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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sartorit; Sartorius; Sartorius von Waltershausen; Sarum; Sárviz; Sarzana; Sarzeau; Sasbach; Saschen; Saseno; Saskatchewan

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Sartorit - Saskatchewan.

aus. Die nun beginnende zweite Periode seines künstlerischen Schaffens kennzeichnen größere Freiheit der Bewegung, breiterer Pinselstrich und ein wärmeres, weicheres Kolorit. Von Tafelbildern der frühern Zeit sind besonders die Verkündigung Mariä (1512, Palast Pitti zu Florenz) und die Madonna delle Arpye (1517, Uffizien daselbst) zu erwähnen. 1518 folgte S. einem Ruf des Königs von Frankreich, kehrte aber schon im folgenden Jahr mit dem Auftrag desselben nach Italien zurück, alte und neue Kunstwerke anzukaufen. Er vergeudete jedoch die ihm anvertraute Summe und lebte nun in Florenz eine Zeitlang in Verborgenheit, wo er zunächst für die Brüderschaft dello Scalzo, dann unter anderm für das Servitenkloster mehrere seiner ausgezeichnetsten Bilder malte, darunter eine Pietà in Öl, jetzt in der kaiserlichen Galerie zu Wien, sowie die berühmte Madonna del Sacco in Fresko, eine Gruppe von drei Figuren (sein größtes Meisterwerk). Von Gemälden dieser spätern Zeit sind noch die Himmelfahrt Mariä und die heilige Familie (1529) im Palazzo Pitti und sein Selbstporträt in den Uffizien zu Florenz hervorzuheben. S. starb 22. Jan. 1531 in Florenz an der Pest. Gemälde Sartos finden sich außer Italien im Museum zu Berlin (Madonna mit Heiligen von 1528 und Bildnis seiner Frau Lucrezia Fedi), in der Dresdener Galerie (Opfer Abrahams, Hauptwerk), im Louvre zu Paris (Caritas) und in den Galerien von London, Madrid und Petersburg. Vgl. Biadi, Notizie inedite della vita d'Andrea del S. etc. (Flor. 1830); Reumont, Andrea del S. (Leipz. 1835); Janitschek in Dohmes "Kunst und Künstler", 3. Teil.

Sartorit, s. Skleroklas.

Sartorius, Ernst Wilhelm Christian, protest. Theolog, geb. 10. Mai 1797 zu Darmstadt, ward 1822 Professor der Theologie in Marburg, 1824 in Dorpat und 1835 Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Königsberg in Ostpreußen, wo er 13. Juni 1859 starb. Unter seinen der strenggläubigen lutherischen, jedoch nicht unionsfeindlichen Richtung dienenden Schriften sind hervorzuheben: "Die Lehre von Christi Person und Werk" (7. Aufl., Gotha 1860); "Die Lehre von der heiligen Liebe, oder Grundzüge der evangelisch-kirchlichen Moraltheologie" (4. Aufl., Stuttg. 1861); "Soli Deo gloria, oder vergleichende Würdigung der evangelisch-lutherischen und der katholischen Lehre" (das. 1859).

Sartorius von Waltershausen, 1) Georg, Freiherr, Historiker, geb. 25. Aug. 1765 zu Kassel, studierte in Göttingen Theologie, widmete sich aber später ganz den historischen Studien. Seit 1786 Accessist, wurde er 1788 Sekretär, 1792 Kustos bei der Bibliothek zu Göttingen, 1794 zugleich Privatdozent, 1797 Professor der Philosophie und 1814 Professor der Politik. 1814 besuchte er im Auftrag des Herzogs von Weimar den Wiener Kongreß und gehörte 1815-17 der hannöverschen Ständeversammlung an. Der König von Bayern ernannte ihn zum Freiherrn von Waltershausen, nach S.' gleichnamigem Rittergut in Bayern. S. starb 24. Aug. 1828 in Göttingen. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Geschichte des hanseatischen Bundes" (Götting. 1802-1808, 3 Bde.); "Urkundliche Geschichte des Ursprungs der deutschen Hanse" (hrsg. von Lappenberg, Hamb. 1830, 2 Bde.); "Versuch über die Regierung der Ostgoten während ihrer Herrschaft in Italien" (das. 1811; franz., Par. 1811, von dem französischen Institut gekrönt); "Von den Elementen des Nationalreichtums und der Staatswirtschaft nach Adam Smith" (Götting. 1806).

