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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Saluzzo; Salva approbatione; Salva conscientia; Salvador

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Saluzzo - Salvador.

warenfabrikation, Getreide-, Vieh- und Weinhandel betreiben. An Bildungsanstalten besitzt es ein Lyceum, ein Gymnasium, ein Seminar und eine technische Schule. S. ist Sitz eines Bischofs und eines Unterpräfekten. Nordwestlich liegt die Abtei Staffarda, 1131 von Manfred I., Markgrafen von S., gegründet, mit gotischer Kirche. Die Stadt ist Geburtsort des Typographen Bodoni und des Dichters Silvio Pellico, dem hier 1863 ein Standbild errichtet ward. - Die Stadt hieß im Altertum Augusta Vagiennorum und im frühern Mittelalter Saluciae. Zu Anfang des 12. Jahrh. herrschte hier Manfred, Sohn des Markgrafen Bonifacio del Vasto, dessen Stamm im 16. Jahrh. erlosch, worauf Frankreich gegen Savoyen, dem S. lehnspflichtig war, seine auf Verschwägerung mit dem Markgrafen beruhenden Erbansprüche mit den Waffen geltend machte. Doch gab Heinrich IV. 1601 im Vertrag zu Lyon das Marquisat dem Herzog Karl Emanuel I. von Savoyen gegen Abtretung von Bresse, Buzey etc. zurück.

Saluzzo, Diodata, Gräfin von Revel, ital. Dichterin, geb. 31. Juli 1774, gest. 24. Jan. 1840, hat sich durch ihre "Poesie" (Tur. 1816-17, 4 Bde.), "Ippazzia" (2. Aufl., das. 1830, 2 Bde.) und "Poesie postume" den Ruhm einer der namhaftesten neuern italienischen Dichterinnen erworben. Eine Auswahl ihrer Gedichte erschien zu Saluzzo 1874.

Salva approbatione (lat.), unter Vorbehalt der Genehmigung.

Salva conscientia (lat.), mit Bewahrung seines Gewissens, d. h. mit gutem Gewissen.

