Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Saraki; Sarakule; Saransk; Sarapis; Sarápul; Sarasate; Saraswatî; Saratoga Springs; Sarátow

320

Saraki - Saratow.

Saraki, Stadt in Nupe, 50 km südlich vom linken Nigerufer, an der Straße von Rabba nach Ilorin, hat nach Rohlfs 40,000 Einw. Die Umgebung ist vortrefflich angebaut und bringt reiche Ernten von Baumwolle, Getreide, Erdnüssen und Yams.

Sarakule, Negerstamm, s. Serechule.

Saransk (Ssaransk), Kreisstadt im russ. Gouvernement Pensa, an der Insara, hat Segeltuchfabriken, Seifensiedereien, große Gerbereien und (1885) 13,921 Einw.

Sarapis, ägypt. Gott, s. Serapis.

Sarápul (Ssarapul), Kreisstadt im russ. Gouvernement Wjatka, an der Kama, auf den Trümmern einer alten Tatarenstadt erbaut, hat 24 Fabriken (meist Gerbereien), Fischerei, Holzhandel und (1885) 12,367 Einw. In der Nähe die Hüttenwerke Ishew mit großer Gewehrfabrik und Kamskowotka mit Ankerfabriken.

Sarasate, Martin Meliton, auch Pablo de S. genannt, Violinspieler und Komponist, geb. 10. März 1844 zu Pamplona in der spanischen Provinz Navarra als Sohn eines höhern Militärs, erhielt seine Ausbildung am Pariser Konservatorium durch Alard (Violine) und Reber (Komposition) und errang daselbst 1857 den ersten Preis für Violinspiel. Nach Beendigung seiner Studien unternahm er größere Konzertreisen durch Frankreich, England, den Orient und Amerika und erntete überall, namentlich aber in Deutschland, wo er im Winter 1876/77 zum erstenmal auftrat, reichen Beifall. In seinem Spiel vereinigt sich eine vollendete Technik mit einer gediegenen, überall den gründlichen Musiker bekundenden Geschmacksrichtung. Die letztere zeigt sich auch in den Programmen seiner Konzerte, auf welchen neben dem brillanten Genre stets die klassischen Meister älterer und neuerer Zeit vertreten sind. Als Komponist weniger hervorragend, hat er bis jetzt nur Werke im leichten Stil veröffentlicht.

Saraswatî, in der ind. Litteratur der heilige Grenzstrom des großen brahmanischen Priesterstaats gegen W., ein kleines Flüßchen zwischen Jamunâ (heute Dschamna) und Sutudrî (heute Satledsch), an den Vorketten des Himalaja entspringend und im Sande der Wüste sich verlaufend, heute Kaghar. Im Rigweda wird mit dem Namen S. ein gewaltiger Strom bezeichnet, nach Roth wahrscheinlich der Indus. In der brahmanischen Götterlehre ist S. die Gemahlin des Brahma, Göttin der Ordnung, der Poesie, Musik, Beredsamkeit und Sprache, überhaupt der klaren Erkenntnis. Jährlich wird ihr ein Fest gefeiert, an dem sie die Schulkinder um guten Verstand für Erlernung von Künsten bitten und ihr Früchte opfern. Abgebildet wird sie mit einem Buch oder Musikinstrument in der Hand.

Saratoga Springs, besuchter Badeort im nordamerikan. Staat New York, in einer nichts weniger als reizenden Gegend, mit zahlreichen jod- und eisenhaltigen Quellen, unter welchen die 1792 entdeckten Congreß Springs die geschätztesten sind, großartigen Gasthöfen und Badehäusern und (1880) 8421 Einw., welche zur Zeit der Saison (Juli und August) bis auf 30,000 anwachsen. 10 km entfernt liegt der Badeort Ballston-Spa (s. d.). In der Nähe wurden 13. Okt. 1777 die Engländer unter Bourgoyne geschlagen und mußten sich 17. Okt. dem General Gates ergeben.