2) Wolfgang, Freiherr, Geolog, Sohn des vorigen, geb. 17. Dez. 1809 zu Göttingen, lebte als Privatgelehrter an verschiedenen Orten und machte größere Reisen, so namentlich wiederholt nach Sizilien und 1846 mit dem Chemiker Bunsen nach Island. Nachdem er sich in Göttingen niedergelassen hatte, überließ er seine mineralogischen Sammlungen der Universität und wirkte, bis ihn Krankheit zur Ruhe nötigte, als Professor und Direktor der mineralogisch-paläontologischen Sammlung der Universität. Er starb 16. Okt. 1876. Hauptsächlich beschäftigte er sich mit den vulkanischen Erscheinungen, in erster Linie mit denen des Ätna, dessen genaues topographisches und geologisches Studium er sich geradezu als Lebensaufgabe gewählt hatte. Er schrieb: "Physisch-geographische Skizze von Island mit besonderer Rücksicht auf vulkanische Erscheinungen" (Götting. 1847); "Geologischer Atlas von Island" (das. 1853); "Die submarinen Ausbrüche in der Tertiärformation des Val di Noto" (das. 1846); "Atlas des Ätna" (das. u. Weim. 1848-59); "Die vulkanischen Gesteine in Sizilien und Island und ihre submarine Umbildung" (Götting. 1853); "Untersuchungen über die Klimate der Gegenwart und Vorwelt" (Haarl. 1865); "Gauß zum Gedächtnis" (Leipz. 1856, u. 1877). Nach hinterlassenen Manuskripten gab Lasaulx das Werk "Der Ätna" (Leipz. 1880) heraus.

Sarum (spr. ssährom, Old-S.), s. Salisbury.

Sárviz (spr. scharwihs), Fluß in Ungarn, entsteht aus der Vereinigung mehrerer kleiner Flüsse des Bakonyer Waldes, die sich westlich von Stuhlweißenburg vereinigen. Sodann durchfließt der S. das Weißenburger und Tolnaer Komitat in südöstlicher Richtung, nimmt bei Simontornya den Sió auf und mündet bei Báta in die Donau. Der Sárvizkanal verbindet Stuhlweißenburg mit der Donau.

Sarzana, Stadt in der ital. Provinz Genua, Kreis Spezia, an der Magra und der Bahnlinie Pisa-Spezia, hat eine Kathedrale (1355-1470 im italienisch-gotischen Stil erbaut), Ringmauern mit 4 Thoren, eine ehemalige Citadelle (jetzt Gefängnis), ein Gymnasium mit Konvikt, ein Seminar, eine technische Schule, ein Theater und (1881) 4016 Einw., welche vorzugsweise Öl- und Seidenbau treiben. S. ist Bischofsitz. Auf der Höhe liegt das Bergschloß Sarzanello. S. ist der Geburtsort des Papstes Nikolaus V., dessen Statue vor dem Dom steht.

Sarzeau (spr. ssarsoh), Stadt im franz. Departement Morbihan, Arrondissement Vannes, auf der Halbinsel Rhuis, mit kleinem Hafen, Seebädern, Salzschlämmerei und (1886) 746 Einw.; Geburtsort von Lesage.

Sasbach, 1) Pfarrdorf im bad. Kreis Baden, Amtsbezirk Achern, mit (1885) 1522 Einw. Hier 27. Juli 1675 Gefecht, in welchem Turenne blieb (Obelisk, 1829 von der französischen Regierung errichtet). - 2) Dorf im bad. Kreis Freiburg, unweit des Rheins und am Nordwestfuß des Kaiserstuhls, hat eine kath. Kirche, eine Schiffbrücke über den Rhein, Steinbrüche, Weinbau und (1885) 1002 Einw. Dabei alte germanische Reihengräber und auf einem Felsen am Rhein die alte Limburg, wahrscheinlich Geburtsstätte Rudolfs von Habsburg (1218).

Saschen, der russ. Faden (Klafter), = 3 Arschin = 7 Fuß = 2,1335 m.

Saseno (im Altertum Sason), Insel im Adriatischen Meer, vor dem Golf von Avlona und dem Kap Glossa, gehört zum türkischen Wilajet Janina.

Saskatchewan (Saskatschawan), Territorium im Nordwestgebiet der Dominion von Kanada in Britisch-Nordamerika, liegt zwischen 52 und 55° nördl. Br.