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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Salomo III.; Salomon, Johann Peter; Salomon, König von Ungarn; Salomoninseln

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Salomo III. - Salomoninseln.

seln mit S. einzugehen. Weichlichem, luxuriösem Leben hingegeben, scheute S. den Krieg dermaßen, daß er sich seines stattlichen Heers kaum jemals bediente. Gegen das Ende seines Lebens ließ er sich durch die ausländischen Frauen seines Harems zur Begünstigung fremder Kulte verleiten. Der Abgabendruck legte den Grund zur Unzufriedenheit und zur Teilung des Reichs, die nach seinem Tod unter Rehabeam erfolgte. Die S. nachgerühmte "Weisheit", d. h. seine Gabe, viel, gut und witzig zu sprechen, war die Veranlassung, daß er in der hebräischen Litteraturgeschichte als Schöpfer der lehrhaften Dichtung erscheint. In der Sammlung der Sprüche Salomos (s. d.) mag ein Grundstamm von Sentenzen ihm als Urheber angehören. Die Bücher: "Hoheslied" (s. d.) und "Prediger S." (s. d.), skeptische Betrachtungen aus der persischen oder makedonischen Zeit, rühren jedoch nicht von ihm her. In der spätern morgenländischen Litteratur gilt S. als Beherrscher der Geister und als Urbild der Weisheit. Der Siegelring Salomos ist der Talisman der Weisheit und der Zauberei; der Salomonische Tempel hat in der Freimaurerei symbolische Bedeutung.

Salomo III., Bischof von Konstanz, ein Graf von Ramschway, Schüler Notkers des Stammlers, ward 890 Bischof von Konstanz und Abt von St. Gallen und spielte neben seinem Gönner und Freund Hatto von Mainz in der Geschichte des ostfränkischen Reichs durch Klugheit und Ehrgeiz eine bedeutende Rolle; namentlich auf König Konrad I. hatte er großen Einfluß und bewog ihn, die schwäbischen Kammerboten Berthold und Erchanger, mit denen er in Fehde lag, und die ihn gefangen genommen, weil sie zugleich die herzogliche Würde sich angemaßt und den Gehorsam verweigert hatten, 917 hinrichten zu lassen. S. starb im Januar 919. Im J. 890 hatte er ein wichtiges Formelbuch (Mustersammlung von Urkundenformeln und Briefen) gesammelt (hrsg. von Dümmler, Leipz. 1857); auch besitzen wir von ihm zwei schöne poetische Episteln an den Bischof Dado von Verdun über den Tod seines Bruders und das Unglück des Vaterlands (abgedruckt in Dümmlers "Sankt-Gallischen Denkmalen aus der karolingischen Zeit", Zürich 1859).

Salomon, König von Ungarn, Sohn Andreas' I., wurde nach dessen Tod 1061 von seinem Oheim Bela vom Thron verdrängt, floh nach Deutschland, wo er sich mit Heinrichs IV. Schwester verlobte und dessen Schutz anrief, wurde darauf durch ein deutsches Heer nach Ungarn zurückgeführt und nach Belas Tod in Stuhlweißenburg gekrönt, aber 1074 von Belas Söhnen Geisa und Wladislaw, auf deren Kriegsruhm er eifersüchtig war, und die er verräterisch in seine Gewalt hatte bringen wollen, geschlagen und auf Preßburg beschränkt. Als er 1087 einen neuen Versuch machte, die Herrschaft wiederzugewinnen, wurde er abermals geschlagen und starb nach der gewöhnlichen Tradition auf einer Insel bei Pola.

Salomon, Johann Peter, Violinspieler, geb. 1745 zu Bonn, war eine Zeitlang (bis 1780) Konzertmeister an der Kapelle des Prinzen Heinrich von Preußen zu Rheinsberg, ging dann nach London, wo er sich unter anderm durch Begründung und Leitung der philharmonischen Konzerte um die Musik verdient machte. Als solcher hat er sich noch das besondere Verdienst erworben, Joseph Haydn, den er auf einer Reise nach Wien 1790 für seine Konzerte engagierte, beim englischen Publikum eingeführt zu haben. Er starb 25. Nov. 1815 in London.

