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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sandau - Sandelholz.

erst zu Ende des vorigen Jahrhunderts festgestellt. Deutscher S. heißt das Wacholderharz.

Sandau, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Magdeburg, Kreis Jerichow II, an der Elbe, mit evang. Kirche, Amtsgericht und (1885) 2004 Einw.

Sanday (Sanda, spr. ssände), Insel aus der Gruppe der Orkneys an der Nordküste von Schottland, 30 qkm groß, ziemlich flach, hat zwei gute Häfen (einer mit Leuchtturm) und (1881) 2082 Einw.

Sandb., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für F. Sandberger (s. d.).

Sandbach (spr. ssandbatsch), Stadt in Cheshire (England), 8 km von Crewe, hat Seidenspinnerei und (1881) 5493 Einw. Dabei Salz- und Eisenwerke.

Sandbad, s. Bad, S. 221 und S. 225, auch Destillation, S. 719.

Sandbank, eine die Schiffahrt hemmende Anhäufung von Sand im Wasser, sofern dieselbe eine solche Höhe besitzt, daß Schiffe dergleichen Stellen entweder gar nicht oder doch nur mit Gefahr passieren können. Sandbänke finden sich vorzüglich vor niedrigen Küsten, an den Mündungen von Strömen etc. Eine der größten Sandbänke befindet sich bei Neufundland. Auch heißt S. ein Sandlager in der Erde.

Sandbanken, s. v. w. Dachauer Banken (s. d.).

Sandbeere, s. Arbutus.

Sandberg, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, Kreis Gostyn, hat (1885) 810 Einw.

Sandberger, Fridolin, Geolog und Mineralog, geb. 22. Nov. 1826 zu Dillenburg in Nassau, studierte zu Bonn, Gießen, Heidelberg und Marburg, übernahm 1849 die Leitung des naturhistorischen Landesmuseums zu Wiesbaden, wurde 1855 Professor der Mineralogie und Geologie am Polytechnikum zu Karlsruhe und siedelte 1863 in gleicher Eigenschaft an die Universität Würzburg über. Seine zahlreichen Arbeiten beziehen sich auf alle Gebiete der Mineralogie, Geologie und Paläontologie. Er schrieb: "Übersicht der geologischen Verhältnisse des Herzogtums Nassau" (Wiesbad. 1847); "Beschreibung und Abbildung der Versteinerungen des rheinischen Schichtensystems" (das. 1848-52, mit seinem Bruder Guido, geb. 1820); "Die Konchylien des Mainzer Tertiärbeckens" (das. 1858-64); "Die Land- und Süßwasserkonchylien der Vorwelt" (das. 1870-76); "Untersuchungen über Erzgänge" (das. 1881 u. 1885, 2 Hefte). Für die geologische Kartierung des Großherzogtums nahm er die Sektionen Badenweiler, Baden, Rastatt und Oppenau (Renchbäder) der Karte auf.

Sandblasapparat, s. v. w. Sandgebläse.

Sandbüchse des heiligen römischen Reichs, scherzhafte Bezeichnung der Mark Brandenburg wegen ihres vorherrschenden Sandbodens.

Sandbüchsenbaum, s. Hura.

Sandbutt, s. v. w. Flunder, s. Schollen.

Sanddorn, Pflanzengattung, s. Hippophaë.

Sandeau (spr. ssangdoh), Jules, franz. Belletrist, geb. 19. Febr. 1811 zu Aubusson, studierte in Paris Jurisprudenz, wurde aber durch die Bekanntschaft mit Madame Dudevant (s. Sand 2) der Schriftstellerei zugeführt und debütierte mit ihr gemeinsam mit dem Roman "Rose et Blanche" (1831, 5 Bde.). In seinen zahlreichen übrigen Romanen schlägt er einen viel mildern, zahmern und stellenweise sogar katholisch-gläubigen Ton an; doch zeichnen sie sich stets durch vornehmen Stil und feinen Sinn für das Landschaftliche aus. Die gelesensten sind: "Madame de Sommerville" (1834); "Marianna" (1839); "Le docteur Herbeau" (1841); "Fernand" (1844); "Cathegrine" ^[richtig: "Catherine"] (1845); "Valcreuse" (1846); "Mlle. de la Seilière" ^[richtig: "Mlle. de la Seiglière"] (1848); "Madeleine" (1848); "Un héritage" (1850); "Sacs et parchemins" (1851); "La maison de Penarvan" (1858); "Un début dans la magistrature" (1862); "La roche aux mouettes" (1871); "J. ^[Jean] de Thommeray" (1873) u. a. Mehrere derselben bearbeitete er auch mit Glück für die Bühne, die er überdies im Verein mit E. Augier um eins der vorzüglichsten Lustspiele der Zeit, "Le gendre de M. Poirier" (1854), bereichert hat. S. ward 1853 Konservator der Bibliothek Mazarine und 1859 Bibliothekar von St.-Cloud; er starb, seit 1858 Mitglied der Akademie, 24. April 1883 in Paris.

