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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Santalsäure - Santander.

schaft im natürlichen Pflanzensystem Brauns unter den Dikotyledonen, chlorophyllhaltige, mit Laubblättern versehene Schmarotzerpflanzen, welche auf Wurzeln oder Baumästen wachsen; die Blüten haben ein Perigon, dessen Teilen die Staubgefäße gegenüberstehen und angewachsen sind, und einen unterständigen Fruchtknoten, der eine zentrale, mehrsamige Placenta enthält oder mit der einzigen Samenknospe verschmolzen ist, welche stets ohne Integument ist. Es gehören hierzu die Familien der Santalaceen und Loranthaceen.

Santalsäure, s. Sandelholz.

Santa Lucia (Sainte-Alousie), britisch-westind. Insel, zum Gouvernement der Windwardinseln gehörig, 614 qkm (11,1 QM.) groß mit (1887) 42,301 Einw., ist gebirgig, gipfelt in den beiden Pitons (817 und 826 m) und ist gut bewaldet. Der Boden ist fast durchgehends vulkanisch; östlich von den Pitons, beim Dorf Soufrière, kommt eine Solfatara (La Souvre) vor. Angebaut werden namentlich Zucker und Kakao. Die Ausfuhr belief sich 1887 auf 117,743 Pfd. Sterl., die Einfuhr auf 115,627 Pfd. Sterl. Die Kolonie hat eine Einnahme von (1887) 39,967 Pfd. Sterl. und eine Kolonialschuld von 113,700 Pfd. Sterl. Der Administrator hat seinen Sitz in dem stark befestigten Castries, an der Westküste. S. wurde 13. Dez. 1498 von Kolumbus entdeckt, war häufig ein Zankapfel zwischen Franzosen und Engländern, bis letztere die ihrer Bevölkerung nach ganz französische Insel 1803 endgültig in Besitz nahmen.

Santa Lucia (eigentlich San Juan Bautista), Stadt im südamerikan. Staat Uruguay, Departement Canelones, 55 km nördlich von Montevideo, reizend am gleichnamigen Fluß gelegen, mit Gärten, Wasserwerken und (1884) 5000 Einw.

Santa Lucia-Bai, Küsteneinschnitt des Sululandes an der Südostküste von Afrika, in welchen von O. her der Umwalosifluß mündet, und der sich nach N. als großer, 70 km langer und 40 km breiter Strandsee tief in das Land der Amatonga hineinerstreckt. Südlich von der Mündung das Kap S. Die Bai ist in neuester Zeit bekannt geworden durch den Vertrag, welchen der Reisende Einwald 13. Nov. 1884 im Namen des Bremer Kaufmanns Lüderitz mit dem Häuptling Dinizulu abschloß, wonach letzterer die Bai mit einem 405 qkm großen anstoßenden Gebiet an Einwald abtrat. Indessen konnte dem Ansuchen, das Gebiet unter deutschen Reichsschutz zu stellen, nicht Folge gegeben werden, da noch im November 1884 die englische Regierung an der Bai die britische Flagge heißen ließ, indem sie sich auf einen 5. Okt. 1843 mit dem Zuluhäuptling Panda abgeschlossenen Vertrag stützte. Durch diesen Vertrag waren Bai und Fluß an England abgetreten worden, und obwohl letzteres seitdem nie Besitz ergriffen hatte, zog das Deutsche Reich doch seine Ansprüche zurück und verpflichtete sich außerdem 5. Mai 1885, an der Küste zwischen Natal und der Delagoabai keine Gebietserwerbungen zu machen.

Santalum L. (Sandelholzbaum), Gattung aus der Familie der Santalaceen, immergrüne, parasitische Bäume und Sträucher mit lederartigen, gegenständigen, kahlen Blättern und kleinen Blüten, meist in achsel- oder endständigen, lockern, kurzen, bisweilen fast traubigen Rispen und beerenartigen, einsamigen Steinfrüchten. Acht Arten in Ostindien, auf den Malaiischen und Polynesischen Inseln und in Neuholland. S. album L., ein 6-9 m hoher Baum in den gebirgigen Gegenden Ostindiens (Maissur, Madras), auf Timor und den Kleinen Sundainseln, mit kurzgestielten, eiförmig-elliptischen, ganzrandigen, unterseits bleichen Blättern, kleinen, anfangs gelben, dann purpurroten Blüten in Rispen und fast kugeligen, schwarzen Steinfrüchten, liefert das weiße oder gelbe Sandelholz und wird zur Gewinnung desselben kultiviert. Auch S. Freycinetianum Gaud., auf den Sandwichinseln, S. Yasi Seem., auf den Fidschiinseln, S. austro-caledonicum Vieill., in Neukaledonien, und S. spicatum Dec., in Westaustralien, liefern Sandelholz (s. d.).

