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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saprolegnia - Saragossa.

Saprolegnĭa Nees ab Es., auf faulenden Pflanzen- oder Tierkörpern im Wasser wachsende Pilzgattung aus der Familie der Saprolegniaceen (s. Pilze, S. 70), von den verwandten Gattungen durch die Bildung ihrer Schwärmsporen verschieden, die einzeln aus den Zoosporangien austreten oder in diesen ein Scheinparenchym leerer Häute (Zellnetzsporangien) zurücklassen.

Saprolegnĭaceen, Pilzfamilie aus der Ordnung der Oosporeen (s. Pilze, S. 70).

Saprophyten (griech.), Pflanzen, welche an Orten wachsen, wo in Zersetzung begriffene organische Substanzen vorkommen, indem sie Fäulnisprodukte als Nahrung aufnehmen, vorzugsweise chlorophylllose Pflanzen, soweit sie nicht Parasiten sind, vornehmlich unter den Pilzen (s. d., S. 67).

Sapucajanüsse, s. Lecythis.

Sara ("Fürstin", wodurch ihr Beruf, dem des Abraham, des "Völkervaters", entsprechend, bezeichnet werden sollte), Tochter Therachs, Halbschwester und Gattin Abrahams, dem sie noch im 90. Jahr nach göttlicher Verheißung den Isaak gebar. Sie starb 127 Jahre alt in Hebron.

Sarabánde, alter span. Tanz orientalischen Ursprungs, der um 1588 in Frankreich als Gesellschaftstanz eingeführt, im Ballett wegen seiner Lascivität aber vielfach bekämpft wurde. Die Musik der S. ist in dreiteiligem Takt und von ernsthaftem Charakter, die bei aller Auszierung doch eine gewisse Grandezza im Vortrag verlangt, und besteht meist aus zwei Teilen von 8 oder 12 Takten. Sie beginnt auf dem vollen Takt und liebt die Verlängerung des zweiten Taktteils durch Punktierung oder Verschmelzung mit dem dritten: ^[img] oder ^[img]. In der Suite hat die S. ihren regelmäßigen Platz nach der Courante und vor der abschließenden Gique. In der Reitschule bezeichnet man mit S. ein gewisses taktmäßiges Ausschreiten des Pferdes.

Sarabat (auch Gediz Tschai, im Altertum Hermos), Fluß in Kleinasien, entspringt auf dem Murad Dagh südlich von Kutahia, fließt südwestlich in engem, dann westlich in breiterm Thal und mündet in den Busen von Smyrna; 270 km lang.

Saracēnen, s. Sarazenen.

Sarachs (Serachs), befestigter Platz an der äußersten Nordostgrenze der pers. Provinz Mesched, am rechten Ufer des Heri Rud, besteht zum größten Teil aus Holzhütten und Filzzelten; doch haben die Juden von Mesched, welche mit den Turkmenen der Gegend Handel treiben, hier einige Wohnhäuser errichtet. Die Lage von S. ist von bedeutender strategischer Wichtigkeit, daher planen die Russen den Bau einer Bahn von Duschak über S. nach Sulfikar an der Grenze von Afghanistan.

Sarafān (Ssarafan), Rock der russischen Bäuerinnen, Teil der Nationaltracht.