Sarátow (Ssaratow), russ. Gouvernement, grenzt nördlich an die Gouvernements Pensa und Simbirsk, östlich an Samara (durch die Wolga davon getrennt), südlich an Astrachan, südwestlich an das Land der Donischen Kosaken, westlich an Woronesh und Tambow und umfaßt 84,492 qkm (1534,46 OM.). Das Land ist im O. hügelig, besonders am Ufer der Wolga, wo es schroff zum Strom abfällt. Der Boden ist meist sehr gut; nur im Süden dehnen sich wasserlose, salzige und sandige Steppen aus. Der Hauptfluß ist die Wolga, die hier mehrere große Inseln und Sandbänke bildet und die Terischka aufnimmt; im W. fließen der Choper, die Medwjediza und Ilowlja dem Don zu, welch letzterer sich jedoch nur der Grenze des Gouvernements nähert. Das Klima ist ganz kontinental. Die Einwohner, an Zahl (1885) 2,222,000 (26 pro QKilom.), sind Russen, Tataren, Mordwinen, Tschuwaschen und über 120,000 deutsche Kolonisten, die in mehr als 100 an der Wolga gelegenen Dörfern wohnen. Jene bekennen sich meist zur griechisch-russischen Kirche, die Kolonisten sind meist evangelischer Konfession. Haupterwerbsquellen sind: Ackerbau, Gartenbau und Viehzucht. Hauptprodukte sind: Getreide, Runkelrüben, Tabak und Obst, Pferde, Rinder, Schafe, Fische und Bienen. Vom Gesamtareal entfielen auf Ackerland 57 Proz., auf Wiesen und Weiden 20, auf Wald 13, auf Unland 10 Proz. Die Ernte war 1885: 10,8 Mill. hl Roggen, 2,8 Mill. hl Hafer, 1,2 Mill. hl Weizen und 700,000 hl Kartoffeln; außerdem Gerste, Erbsen, Spelz, Buchweizen und Hirse in geringen Mengen. Der Viehstand belief sich 1883 auf 535,749 Stück Rindvieh, 978,387 grobwollige und 450,532 feinwollige Schafe, 533,857 Pferde, 139,690 Schweine und 21,001 Ziegen. Die Industrie ist nur auf einigen Gebieten rege entwickelt. Der Wert der in 1300 Fabriken betriebenen Produktion wird 1884 auf 30,829,000 Rubel angegeben. Hervorragend sind: Branntweinbrennerei (12½ Mill. Rub.), Getreidemüllerei (10 Mill.), Ölschlägerei (1,8 Mill.), Schnapsfabrikation (1½ Mill. Rub.). Erheblich sind außerdem Lederindustrie, Tuchweberei, Tabaksindustrie, Fabrikation von Wachskerzen, Holzsägerei, Bierbrauerei, Baumwollweberei. Der Handel wird durch die Lage des Landes sehr begünstigt, insofern es durch den Don mit dem Asowschen Meer und durch die Wolga mit Nishnij Nowgorod und dem Kaspischen Meer verbunden ist. An Lehranstalten gab es 1885: 775 mit 102,491 Schülern, nämlich 752 Elementarschulen, 18 Mittelschulen und 5 Fachschulen (darunter 2 Priesterseminare, ein Lehrerseminar, eine landwirtschaftliche und eine Handwerkerschule). Das Gouvernement zerfällt in zehn Kreise: Atkarsk, Balaschow, Chwalinsk, Kamyschin, Kusnezk, Petrowsk, S., Serdobsk, Woljsk, Zarizyn. - Die Hauptstadt S., an der Wolga und der Eisenbahn Tambow-S., hat 27 Kirchen, eine Moschee, 2 Gymnasien, 2 Priesterseminare, 2 Theater, eine Bibliothek, wichtige Industrie in Tuch, Seife- und Lichtefabrikation, Talgschmelzerei, Eisen- und Glockengießerei und (1885) 122,829 Einw., welche starken Handel mit Getreide und mit Salz aus dem Eltonsee treiben. Im Oktober und November wird hier ein Jahrmarkt gehalten. Bei der Stadt wird wichtige Fischerei und in der Umgegend starker Obstbau betrieben. S. ist Sitz eines griechischen Bischofs und eines evangelischen Konsistoriums. Es wurde 1592 gegen die Einfälle nomadischer Stämme auf dem linken Ufer der Wolga gegründet. Nach sechs Jahren aber hatten letztere die Stadt völlig zerstört, und die Einwohner zogen sich auf das rechte Ufer zurück. Der Kosak Stenka Rasin beunruhigte oft S. und eroberte schließlich die Stadt (1671). Der erste Schritt zur Erweiterung des Orts geschah 1700 durch Ansiedelung hierher gesandter ackerbautreibender Soldaten. Am 7. Aug. 1774 wurde die Stadt durch Pugatschew geplündert und 1781 von der Kaiserin