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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saltillo - Saluzzo.

Saltillo (spr. ssaltilljo, auch Leona Vicario), Hauptstadt des mexikan. Staats Coahuila, an der Eisenbahn von Laredo (Texas) nach Mexiko, in viehreicher Gegend, ist gut gebaut, hat 2 große Kirchen, mehrere Klöster, eine höhere Schule (Athenaeum Fuente), eine Kaserne (im ehemaligen Jesuitenkloster), ein kleines Fort aus der Kaiserzeit, ein Amphitheater für Stiergefechte, 6 Baumwollfabriken, Pulquebrennereien und (1886) 23,000 Einw.

Saltimbanque (franz., spr. ssaltängbángk), Possenreißer, Hanswurst.

Salt Lake (spr. ssáhlt lehk), s. Salzsee.

Salt Lake City (spr. ssáhlt lehk ssitti), Hauptstadt des nordamerikan. Territoriums Utah, am Jordanfluß, 1299 m ü. M. gelegen, wurde 1845 vom Mormonenpatriarchen Brigham Young gegründet und ist der Hauptsitz aller kirchlichen Behörden und Einrichtungen der Sekte. Die Stadt hat breite, sich rechtwinkelig durchschneidende Straßen, niedrige, aus in der Sonne getrockneten Ziegeln erbaute und von Obstgärten umgebene Häuser und (1880) 20,768 Einw. Sie wird in 20 Wards (Viertel) eingeteilt, deren jeder seinen Bischof und Versammlungshaus hat. Im sogen. Temple Block steht das zum Gottesdienst, zu Vorlesungen etc. dienende und an 10,000 Personen fassende Tabernakel, mit auf 42 3 m hohen Sandsteinsäulen ruhendem, einer umgekehrten Schüssel ähnlichem Dach, 75 m lang, 46 m breit und 19 m hoch; ferner das sogen. Endowment House (in welchem die Zehnten aller Erzeugnisse für den Gebrauch der Kirche niedergelegt werden) und der noch unvollendete "Tempel". Auch haben die Mormonen eine Universität (Deseret University) gegründet. Unter den andern Gebäuden sind eine Kirche, das Stadthaus, 2 Theater, eine Irrenanstalt und ein Gefängnis hervorzuheben. Es bestehen Jalousienfabriken, Papier- und Hobelmühlen und Ziegeleien. Die Umgebung, in der sich auch Bergwerke befinden, liefert bei Berieselung ergiebige Ernten.

Salto (ital.), Sprung; S. mortale, ein lebensgefährlicher Kunst- und Hauptsprung der Seiltänzer; bildlich s. v. w. zu großes Wagstück.

Salto, Departement des südamerikan. Staats Uruguay, am Uruguay und an der Grenze von Brasilien, ist ein malerisches Hügelland, 12,602 qkm (210,7 QM.) groß mit (1886) 18,902 Einw., deren Hauptbeschäftigung die Viehzucht ist. Die gleichnamige Hauptstadt (Salto oriental) liegt auf drei Hügeln am Uruguay, 22 km unterhalb des Salto grande, hat einen Molo aus Granit, Schiffswerfte mit Eisengießerei und 12,000 Einw. In den benachbarten Cerros Catalanes findet man Achate.

Salt River (spr. ssáhlt riwwer, Salzfluß), Fluß im nordamerikan. Staat Kentucky, mündet 39 km unterhalb Louisville in den Ohio. Von ihm sagt der Volkswitz, daß sich enttäuschte Politiker und Gründer an seine Ufer zurückziehen, um dort Thränen zu vergießen.