Santa Margherita Ligure, Flecken in der ital. Provinz Genua, Kreis Chiavari, am Golf von Genua und an der Eisenbahn Genua-Pisa, mit Kastell, schöner Kollegiatkirche, einem Mädchenkonservatorium, Spitzen- und Seilerwarenfabrikation, Korallenfischerei, einem Hafen und (1881) 3632 Einw.

Santa Maria, Domingo, Präsident von Chile, geb. 4. Aug. 1825, ward 1847 Unterstaatssekretär im Departement der Justiz, dann Präfekt, hielt sich 1848 bis 1852 in Lima auf, ward dann Professor der Rechte in Santiago, bereiste 1858-61 Europa, übernahm 1863 das Finanzministerium, brachte 1865 das Bündnis mit Peru, Bolivia und Ecuador gegen Spanien zu stande, ward 1879 Minister des Auswärtigen und 1881 Präsident, was er bis 1886 blieb.

Santa Maria Capua vetere, Stadt in der ital. Provinz Caserta, an der Eisenbahn von Rom nach Neapel, auf den Trümmern des alten Capua erbaut, hat großartige Reste eines römischen Amphitheaters (für 60,000 Zuschauer), eines Theaters etc. (s. Capua), einen Dom (1766 modernisiert), eine schöne Marmorfontäne, ein Tribunal, ein Lycealgymnasium, eine technische Schule, bedeutenden Marktverkehr und (1881) 18,470 Einw. Unweit die altchristliche Basilika Sant' Angelo in Formis am Fuß des Monte Tisata, mit zwölf antiken Säulen und Fresken aus dem 11. Jahrh.

Santa Marta, Hauptstadt des Departements Magdalena in der südamerikan. Republik Kolumbien, am Karibischen Meer, 1525 gegründet, hat einen gut geschützten Hafen, eine Kathedrale, ein Seminar, eine höhere Schule, eine öffentliche Bibliothek und (1886) 6000 Einw. Die ehedem schöne Stadt wurde 1834 durch ein Erdbeben verwüstet. Vgl. Sierra Nevada de Santa Marta.

Santa Maura, Insel, s. Leukas.

Santandér, 1) span. Provinz in Altkastilien, grenzt im N. an den Viscayischen Meerbusen, im O. an Viscaya, im Süden an die Provinzen Burgos und Palencia, im W. an Leon und Oviedo und hat einen Flächenraum von 5460 qkm (99 QM.). Die Provinz ist ein malerisches Gebirgsland und wird vom Kantabrischen Gebirge durchzogen, welches nach N. zur Meeresküste und nach Süden zum Ebro terrassenförmig abfällt und namentlich gegen N. von zahlreichen Querthälern durchbrochen wird. Der südliche Teil gehört dem Flußgebiet des hier entspringenden Ebro, der nördliche mehreren Küstenflüssen, darunter Besaya, an. Die Bevölkerung, 1878: 235,299 (1886 auf 249,000 geschätzt), treibt neben ungenügendem Getreide-, Obst- und Weinbau ansehnliche Viehzucht (Rinder, Schafe und Schweine) und Produktion von Wolle, Butter und Käse, Bergbau auf Eisen, Zink, Kupfer und Blei, Braunkohlen und Salz, in neuerer Zeit auch lebhafte Industrie, namentlich Baumwollspinnerei und -Weberei, Papierfabrikation und Mühlenbetrieb, ferner Handel. Die Provinz ist auch reich an Waldungen und besitzt zahlreiche Mineralquellen. Von Palencia führt eine Linie der Nordbahn durch die Provinz. Dieselbe umfaßt elf Gerichtsbezirke (darunter Castro-Urdiales, Laredo, Reinosa). - ^[GEDANKENSTRICH!]