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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Saskatchewan; Saß; Sassa; Sassafras; Sassaniden; Sassaparille; Sássari; Sasse; Sassenage

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Saskatchewan - Sassenage.

und hat ein Areal von 276,300 qkm (5018 QM.) mit (1885) 10,746 Einw. Der gleichnamige Fluß (s. unten) durchfließt das Territorium von W. nach O.; an ihm liegen die Orte Battleford und Prince Albert. Vgl. Nordwestgebiet.

Saskatchewan (Saskatschawan), großer Fluß im brit. Nordamerika, gebildet durch die Verbindung des North und South Branch, von denen ersterer in 52° nördl. Br. in den Gletschern entspringt, welche zwischen Mount Lyell und Mount Forbes im Felsengebirge liegen, letzterer aber (in seinem Oberlauf Belly River genannt) jenseit der Grenze von Britisch-Nordamerika seinen Ursprung hat. Beide vereinigen sich nach einem Laufe von 1241, resp. 1304 km unter 53° 15' nördl. Br., wo der Fluß im August eine Wassermasse von 16,900 cbm in der Sekunde vorbeischießt. Nach einem weitern Laufe von 454 km, und nachdem er den Cedar Lake durchflossen, tritt der S. in den Winnipegsee ein. Er ist bis Edmonton, 1243 km über seiner Mündung, schiffbar; doch wird die Schiffahrt durch die Grand Rapids an seiner Mündung und durch zwei weitere Schnellen oberhalb unterbrochen. Der Nelson, der dem nordöstlichen Winkel des Winnipegsees entströmt und nach einem Laufe von 680 km in die Hudsonbai mündet, kann als unterer Lauf des S. angesehen werden. Er ist ein reißender Fluß mit zahlreichen Schnellen, der erst von den Limestone Falls (160 km oberhalb der Mündung) an schiffbar wird. Mit dem Nelson hat der S. eine Länge von 2438 km und ein Flußgebiet von 1,165,000 qkm (21,170 QM.).

Saß, Marie Konstanze (eigentlich Sasse), Opernsängerin, geb. 26. Jan. 1838 zu Gent, erhielt ihre Ausbildung am dortigen Konservatorium und kam um 1858 nach Paris, wo sie dürftiger Verhältnisse halber in verschiedenen Cafés chantants sang, bis die Sängerin Ugalde sie unter ihren Schutz nahm, sie unterrichtete und ihr ein Engagement am Lyrischen Theater verschaffte. Hier debütierte sie 1859 in "Figaros Hochzeit" mit solchem Erfolg, daß sie schon im nächsten Jahr an der Großen Oper engagiert wurde, an welcher sie bis 1870 ohne Unterbrechung wirkte. Besonderes Verdienst erwarb sie sich in den Hauptrollen von Wagners "Tannhäuser" (1861), Verdis "Don Karlos" und Meyerbeers "Afrikanerin". 1864 verheiratete sie sich mit dem Sänger Castelmary, von dem sie jedoch drei Jahre später geschieden wurde. Einen zweiten Prozeß hatte sie gegen den Instrumentenmacher Adolphe Sax zu führen, weil sie dessen Namen angenommen hatte; nachdem ihm das Recht zugesprochen war, gelangte sie durch die Zwischenform Saxe endlich zu obiger Orthographie.

Sassa, Klippspringer, s. Antilopen, S. 639.

