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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Salmiak, eisenhaltiger; Salmiakgeist; Salmini; Salmis; Salmling; Salmo; Salmo (ital.); Salmünster; Salname; Salniza; Salò; Salol; Salomo

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Salmiak, eisenhaltiger - Salomo.

welche sich erst unter 350° wieder miteinander vereinigen. Mit vielen Metallchloriden bildet S. Doppelchloride. Eisen bildet mit S. Eisenchlorür, Ammoniak und Wasserstoff, und nicht selten enthält ganz farbloser S. Eisenchlorür. Man benutzt S. zur Darstellung von Ammoniak, zum Verzinnen und Verzinken von Eisen, Kupfer und Messing, zum Löten (wobei er als Lösungsmittel für die Oxyde und reduzierend wirkt und dadurch eine reine metallische Oberfläche erzeugt, auf welcher das Lot haftet), in der Kattundruckerei, Farben- und Schnupftabaksfabrikation, bei der Platingewinnung, zur Darstellung von Eisenkitt und Kältemischungen. Bei der Sodafabrikation nach dem Ammoniakverfahren entsteht S. als Nebenprodukt, wird aber immer wieder sofort zur Gewinnung des Ammoniaks zersetzt. In der Medizin benutzt man S. gegen Magen- und Bronchialkatarrh. S. war schon Geber bekannt, welcher ihn aus gefaultem (und daher ammoniakhaltigem) Urin und Kochsalz darstellte. Später aber scheint das Salz aus Asien nach Europa gekommen zu sein und stammte vielleicht aus dortigen Vulkanen, da es zuerst armenisches Salz genannt wurde. Aus Ägypten wurde künstlicher S. eingeführt, welchen man dort aus dem Ruß von verbranntem Kamelmist gewann. Der ursprüngliche Name des Salzes, Sal armeniacum oder armoniacum, wurde später in Sal ammoniacum umgeändert, ein Ausdruck, der ursprünglich zur Bezeichnung des Steinsalzes benutzt worden war, welches in der Nähe des Tempels des Jupiter Ammon in der Libyschen Wüste vorkommt. Geoffroy zeigte 1720, daß S. aus Salzsäure und flüchtigem Alkali besteht; 1750-56 wurden große Salmiakfabriken in Schottland und 1759 von den Gebr. Gravenhorst die erste in Deutschland bei Braunschweig angelegt.

Salmiak, eisenhaltiger, s. Eisenchlorid.

Salmiakgeist (Salmiak), s. Ammoniak.

Salmini, Vittorio, ital. Dichter, geb. 1832 zu Venedig, wandte sich der dramatischen Laufbahn zu und schrieb zunächst im Verein mit Fambri eine Anzahl von Stücken, von welchen jedoch nur "Il galantuomo", "La rihabilitazione" und "I letterati" einen allgemeinen Bühnenerfolg hatten. Beim Aufstand 1859 geriet sowohl er selbst als sein Mitarbeiter Fambri in österreichische Gefangenschaft. Aus der Festung Josephstadt nach dem Frieden von Villafranca ins Vaterland zurückgekehrt, versuchte S. sein Glück mit einem populär gehaltenen Schauspiel: "Santo e patrizio", und errang damit einen nachhaltigen Erfolg auf der Bühne. Von den Dramen, die er weiterhin lieferte, und die wieder, der ursprünglichen Richtung des Dichters entsprechend, in höherm Stil gehalten waren, sind hervorzuheben: "Lorenzino de' Medici", "Maometto II" und "Madama Roland", welch letzteres Werk die französische Revolution behandelt und bei der Aufführung durch italienische Künstler in Paris außerordentlichen Beifall fand. Außerdem veröffentlichte S. eine die Zeit charakterisierende Dichtung: "I figli del secolo", das moderne Idyll "Nini" und eine lyrische Sammlung: "Polychordon" (Bologna 1878). Er starb 22. Juni 1881 in Venedig.

Salmis, Seehafen von Haparanda (s. d.).

Salmling, s. Lachs.

Salmo, Lachs; Salmoniden (Salmonoidei), Familie der Lachse, s. d.

Salmo (ital.), s. v. w. Psalm.