Saragossa (Zaragoza), span. Provinz in der Landschaft Aragonien, grenzt im NO. an die Provinz Huesca, im O. an Lerida und Tarragona, im Süden an Teruel und Guadalajara, im W. an Soria, im NW. an Navarra und hat ein Areal von 17,424 qkm (316,4 QM.). Die Provinz umfaßt den größten Teil des Ebrobassins, ist meist eben, öde und unbewaldet. Der nördlichste Teil gehört der pyrenäischen Bergterrasse mit der Sierra de la Peña und Peña de Santo Domingo und im SW. dem iberischen Gebirgssystem mit der Sierra del Moncayo (2349 m) an. Hauptfluß ist der Ebro, welcher hier an Nebenflüssen den Arba, Jalon, Huerva, Gallego, Aguas aufnimmt. Auch die Flüsse Martin, Guadalope und Segre gehören mit ihrem Unterlauf, bis zu ihrer Mündung in den Ebro, der Provinz an. Die Bevölkerung beträgt (1878) 400,587 Seelen (1886 auf 401,400 geschätzt). Die Produktion umfaßt hauptsächlich Getreide (Weizen), Öl, Wein, Südfrüchte, Hanf, Safran, Obst, Gemüse. Am besten angebaut ist der Strich zwischen dem Ebro, dem Kaiserkanal und dem Kanal von Tauste, die Gegend um Tarazona, Borja und Cariñena, die Thäler des Jalon und Gallego. Das übrige ebene Land ist teilweise Steppe, stark mit Salz geschwängert und unfruchtbar, infolgedessen auch spärlich bevölkert und wenig angebaut. Das Mineralreich bietet Antimon, Blei und Kupfer; auch mehrere Mineralquellen sind vorhanden. Unter den zahlreichen Salinen sind die wichtigsten bei Bujaraloz, Remolinos und Sastago. Die Provinz wird von der Eisenbahn Madrid-Barcelona, dann von der Ebrothalbahn Tudela-Escatron durchschnitten und zerfällt in 13 Gerichtsbezirke (darunter Belchite, Borja, Calatayud, Caspe, Daroca, Tarazona).

Die gleichnamige Hauptstadt, rechts am Ebro, in welchen hier der Gallego und Huerva münden, sowie am Kaiserkanal gelegen, 184 m ü. M., mit Barcelona, Hijar, Madrid und Pamplona durch Eisenbahnen verbunden, teilt sich in die eigentliche Stadt am rechten und eine Vorstadt am linken Ufer des Ebro (beide durch eine Steinbrücke mit sieben Bogen verbunden) und besteht, mit Ausnahme der durch die Franzosen zerstörten und neu aufgebauten Straßen, aus einem Gewirr von Gassen von altertümlichem, ziemlich finsterm Ansehen. Die Stadt ist von einer alten, mit Türmen und acht Thoren versehenen Mauer umgeben und wird durch das an der Westseite gelegene Castillo de Aljaferia verteidigt, welches ehemals die Residenz der maurischen und christlichen Könige von Aragonien, später Sitz und Gefängnis der Inquisition war und seit Philipp V., welcher es mit Bastionen umgeben ließ, als Citadelle dient. Außerdem wird S. durch die Batterien des ehemaligen Klosters Santa Engracia beherrscht; auch die Vorstadt ist durch Redouten und Fleschen befestigt. Die hervorragendsten Gebäude der Stadt sind: die erzbischöfliche Metropolitankirche oder Catedral de la Seo, ein majestätisches gotisches Bauwerk (begonnen 1316, seit 1547 fünfschiffig); die Kirche Nuestra Señora del Pilar oder Catedral de la Virgen, ein prachtvoll ausgeschmücktes, aber in schwerfälligem Stil (mit Türmen und 5 Kuppeln) ausgeführtes Gebäude aus dem 17. Jahrh., mit reichen Schnitzarbeiten und einem berühmten Gnadenbild, einer Marienstatue, auf einer Jaspissäule stehend; die Lonja oder der alte Börsenpalast, mit einer von 50 dorischen Säulen getragenen Halle; die Torre nueva, der höchste Turm (vom Jahr 1504), in schiefer Stellung. S. hat 21 Kirchen und 12 Nonnenklöster (früher besaß es auch 38 Mönchsklöster). Die Zahl der Bewohner beträgt (1886) 82,507. Die früher blühende Industrie beschränkt sich gegenwärtig auf Fabrikation von Leder-, Woll- und Seidenwaren, Knöpfen, Hüten, Klavieren, Seife und Schokolade und auf Mühlenbetrieb. Der Handel ist ziemlich lebhaft. Von Bildungs- und andern Anstalten besitzt S. eine 1474 gestiftete Universität mit 3 Fakultäten, gegen 800 Hörern und Bibliothek von 18,000 Bänden, eine Akademie der schönen Künste (seit 1776), ein Priesterseminar, eine Tierarzneischule, mehrere Kollegien, ein Theater und zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten. S. ist der Sitz des Generalkapitäns von Aragonien, eines Gouverneurs, eines Erzbischofs und eines Appellationsgerichts. Die schönsten Promenaden