Salomoninseln, Inselgruppe im Stillen Ozean, zu Melanesien gehörig, erstreckt sich von 5-11° südl. Br. in der Richtung von NW. nach SO., ziemlich parallel mit der Louisiadengruppe, und besteht aus größern Inseln mit den sie umgebenden Nebeninseln, einer südlichen Seitengruppe und einem nördlichen Außenkranz, mit einem Areal von 43,900 qkm (797,1 QM.). Der Archipel zieht sich vom Südende Neuirlands in zwei parallelen Reihen nach OSO. In der nördlichen Reihe sind die größten Inseln, von W. nach O. gerechnet: Bougainville (mit Bouka), 10,000 qkm (181 QM.), mit dem 3067 m hohen Berg Balbi; Choiseul, 5850 qkm (106 QM.); Bella Lavella, 620 qkm (11 QM.); durch die Manningstraße von ihr getrennt Isabel, 5840 qkm (106 QM.), von einer hohen Bergkette durchzogen, in welcher der Marescotberg 1189 m erreicht, ferner Florida (Anudha), 440 qkm (8 QM.), und die Insel Malayta (Carteret) mit Maramasiki, 6200 qkm (113 QM.), darauf der 1304 m hohe Kolowratberg. Die südliche Reihe beginnt Isabel gegenüber mit Neugeorgia oder Rubiana, 2000 qkm (37 QM.), und mehreren größern Nebeninseln: Rendova (Hammond), Ronongo, Courambangara, dann Pahuvu (Russell), 400 qkm (7 QM.), das gebirgige Guadalcanar (Gela), mit dem 2440 m hohen Vulkan Lammas und 6500 qkm (118 QM.) groß, die bis 1250 m hohe Insel Arossi oder San Cristoval, 3050 qkm (55 QM.) groß. Daran schließt sich die südliche Seitengruppe mit der 770 qkm großen Rennelinsel, im NO. die Neuen Carteretinseln, die Ongtong-Java- oder Lord Howe-Inseln u. a. Die S. sind gebirgig, haben mehrere thätige Vulkane, zerrissene, klippige Küsten, aber einige geräumige und sichere Häfen. Der Boden ist fruchtbar, gut bewässert und mit dichtem Urwald bedeckt. Die Hitze wird durch die Seewinde gemäßigt; die Temperatur hält sich gewöhnlich zwischen 24 und 30° C. Hauptprodukte sind: Palmen, Brotfrucht, Zuckerrohr, Harze, Gewürze, wilde Schweine, Hunde, Vampire, zahlreiches Geflügel, Schaltiere und etwas Gold (in den Flüssen). Die Bewohner (s. Tafel "Ozeanische Völker", Fig. 7), deren Zahl man auf nur 167,000 berechnet, gehören den Melanesiern an; sie tättowieren sich, sind im allgemeinen denen der westlicher gelegenen Inseln an Bildung überlegen, wohnen in Dörfern aus Hütten, treiben Ackerbau, stehen unter unumschränkten einheimischen Herrschern, sind aber dem Kannibalismus ergeben und bekriegen sich fortwährend untereinander. Die Versuche katholischer Missionäre, auf den nordwestlichen Inseln das Christentum zu verbreiten, haben keinen Erfolg gehabt; wirksamer war seit 1861 die melanesische Mission des englischen Bischofs Patteson. Die Feindseligkeit der Eingebornen machte diese Inseln lange Zeit ganz unzugänglich; in neuerer Zeit haben Kaufleute aus Sydney ganz vor kurzem auch Händler vom Bismarck-Archipel aus Handelsverbindungen angeknüpft und holen Lebensmittel und Schildpatt, von Simbu auch Schwefel. Der ganze Archipel wurde 1567 von dem spanischen Seefahrer Mendana zuerst entdeckt und S. benannt. Aber erst nach zwei Jahrhunderten fanden Franzosen einzelne dieser Inseln wieder: 1767 Carteret, 1768 Bougainville und 1769 Surville; mehr entdeckte 1788 der Engländer Shortland, welcher der ganzen Inselgruppe den Namen Neugeorgia gab, während ihr schon vorher Surville den Namen der Arsaciden gegeben hatte. Erst später gab man dem Archipel den Namen S. zurück. Durch ein 17. Mai 1885 zwischen Deutschland und England geschlossenes Abkommen ist der Archipel zwischen beiden Mächten so geteilt, daß in den Bereich der deutschen Machtsphäre die Inseln Bougainville, Choiseul, Isabel, St. George,