Salvador, die kleinste, aber am dichtesten bevölkerte und am meisten kultivierte der fünf Republiken Zentralamerikas, zwischen 13° 7'-14° 24' nördl. Br. und 87° 37'-90° 4' westl. L. v. Gr, grenzt gegen Süden an das Stille Meer, gegen SO. an den Fonsecagolf, gegen O. und N. an Honduras, gegen W. an Guatemala und hat einen Flächeninhalt von 18,720 qkm (339,9 QM.). Der Boden des Landes bildet, einen schmalen Streifen flachen Alluviallandes abgerechnet, welcher sich längs der Küste hinzieht, ein mäßig hohes, von Flußthälern durchschnittenes Plateau, auf welchem eine Reihe von Vulkanen (zwölf an der Zahl) mit Höhen von 1500-2100 m sich erhebt. Die bedeutendsten derselben sind die Vulkane von Conchagua, San Miguel, Chinameca, Apaneca, Tecapa, San Vicente, San Salvador u. Santa Ana. Unter den Flüssen, die sämtlich dem Stillen Ozean zufließen, ist der über 220 km lange Lempa der ansehnlichste; er nimmt fast alle Gewässer im Binnenland auf und bricht zwischen den Vulkanen von Tecapa und San Vicente durch das Plateau. Außer ihm sind noch zu nennen: der Rio San Miguel, Goascoran und Rio Paz, letztere beiden als Grenzflüsse im O. und W. Unter zahlreichen Seen sind der Guiza, Ilopango, Camalotal, Chalchuapa, Zapotitan und Cuscatlan die bedeutendsten. Das Klima ist das der Tropen und bietet, da das Land sich nur an einzelnen Stellen über die Region der Terra caliente erhebt, weniger Wechsel als in den übrigen Staaten Zentralamerikas dar; doch ist es im Innern größtenteils ziemlich gesund und selbst an der Küste weniger ungesund als an der atlantischen Seite Zentralamerikas. Erdbeben sind nichts Seltenes; die Hauptstadt ist seit ihrer Gründung bis 1854 fünfmal durch Erdbeben zerstört worden. Der Boden ist durchgängig sehr fruchtbar und wegen der reichlichen Bewässerung für die Kultur sehr geeignet. In der Umgebung der Stadt San S. wird der Mais im Jahr viermal geerntet. Doch zeigen die Urwälder eine weniger üppige Vegetation als die an der atlantischen Seite. Die Tierwelt weist wenig Arten auf; Jaguare und Pumas kommen sehr selten vor. Auch die mineralischen Produkte sind von geringem Belang. Von Silberminen sind nur die von Tabanco im Departement San Miguel von einiger Bedeutung; außerdem finden sich etwas Gold und Blei- und Eisenerze. Kohlen kommen im Thal des Rio Lempa in ausgedehnten Lagern vor. Die Bevölkerung belief sich 1886 auf 651,130 Einw. und zwar 318,329 männlichen und 332,801 weiblichen Geschlechts. Es kommen mithin 35 Bewohner auf 1 qkm. Die große Mehrzahl bilden Indianer und Mischlinge; reine Weiße zählt man kaum 20,000. Die Indianer zeigen noch vorherrschenden Indianertypus, sind aber trotzdem die am meisten hispanisierten in ganz Zentralamerika und haben die spanische Sprache und das Christentum angenommen. Nur in dem Distrikt Costa del Balsamo (Balsamküste) im Departement S. haben sie ihre Ursprache und ihre alten Gewohnheiten noch vielfach bewahrt. Die letztern gehören einer schon von den Spaniern vorgefundenen Nation aztekischer Abkunft, den Pipil, an, welche den ganzen westlichen Teil des Landes südlich vom Rio Lempa, das sogen. Reich Cuscatlan, bewohnten. Geistige Kultur und Erziehungswesen stehen noch auf sehr niedriger Stufe; eine Universität besteht in der Hauptstadt. Die Einkünfte des Klerus bestehen aus einer religiösen Gabe (ofrenda religiosa); Kirchengüter sind eingezogen und Klöster aufgehoben worden. Die 569 Schulen wurden 1887 von 21,101 Kindern besucht, und es besteht eine National-Universität. Ackerbau bildet die Hauptbeschäftigung. Die Kultur des Indigos, die von alters her hier einheimisch war, war früher bedeutender und wird jetzt von derjenigen des Kaffees übertroffen. Außerdem gewinnt man Tabak, Zucker, Mais, Reis, Bohnen. Die Viehzucht deckt nicht den innern Bedarf, und es werden deshalb Pferde und Rindvieh von Honduras eingeführt. Auch Balsam kommt zur Ausfuhr, desgleichen Kautschuk, Vanille, Rhabarber und Schmuckhölzer. Der Bergbau ist noch von keiner großen Bedeutung, doch wurden 1882 für 2,800,000 Mk. Silber gewonnen, und auch Steinkohlen und Eisenerze werden im Distrikt Metopam, im Thal des Rio Lempa, für inländischen Bedarf gefördert. Fabriken und bedeutende Manufakturen sind noch gar nicht vorhanden. Der Handel ist von einigem Belang. Im J. 1887 schätzte man die Einfuhr auf 3,275,025 (1877: 4,622,084) Doll., die Ausfuhr auf 5,230,195 (1877: 7,921,864) Doll. Die Ausfuhr besteht im wesentlichen aus Kaffee, Indigo, Silber, Zucker, Balsam, Tabak und Häuten. Bei der Einfuhr (1887) beteiligten sich England mit 35 Proz., die Vereinigten Staaten mit 25 Proz., Frankreich mit 13 Proz., Deutschland mit 11 Proz., während von der Ausfuhr bez. 19, 33, 13, und 10 Proz. auf die genannten Länder kamen. Die einzige Eisenbahn des Landes verbindet die Hafenstadt Acajutla mit Armenia (46 km) und wird bis Santa Ana (s. d.) verlängert werden. Die Telegraphen hatten 1887 eine Länge von 1944 km. Münze ist der Peso (Dollar) zu 100 Centavos; das metrische System ist seit 1885 gesetzlich eingeführt. Die Verfassung stammt aus dem Jahr 1864 und wurde zuletzt 1886 abgeändert. Die gesetzgebende Gewalt wird ausgeübt von einem Senat und einem Abgeordnetenhaus, dessen Mitglieder jährlich von sämtlichen Bürgern gewählt werden. Auf je 15,000 Einw. kommt ein Abgeordneter. Der Präsident wird gleichfalls vom Volk, aber auf vier Jahre, gewählt und ernennt seine vier Minister. Staatsreligion ist die römisch-^[BINDESTRICH!]