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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sargon - Sarkophag.

(Sargassotang, Golfkraut), rabenfederdick, stielrund, sehr ästig, mit linealisch-lanzettförmigen, gesägten Blättern, meist stachelspitzigen Luftblasen und gabelig geteilten Fruchtständen, bildet im Atlantischen Ozean schwimmend das sogen. Sargassomeer, welches nach der Annahme Humboldts westlich von den Azoren einen gegen 60,000 QM. großen Flächenraum in einer Ausdehnung von etwa 25 Graden von N. nach Süden bedeckt und seit Jahrhunderten seinen Ort und seine Grenzen nicht verändert haben soll. Nach neuern Untersuchungen, besonders von Haltermann und Kuntze, ist diese Annahme Humboldts unrichtig, in dem sogen. Sargassomeer treiben mehr oder weniger dicht einzelne Krautbüschel, die aus losgerissenen, absterbenden und allmählich untersinkenden Bruchstücken verschiedener an den amerikanischen Küsten wachsender Arten von S. bestehen. Die bisweilen beobachtete Massenhaftigkeit der Bruchstücke wird durch Stürme und konträre Wind- und Wasserströmungen hinreichend erklärt; irgend ein bestimmtes, unveränderliches Areal kommt dem Sargassomeer nicht zu.

Sargon (Sarrukin), König von Assyrien 722-705, eroberte 722 Samaria, das sein Vorgänger Salmanassar IV. zu belagern begonnen, und führte die Einwohner nach Medien, wogegen er Babylonier und Araber in Israel ansiedelte. 720 eroberte und zerstörte er die Städte der aufständischen Philister und schlug den König Sabakon (Seveh) von Ägypten, der diesen zu Hilfe kam, bei Raphia. Hierauf unterwarf er die nördlichen Araberstämme sowie Kypros und Kilikien und bezwang die Inselstadt Tyros. Auch unterdrückte er 715 einen Aufstand der Meder und führte Dajauku (Deïoces) gefangen fort; endlich unterwarf er nach Besiegung des Königs Merodoch Baladun 709 Babylonien völlig und nannte sich König von Babylon. Um seine Thaten zu verherrlichen, erbaute er zwei Meilen oberhalb Ninive am Khosr eine neue Residenz, Dur Sarrukin (Feste Sargon, das heutige Chorsabad), deren große Paläste er mit Reliefs und Inschriften schmückte. Er wurde 705 ermordet.

Sari, frühere, von Firdusi als solche erwähnte Hauptstadt der pers. Provinz Masenderan, unweit der Südküste des Kaspischen Meers, jetzt sehr herabgekommen. Die Einwohnerzahl wurde 1822 von Fraser auf 30-40,000 geschätzt, neuerdings von Melgunow auf 8000 angegeben.

Saria (Zaria, Sóso), Hauptstadt der Provinz Segseg im afrikan. Fulbereich Sokoto im westlichen Sudân, wichtiger Handelsplatz an einem Nebenflüßchen des Niger, unter 11° nördl. Br., mit 50,000 Einw., wurde von Clapperton, Vogel, Lander, Baikie, Matteuci, Massari, Hartert besucht.

Sarissa, die etwa 5 m lange Stoßlanze der makedonischen Hopliten und leichten Reiter; letztere wurden danach Sarissaphoren ^[richtig: Sarissophoren] ("Sarissenträger") genannt.

Sarisu (Saratha), Fluß in der Kirgisensteppe, Distrikt Akmollinsk, trennt die große und mittlere Kirgisenhorde und fällt in einen kleinen See.

Sark (Serq), eine der engl. Kanalinseln, 9 km östlich von Guernsey, 5 qkm groß, besteht aus zwei Teilen, die durch einen 118 m hohen Felsenkamm verbunden sind. Die Küsten sind steil, und ein in die Granitfelsen eingehauener Tunnel führt auf das wohlbebaute Plateau. Die Einwohner (526 an Zahl) haben ihr eignes Parlament. Dicht dabei das Felseneiland Brechou (Ile des Marchands), wo zahlreiche Kaninchen hausen.

Sarkad (spr. schárkad), Markt im ungar. Komitat Bihar, Station der Alföld-Fiumaner Bahn, mit (1881) 7601 ungar. Einwohnern.

Sarkásmus (griech.), der bittere Hohn, den jemand mit verbissenen Lippen ausspricht, besonders jede verhöhnende Rede, jeder beißende Spott, Art der Ironie (s. d.). Der S. wurde von den Alten als besondere Redefigur betrachtet, worin Demosthenes und Cicero Meister waren. Daher sarkastisch.

Sarkocēle (griech., Fleischbruch), Anschwellungen der Hode (s. d.), S. 602.

Sarkōde, s. Protoplasma.

Sarkokarpĭum (lat.), eine Form des Perikarps, s. Fruchtfleisch.

Sarkolatrīe (griech.), s. v. w. Anthropolatrie.

Sarkolemma (griech.), die bindegewebige Hülle des Muskelprimitivbündels.

Sarkōm, s. v. w. Fleischgewächs.

Sarkophág (griech., "Fleisch verzehrend"), ursprünglich Name einer Steinart, die bei Assos in Troas gegraben oder gebrochen ward, sich spalten ließ und Leichname, welche man in Särge, die davon gefertigt waren, legte, innerhalb 40 Tagen, mit Ausnahme der Zähne, verzehren sollte, der Alumen schisti Linnés, eine Art Alaunschiefer, womit man übrigens die Särge zur Beförderung der Verwesung gewöhnlich nur auslegte. Der Name S. ward dann auch auf jeden andern Steinsarg übertragen. Die ägyptischen Sarkophage, die ältesten, welche man gefunden, sind meist von Kalkstein, seltener von Basalt oder Marmor, innen und außen größtenteils mit Hieroglyphen und Reliefbildern geschmückt, der Sargdeckel auf der Kopfseite das Bildnis des Verstorbenen zeigend. Ähnlich die Sarkophage phönikischer Herkunft (vgl. Perrot u. Chipiez, Histoire de l'art dans l'antiquité, Bd. 1 u. 3). Es gibt aber auch Sarkophage von rotem oder schwärzlichem Granit, worin Könige und Priester beigesetzt zu werden pflegten. In Griechenland waren Steinsarkophage in ältester Zeit nicht üblich. Man gebrauchte dafür aus einzelnen Ziegeln oder Thonplatten zusammengesetzte Behälter. In den ausgemauerten Grabmauern pflegte man den Leichnam in hölzernen Särgen, deren sich noch in den Gräbern der Krim gefunden haben, beizusetzen. In Etrurien waren an Stelle der Sarkophage die sogen. Aschenkisten getreten, kleine, aus Thon oder Alabaster gefertigte, bunt bemalte Urnen, vorn mit Reliefs, auf dem Deckel meist mit der ganzen, gelagerten Figur des Verstorbenen geschmückt. Erst etwa in alexandrinischer Zeit kommen in Griechenland die eigentlichen Sarkophage auf. Es sind anfangs ziemlich große, aus Marmor gefertigte kastenartige Behälter, meist architektonisch gegliedert, in Form von Tempeln, mit Giebeldach als Deckel, die Reliefs der Seitenwände noch monumental aufgefaßt. Daraus entwickelt sich die römische Form des Sarkophags, der durchschnittlich kleiner und mit reich-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 1. Römischer Sarkophag.]