Sandec, 1) Neu-S. (Nowy Sacz), Stadt in Galizien, am Dunajec und an der Galizischen Transversalbahn, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und einer Finanzbezirksdirektion, hat ein altertümliches Schloß, eine gotische Pfarrkirche und eine protest. Kirche, ein Obergymnasium, ein Jesuitenkollegium und (1880) 11,185 Einw. (darunter 5057 Juden). - 2) Alt-S., Stadt in Galizien, südlich von Neu-S., an der Eisenbahn Tarnow-Eperies, am Einfluß des Poprad in den Dunajec, mit Bezirksgericht, Kloster der Klarissinnen, stark besuchten Wochen- und Jahrmärkten und (1880) 3790 Einw.

Sandefjord, Stadt und besuchter Badeort (Seebad und Schwefelquelle) im norweg. Amt Jarlsberg und Laurvik, an der Eisenbahn Drammen-Skien, mit (1876) 2307 Einw.

Sandelbosch, Insel, s. Sumba.

Sandelholz (richtiger Santelholz), zwei Hölzer von verschiedener Abstammung und Beschaffenheit. Gelbes oder weißes S., Kernholz von Santalum-Arten, besonders von Santalum album, ist sehr homogen, hart, dicht, hell gelbrötlich, von starkem, angenehmem Geruch, der besonders beim Anschneiden und Erwärmen hervortritt, und gewürzhaft erwärmendem Geschmack. Das Holz wird in Indien von kultivierten Bäumen gewonnen, und das Schlagen dieser letztern ist zum Teil Regierungsmonopol. Maissur und Madras liefern jährlich etwa 1250 Ton.; davon kommt aber so gut wie nichts nach Europa, sondern es wird fast ausschließlich in Indien und China verbraucht. Die Einfuhr nach China beziffert sich auf mehr als 5000 T. Man schnitzt daraus in China Fächer und kleine Schmucksachen und benutzt es auch in der Parfümerie. In Indien dient es namentlich als Räuchermittel beim Totenkultus. Die Götterbilder der Buddhisten werden aus S. geschnitzt, und in den Tempeln Indiens und Chinas wird sehr viel S. verbrannt. Aus Abfällen bereitet man ein hellgelbes, dickflüssiges ätherisches Öl, welches eigentümlich fein und rosenartig riecht und hauptsächlich in der Parfümerie, auch zum Verfälschen des Rosenöls benutzt wird. Auch S. aus der Südsee, vielleicht aus Australien, wird in großen Quantitäten nach Singapur und von dort nach China gebracht. Rotes S., von Pterocarpus santalinus, im südlichen Ostindien und auf den Philippinen, kommt in großen, von der Rinde und dem weißlichen Splint befreiten Blöcken in den Handel. Es ist sehr dicht, doch nicht besonders schwer, spaltet sich leicht, ist äußerlich schwärzlichrot, innen sattrot, geruch- und geschmacklos, färbt Wasser nur wenig und enthält einen in Alkohol und Äther löslichen harzartigen Farbstoff, aus welchem rote, mikroskopische Kristalle von Santalsäure gewonnen werden können. Man benutzt das rote S. in der Färberei, zu Räucherkerzchen, Zahnpulver und alkoholische Auszüge desselben zum Färben von Flüssigkeiten. Im Detailhandel findet sich das S. meist als grobes, lockeres Pulver; dunklere,