Saltykow, Michael Jewgrafowitsch, unter dem Pseudonym N. Schtschedrin bekannter russ. Satiriker, geb. 15. Jan. (a. St.) 1826 in einem Dorf des Kreises Kaljasin (Gouvernement Twer) als Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers, besuchte 1838-44 das Lyceum in Zarskoje Selo und ließ bereits damals Gedichte im Druck erscheinen. Nachdem er 1844 zu Petersburg in den Staatsdienst getreten, ward er infolge einiger satirischer Erzählungen, die er 1844-1848 herausgegeben, plötzlich nach Wjatka verwiesen, wo er bei der Gouvernementsverwaltung beschäftigt wurde und so lange blieb, bis ihm die Thronbesteigung Alexanders II. 1858 Begnadigung brachte. Nach wenigen Jahren verließ S. mit dem Rang eines Wirklichen Staatsrats den Staatsdienst und widmete sich seitdem ganz der politischen Satire, zuerst im "Zeitgenossen", dann in den von ihm mitredigierten "Vaterländischen Blättern", bis dieselben 1884 aufgehoben wurden. Sein erstes Werk, das seinen Namen in ganz Rußland populär machte, waren die "Skizzen aus der Provinz" (1856). Dann folgte eine lange Reihe von Skizzen, unter denen die "Satiren in Prosa" und "Unschuldige Geschichten" (1863), "Die Zeichen der Zeit" und "Briefe aus der Provinz" (1869), "Tagebuch eines Kleinstädters in St. Petersburg", "Die Herren Taschkenter", "Männliche und weibliche Pompadours", "Gutgesinnte Reden" (1876), "Die Zuflucht Monrepos", "Jenseit der Grenzlinie", "Briefe an meine Tante", "Eine zeitgenössische Idylle", "Erzählungen aus Poschehonien (das russische Abdera)" und "Bunte Briefe" als die bedeutendsten hervorzuheben sind. Rein novellistischer Art ist die Erzählung "Die Golowljews". Wie jede echte Satire, so ist auch Saltykows Satire gewissermaßen mit dem Blut seines Herzens geschrieben; er will seinem Vaterland durch Offenbarung des Bösen, der Lüge und des Lasters dienen. Schlagender Witz und originelle Erfindung halten bei ihm stets gleichen Schritt. Da übrigens die russischen Preßverhältnisse eine offene Sprache nicht gestatten, so sieht sich der Dichter oft genötigt, eine allegorische Sprache zu reden, die seinen Lesern jedoch nicht weniger verständlich ist. Es ist mehrmals der Versuch gemacht, Saltykows Satiren ins Deutsche zu übersetzen; doch bieten sie dem Übersetzer fast unüberwindliche Schwierigkeiten.

Salubrität (lat.), gesunde Beschaffenheit, Heilsamkeit, besonders der Luft.

Salung, siames. Münze und Gewicht, s. Tikal.

Saluria, Dorf im nordamerikan. Staate Texas, an der Nordspitze der Matagordainsel, Mittelpunkt eines Zollbezirks, zu dem auch Indianola (s. d.) gehört.

Salus (lat.), Heil, Rettung, bei den alten Römern, Personifikation der Wohlfahrt, die man auch um Genesung anzuflehen pflegte. Sie wird identifiziert mit der Hygieia und mit Äskulap zusammengestellt. Ihr Bild sieht man auf Münzen des Tiberius, Nero u. a.: ein jugendlich frisches Mädchen, einfach gekleidet, mit einer Schlange, die sie aus der Schale tränkt. Auch gab es eine S. publica oder S. publica populi Romani, die Göttin der Staatswohlfahrt.

Salus publica suprema lex esto (lat.), die Staatswohlfahrt muß das höchste Gesetz sein.

Salut (lat.), Ehrengruß; Salutschießen, s. Ehrenbezeigungen.

Salutatorium (lat.), in den Klöstern das Sprechzimmer; an den Kirchen die Kapelle, wo der Bischof vor dem Gottesdienst empfangen wird.

Salutieren (lat.), grüßen, besonders militärisch (s. Ehrenbezeigungen).

Saluzzo (franz. Saluces), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Cuneo, zwischen dem Po und der Varaita am Abhang eines Hügels malerisch gelegen, durch Zweigbahnen mit den Eisenbahnen Turin-Cuneo und Turin-Torre Pellice verbunden, besteht aus der mit Mauern umgebenen Oberstadt und der Unterstadt, hat ein altes, jetzt als Strafanstalt benutztes Schloß (ehemals Residenz der Markgrafen von S.), eine schöne, 1480 im Bau begonnene Kathedrale (mit den Grabmälern der alten Markgrafen), die Kirchen San Bernardino und San Giovanni, ein altes und ein neues Stadthaus, ein Theater, zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten und (1881) 9716 Einw., welche Gerberei, Seidenspinnerei, Weberei, Hut- und Eisen-^[folgende Seite]