Sassafras Nees (Sassafrasbaum), Gattung aus der Familie der Lauraceen, mit nur einer in den Wäldern des östlichen Nordamerika von Kanada bis Florida und westlich bis zum Missouri wachsenden Art. S. officinalis Nees (Laurus Sassafras L., Sassafraslorbeer), ein bis 30 m hoher Baum oder (im Norden) Strauch mit großen, ovalen, ganzen und dreilappigen Blättern mit rotem Nerv, gelblichen Blüten in gedrängten Doldentrauben und kleinen, blauen, eirunden, von der roten, becherförmigen Basis des Perigons gestützten Steinfrüchten. Das offizinelle Holz der Wurzel (Lignum S., Sassafras- oder Fenchelholz) ist glänzend gräulichweiß oder blaßbräunlich, leicht, weich und von einer dicken, leichten, korkigen, außen gräulichbraunen, innen rotbraunen Rinde bedeckt. Es riecht stark, fenchelähnlich, schmeckt süßlich, gewürzhaft, etwas scharf und enthält Harz, Gerbstoff und ätherisches Öl. Dies letztere, in der Rinde viel reichlicher (3 Proz.) vorhanden, ist farblos, sauerstoffhaltig, schwerer als Wasser und scheidet in der Kälte Kristalle von Sassafraskampfer aus. Es dient in Nordamerika zum Aromatisieren kohlensäurehaltiger Wasser, zur Verfälschung des Kopaivabalsams und zum Parfümieren der Seife. Holz und Rinde, von den ältern Ärzten hinsichtlich der Wirkung überschätzt und besonders als Spezifikum gegen Syphilis gepriesen, werden jetzt nur noch zu Holztränken bei torpiden, rheumatisch-gichtischen Leiden, flechtenartigen Hautausschlägen etc., bisweilen zu Likören und Haarwaschwassern benutzt. Den Eingebornen Floridas war das Sassafrasholz als Heilmittel längst bekannt; nach Europa kam es im 16. Jahrh. durch die Franzosen.

Sassaniden, pers. Königsdynastie, von Artaxerxes IV. (Ardschar), dem Sohn Sassans, nach dem Sturz der Arsakiden 226 n. Chr. gegründet und 636 durch den Kalifen Omar wieder gestürzt. S. Persien, S. 872.

Sassaparille, s. Smilax. - Deutsche S., s. Carex; nordamerikanische S., s. Aralia.

Sássari, ital. Provinz, umfaßt die nördliche Hälfte der Insel Sardinien (s. d.) und hat 10,727, nach Strelbitsky 10,159 qkm (184,5 QM.) Areal mit (1881) 261,367 Einw. Die Landschaft ist durch das Limbaragebirge (mit Gipfeln bis zu 1320 m) gebirgig und wird von den Flüssen Coghinas, Rio di Porto Torres, Temo und Tirso bewässert. Administrativ zerfällt sie in fünf Kreise: Alghero, Nuoro, Ozieri, S. und Tempio Pausania. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am Abhang eines Bergs in einer fruchtbaren, gut bewässerten Gegend, an der Eisenbahn Cagliari-S.-Porto Torres, hat viele Kirchen (darunter die Kathedrale mit moderner Fassade), ein malerisches, durch hohe Mauern und viereckige Türme befestigtes Schloß mit Glockenturm, mehrere Paläste, eine 1634 gestiftete und 1766 neu eröffnete Universität (mit Fakultäten für Jurisprudenz und Medizin, 70 Lehrern und nur 90 Hörern), ein erzbischöfliches Seminar, Lyceum, Gymnasium, eine technische Schule, ein Nationalkonvikt, ein neues Theater, einen großen Marmorbrunnen, schöne Promenaden, Handel mit Öl, Getreide, Käse und Fellen und (1881) 31,596 Einw. S. ist Sitz eines Erzbischofs, des Präfekten, eines Tribunals, Handelsgerichts, einer Handelskammer sowie eines deutschen Konsulats. Als Hafen von S. gilt das am Endpunkt der Eisenbahn 20 km nordwestlich am Golf von Asinara gelegene Porto Torres, mit schöner Kirche, Ruinen aus der Römerzeit (das alte Turris Libysonis), Station der italienischen Dampferlinien zwischen Livorno, Genua und Bastia, einem nicht leicht zugänglichen Hafen (1886: 623 Schiffe mit 94,092 Ton. eingelaufen), Hauptzollamt und (1881) 2034 Einw.

Sasse, in der alten Gerichtssprache jeder Besitzer von Grundeigentum. Je nach der Art dieses Besitzes unterschied man Freisassen, Besitzer eines Freiguts, Landsassen, große Landeigentümer, und Hintersassen, Kotsassen oder Kossäten; nach der Gerichtsbarkeit, unter welcher sie standen, Schriftsassen, welche nur vor den Obergerichten belangt werden konnten, und Amtssassen, welche unter den Untergerichten standen.

Sasse, s. v. w. Sachse; sassisch, niedersächsisch.

Sassenage (spr. ssass'nahsch), Flecken im franz. Departement Isère, Arrondissement Grenoble, am Furon, mit Schloß, Steinbrüchen, Bereitung von vorzüglichem Käse und (1881) 1166 Einw. Dabei die berühmten Grotten des Furon.