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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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San Martin de Provensals - San Pier d'Arena.

dem Guaviare und andern Zuflüssen des Orinoko bewässert. Nach kolumbianischen Ansprüchen reicht es bis zum Orinoko und ist 184,000 qkm (3342 QM.) groß, hatte aber 1870 nur 4056 zivilisierte Bewohner. Hauptprodukte sind: Kautschuk, Ipekakuanha, Sassaparille, Fieberrinde, Farb- und Bauholz, Tabak, Kaffee, Indigo. Hauptort ist Villavicencio.

San Martin de Provensals, Stadt in der span. Provinz Barcelona, an der Eisenbahn nach Granollers, mit zahlreichen Fabriken und (1878) 24,829 Einw.

Sanmicheli (spr. ssanmikeli), Michele, Architekt, geb. 1484 zu Verona, bildete sich in Rom unter Bramante und arbeitete längere Zeit im Kirchenstaat. Später trat er in den Dienst der Republik Venedig und vergrößerte und verbesserte fast alle Befestigungen derselben (auch Kandia, Nauplia etc.). In Venedig gehört ihm die Befestigung des Lido, in Verona der größte Teil der alten Fortifikation mit imposanten Thoren. In Verona erbaute er ferner die Paläste Bevilacqua und Pompei (Hauptwerk), in Venedig den großartigen Palazzo Grimani. Die Kirche Madonna di Campagna in Verona, zu welcher er die Pläne geliefert, wurde nach seinem Tod ausgeführt. Er starb 1559.

San Miguel (spr. mighel), 1) die größte und wichtigste Insel der Azoren (s. d.). -

2) Meerbusen des Stillen Ozeans, an der Küste des kolumbianischen Departements Panama. In ihn mündet der schiffbare Darien oder Tuira.

San Miguel (spr. mighel), 1) Stadt im mittelamerikan. Staat Salvador, 107 m ü. M., am Fuß des 1975 m hohen, sehr thätigen Vulkans von S., hat große Jahrmärkte und (1878) 9842 Einw. -

2) S. de Allénde, Stadt im mexikan. Staat Guanajuato, südöstlich von Guanajuato, am Rio de la Lara schön gelegen, mit höherer Schule, Weberei von Jorengos, Ponchos etc., Fabrikation von Sätteln und Waffen und (1880) 39,290 Einw.

San Miniato, 1) Kreishauptstadt in der ital. Provinz Florenz, nahe dem Arno, an der Eisenbahn nach Pisa, Bischofsitz, hat ein Lyceum, ein Gymnasium, ein Seminar, eine schöne, mit Skulpturen versehene Kathedrale, ein Theater und (1881) 2147 Einw. 1226 ward die Stadt vom Kaiser Friedrich II. zum Sitz des Reichsvikars erhoben; außerdem ist S. als Stammort der Familie Bonaparte denkwürdig. -

2) Kloster, südlich von Florenz, oberhalb des Viale dei Colli gelegen, mit schöner romanischer Kirche aus dem 12. Jahrh., welche durch die mit Marmor und Mosaik bekleidete Fassade, die Kapelle des Kardinals Jakob von Portugal mit dessen Grabmal von Ant. Rossellini und Fresken von Spinello Aretino in der Sakristei ausgezeichnet ist.

Sann, Fluß in Steiermark, Nebenfluß der Save, entspringt am nordwestlichen Abhang der Oistritza an der Grenze von Kärnten, Krain und Steiermark, fließt östlich bis Cilli, wendet sich dann gegen Süden und mündet bei Steinbrück an der Grenze von Krain in den Hauptstrom. Die Gebirgsumgebung des Flusses ist das hochromantische Gebiet der Steiner Alpen (s. d.), welches nach dem Fluß auch Sannthaler Alpen benannt wird.