Salmünster (Saalmünster), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern, am Einfluß der Salza in die Kinzig und an der Linie Frankfurt a. M.-Bebra-Göttingen der Preußischen Staatsbahn, 165 m ü. M., hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, mechanische Weberei und (1885) 1219 meist kath. Einwohner.

Salname, s. Ruznameh.

Salniza (Ssalniza), Stadt im russ. Gouvernement Podolien, mit (1885) 2451 Einw.

Salò, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Brescia, in schöner Lage an einer tiefen Bucht des Gardasees, hat ein Gymnasium, Konvikt, Athenäum mit Bibliothek, ein Theater, Fabrikation von Olivenöl und berühmtem Leinenzwirn, Handel mit Südfrüchten und (1881) 3204 Einw. Hier 3. Aug. 1796 Sieg der Franzosen über die Österreicher unter Quosdanowich. Am Eingang der Bucht liegt die Insel Lecchi, mit einem vom heil. Franziskus 1220 an Stelle eines Jupitertempels erbauten Kloster (daher auch Isola dei frati genannt) und herrlichen Gärten.

Salol (Salicylsäurephenyläther) C_{13}H_{10}O_{3} entsteht beim Erwärmen von Salicylsäure mit Phenol und Phosphoroxychlorid auf 120-130° und bildet ein farb- und fast geschmackloses kristallinisches Pulver, welches schwach nach Wintergrünöl riecht, kaum in Wasser, leicht in Alkohol und Äther löslich ist, bei 42° schmilzt und weit unter diese Temperatur abgekühlt werden kann, ohne zu erstarren. Im Organismus und zwar im Zwölffingerdarm zerfällt S. unter dem Einfluß des Pankreasferments in Salicylsäure und Phenol und erzeugt daher auch den bräunlichen, selbst schwärzlichen Karbolharn, ohne indes eine Karbolsäurevergiftung herbeizuführen. Man benutzt es in der Medizin statt der Salicylsäure, um deren unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden, namentlich bei Gelenkrheumatismus, Neuralgien, Blasenleiden, in schwach alkoholischer Lösung zu Mundwassern, auch als Verbandstoff etc.

Salomo ("der Friedliche"), König von Israel, Sohn Davids von der Bathseba und dessen Nachfolger auf dem Thron, regierte von 993 bis 953 v. Chr. Seine 40jährige Regierung ist durch Beförderung des Handels, der Künste und Gewerbe ausgezeichnet; doch ist nicht zu verkennen, daß alles dieses weniger die Wohlfahrt des Volkes als den Glanz und die Pracht seines Hofs bezweckte. Auch vollzog sich unter S. die Umwandlung des alten patriarchalischen Königtums in eine orientalische Despotie. Um seinem Haus auch nach außen hin förderliche Verbindungen zu sichern, vermählte er sich mit einer ägyptischen Prinzessin. Sein denkwürdigstes volkstümliches Werk aber war der Tempelbau auf dem Berg Moria, den er im vierten Jahr seiner Regierung begann und binnen sieben Jahren vollendete (s. Tempel). Diesem Tempelbau schloß sich die Errichtung noch andrer großartiger Bauten, namentlich eines herrlichen Palastes auf Zion, an. Auch legte er große Magazine an, befestigte Jerusalem und andre Städte, machte aber auch die Überreste kanaanitischer Stämme zinspflichtig und stand durch regelmäßig erhobene Steuern wie durch die Tribute und Ehrengeschenke, welche Verbündete und Nachbarfürsten ihm darbrachten, im Genuß reicher Einkünfte. Seine enge Verbindung mit dem König Hiram von Tyros kam dem Handel der Hebräer sehr zu statten, und die gemeinschaftliche Fahrt nach Ophir brachte S. große Geldsummen; dennoch mußte er für das zu seinen Bauten gelieferte Material Hiram noch 20 israelitische Dörfer abtreten. Seine Weisheit bekundete er besonders in Sittensprüchen und Rätseln: er soll eine Königin von Saba in Arabien zu einem Besuch in Jerusalem veranlaßt haben, um einen Wettstreit in der Lösung von Rät-^[folgende Seite]