die Ptolemäer und 58 an die Römer. Infolge des Aufstandes der dortigen Juden unter Trajan ward die Stadt größtenteils in Trümmer gelegt; noch mehr litt dieselbe durch ein Erdbeben unter Konstantin d. Gr. Von letzterm prächtig wieder aufgebaut, wurde sie unter dem Namen Constantia zur Hauptstadt der Insel erhoben, später aber, unter Heraklios, von den Sarazenen gänzlich zerstört. Trümmer derselben bei Hagios Sergios.

Salamstein, Mineral, der in kleinen sechsseitigen Säulen kristallisierte Rubin und Saphir; s. Korund.

Salamvrias, Fluß, s. Peneios.

Salandrella, Fluß in der ital. Provinz Potenza, entspringt bei Salandra und mündet nach 75 km langem Lauf in den Golf von Tarent.

Salangane (Collocallia Gray, hierzu Tafel "Salangane"), Gattung aus der Ordnung der Segler und der Familie der Segler (Cypselidae), kleine Vögel mit ziemlich langen Flügeln, mittellangem, abgestutztem oder seicht ausgeschnittenem Schwanz, sehr kleinem, starkhakigem Schnabel und sehr schwachen Füßen. C. esculenta Gray ist 13 cm lang, 30 cm breit, dunkel braungrau, metallisch schimmernd, unterseits heller, an Schwingen und Schwanz schwärzlich, mit braunem Auge, schwarzem Schnabel und Fuß. Sie bewohnt die Sundainseln, die Gebirge von Assam, die Nilgiri, Sikkim, die Bucht von Bengalen, Siam, Kotschinchina, Ceylon, Nikobaren und Andamanen. Sie fliegt ungemein schnell, nährt sich von Insekten, vielleicht auch von kleinen Seetieren, brütet angeblich viermal im Jahr und baut ihr Nest, welches etwa dem Viertel einer Eierschale gleicht und so an Felsenwände geklebt ist, daß der Fels die Hinterwand des Nestes bildet, an steilen Felswänden oder in Höhlen im Innern des Landes und an der Küste aus dem Sekret der sehr entwickelten Speicheldrüsen. Dies erstarrt zu einer durchscheinenden, weißlichen oder bräunlichen Masse mit deutlicher wellenförmiger Querstreifung, aber ohne andre Struktur. In dieses für jede Brut neugebaute Nest, welches innen mit Pflanzenmaterialien ausgekleidet wird, legt die S. zwei, selten drei weiße Eier, welche von beiden Geschlechtern ausgebrütet werden. Die bevölkertsten Bruthöhlen finden sich an der Südküste Javas, und hier wie auch im ganzen Indischen Archipel werden die Nester mit Lebensgefahr gesammelt und als große Delikatesse (indische Vogelnester) so gut wie ausschließlich nach China exportiert. Die Gesamteinfuhr beträgt etwa 84,000 kg, entsprechend etwa 8,4 Mill. Nestern. Man genießt sie mit sehr stark gewürzter Fleischbrühe gekocht und hält sie für sehr stimulierend (die Wirkung dürfte aber lediglich auf Rechnung der Gewürze kommen). Die indischen Vogelnester sind seit etwa 300 Jahren in Europa be-^[folgende Seite]