Sannazaro, Jacopo, lat. und ital. Dichter, geb. 28. Juli 1458 zu Neapel aus einer spanischen Familie, vollendete seine Bildung auf der Akademie des Pontano, wo er den Namen Actius Sincerus annahm. Durch seine Dichtungen zog er die Aufmerksamkeit des Königs Ferdinand von Neapel und seiner Söhne Alfons und Friedrich auf sich und ward deren Begleiter auf ihren Reisen und Feldzügen. Als Friedrich 1496 den Thron bestieg, schenkte er dem Dichter die Villa Mergellina. S. folgte seinem Wohlthäter, als derselbe 1501 sein Reich verlassen mußte, nach Frankreich und kehrte erst nach Friedrichs Tod in sein Vaterland zurück. Er starb 1530 in Neapel. Sein Ruhm als Dichter in italienischer Sprache beruht hauptsächlich auf dem Idyll "Arcadia", das sich, aus Prosa und Versen gemischt, durch Anmut der Gedanken und Wohlklang der Sprache auszeichnet und mit Recht für die vorzüglichste bukolische Dichtung der Italiener gilt. Sie erschien zuerst Venedig 1502 und ist seitdem sehr oft gedruckt worden (zuletzt hrsg. von Scherillo, Turin 1888). Sannazaros übrige italienische Gedichte, aus Sonetten und Kanzonen bestehend, gehören wegen der Reinheit ihrer Sprache zu den von der Akademie der Crusca anerkannten Mustern. Die beste Ausgabe seiner italienischen Werke erschien Padua 1723. Größern Ruhm noch genoß er wegen seiner lateinischen Poesien, welche außer einem längern Gedicht: "De partu virginis" (lat. u. deutsch von Becher, Leipz. 1826), in Elegien, Eklogen und Epigrammen bestehen. Unter den letztern ist das auf Venedig, für welches der Senat der Republik ihm 600 Zechinen bezahlte, am berühmtesten geworden. Sein Leben beschrieb unter andern Corniani in der Ausgabe der "Arcadia" von 1806.

San Nicándro Garganico, Stadt in der ital. Provinz Foggia, Kreis San Severo, mit (1881) 8257 Einw. 5 km nordwestlich liegt der See von Lesina nahe der Küste des Adriatischen Meers.

San Nicolas de los Arroyos, Stadt der Argentinischen Republik, Provinz Buenos Ayres, 220 km nordwestlich von der Hauptstadt, am Paraná, hat eine öffentliche Bibliothek, ein Hospital, 5 Dampfmühlen, eine Schlächterei und lebhaften Handel. Ausfuhr 1883: 2,470,000 Dollar (namentlich Wolle).

Sannthaler Alpen, s. Steiner Alpen.

Sanok, Stadt in Galizien, am San und der Staatsbahnlinie Saybusch-Zagorz, hat ein altes Schloß, ein Obergymnasium, (1880) 5121 Einw., eine Maschinenfabrik und ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und einer Finanzbezirksdirektion.

San Pedro, Departementshauptstadt im südamerikan. Staat Paraguay, nahe der Vereinigung des schiffbaren Jejui mit dem Paraguay, inmitten von Waldungen, mit (1879) 9706 Einw., die sich viel mit Einsammeln von Yerba-Maté beschäftigen.

San Pedro de Atacama, kleine Stadt im Innern des chilen. Departements Antofagasta, am nördlichen Ende der salzigen Laguna de Atacama, mit etwa 3000 Einw., die sich mit dem Transport der Waren von Cobija nach dem Innern der Argentinischen Republik beschäftigen. Früher gehörte S. zu Bolivia.

San Pedro Martyr, Dorf im mittelamerikan. Staat Guatemala, am Rio Michatoyat, der in der Nähe schöne Fälle bildet und bei Istapa in den Stillen Ozean mündet.

San Pier d'Arena (Sampierdarena), Stadt in der ital. Provinz Genua, eigentlich westlicher Vorort dieser Stadt, an der Mündung des Polcevera ins Ligurische Meer und der Eisenbahn nach Alessandria und Nizza gelegen, hat eine alte Pfarrkirche mit Grabmälern der Doria, mehrere Paläste und Villen (darunter die Villa Imperiale, jetzt Scassi, aus dem 16. Jahrh.) und (1881) 19,501 Einw. S. ist eine lebhafte Industrie- und Handelsstadt und besitzt insbesondere Fabriken für Maschinen, Lokomotiven und Eisengußwaren, bedeutende Schiffswerften, Spinnereien und Webereien, Seifen-, Teigwaren- und Zündhölzchenfabriken.