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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sauerach - Sauerstoff.

dien in Wien, wirkte später als Lehrer an den Handelsschulen in Leipzig, Prag und ging 1870 als Direktor der neubegründeten italienischen Handelsakademie Fondazione Rivoltella nach Triest. Außer zahlreichen französischen, italienischen, englischen und spanischen Grammatiken, wechselweise in verschiedenen Sprachen geschrieben, die große Verbreitung fanden, veröffentlichte er auch eine Reihe von Romanen und Novellen: "Kinder der Zeit" (Hannov. 1870, 3 Bde.); "Die Spiritisten" (das. 1871, 3 Bde.); "Reklame" (Görl. 1875, 3 Bde.); "Intermezzo" (3. Aufl., Bresl. 1879); "Freunde und Gönner" (Görl. 1879, 3 Bde.) u. a.; die Studie "Alessandro Manzoni" (2. Aufl., Prag 1872) und die "Geschichte der italienischen Litteratur" (Leipz. 1883).

3) Wilhelm, Orgelbauer, geb. 23. März 1831 zu Friedland (Mecklenburg), erlernte nach absolviertem Gymnasialkursus bei seinem Vater den praktischen Orgelbau, bildete sich sodann weiter aus auf Reisen nach England, der Schweiz und Frankreich (hier arbeitete er längere Zeit in den Etablissements des berühmtesten französischen Orgelbauers Cavaillé-Coll zu Paris) sowie durch den Besuch der angesehensten deutschen Orgelbauanstalten (namentlich Walckers in Ludwigsburg) und etablierte sich 1857 in Frankfurt a. O. Er hat seitdem gegen 400 größere und kleinere Orgelwerke für das In- und Ausland (1876 allein 28 Werke mit 1, 2 und 3 Manualen) hergestellt, die von den Kennern zu den bedeutendsten Kunstleistungen der Gegenwart gerechnet werden.

Sauerach, s. Berberis.

Sauerampfer, s. Rumex.

Sauerbrühe, s. Leder, S. 608.

Sauerbrunnen (Säuerling), s. Mineralwässer.

Sauerdorn, Pflanzengattung, s. Berberis.

Sauerfutter, s. Futterbereitung.

Sauergräser, s. Cyperaceen.

Sauerhonig, s. Oxymel.

Sauerklee, Pflanzengattung, s. Oxalis.

Sauerkleegewächse, s. Oxalideen.

Sauerkleesalz, s. Oxalsäuresalze.

Sauerkleesäure, s. Oxalsäure.

Sauerkraut, s. Kohl.

Sauerland, der südliche Teil der Provinz Westfalen, zwischen Sieg, Ruhr und Möhne, durchzogen vom Sauerländischen Gebirge (s. Westfalen). Vgl. Grimme, Das S. und seine Bewohner (2. Aufl., Paderb. 1886).

Sauerländisches Gebirge, s. Westfalen.

Säuerlinge, Sauerquellen, kohlensäurereiche Mineralwässer.

Sauerstoff (Oxygenium) O, chemisch einfacher gasförmiger Körper, findet sich von allen Elementen am verbreitetsten und in größter Menge auf der Erde, indem die Gesteine, welche die Hauptmasse der Erdrinde bilden, 44-48 Proz. und das Wasser 88,87 Proz. S. enthalten. Auch die organische Substanz der Pflanzen und Tiere ist reich an S. Im freien Zustand findet sich S. in der atmosphärischen Luft (23,17 Proz.) und gelöst im Wasser, er wird auch von der lebenden Pflanze im Sonnenlicht ausgehaucht. Zur Darstellung desselben erhitzt man Quecksilberoxyd, Mangansuperoxyd oder chlorsaures Kali, wobei man letzteres vorteilhaft mit etwa dem gleichen Gewicht Braunstein, Kupferoxyd oder Eisenoxyd mischt, oder man erhitzt Braunstein mit konzentrierter Schwefelsäure oder saurem schwefelsaurem Natron, wobei schwefelsaures Manganoxydul entsteht. Man kann auch konzentrierte Schwefelsäure in eine erhitzte Retorte auf glühende Platinschnitzel oder Ziegelstücke fließen lassen, wobei sie in schweflige Säure und S. zerfällt, oder schwefelsaures Zinkoxyd erhitzen (gibt schweflige Säure, Zinkoxyd und S.). In beiden Fällen wäscht man das abgekühlte Gas mit Kalkmilch, um die schweflige Säure zu beseitigen. Natronsalpeter, mit Zinkoxyd erhitzt, gibt ein Gemisch von S. und Stickstoff. Man erhitzt das Gemenge in eisernen Retorten und leitet das Gas, welches Stickstoffoxyd enthält, in den Rückstand von einer frühern Operation, der aus Zinkoxyd und Ätznatron besteht. Das Stickoxyd wird dann in Salpetersäure verwandelt, die sich mit dem Natron verbindet. Klare konzentrierte Chlorkalklösung gibt, mit einigen Tropfen einer Lösung von Kobaltchlorid oder salpetersaurem Kupferoxyd auf 80° erhitzt, den ganzen Sauerstoffgehalt ab. Man kann auch dicke Kalkmilch mit etwas Kobaltchlorid erhitzen und Chlor einleiten, wobei dann ein Strom S. entweicht. Eine 3prozentige Lösung von Wasserstoffsuperoxyd macht man mit wenigen Tropfen Ammoniak alkalisch und setzt etwa 5 cc verdünnter Permanganatlösung (3 g in 1 Lit.) zu, bis die Gasentwickelung die gewünschte Lebhaftigkeit besitzt. 100 cc Wasserstoffsuperoxydlösung geben etwa 1 Lit. S. Baryt gibt beim Erhitzen in kohlensäurefreier Luft Baryumsuperoxyd, welches durch einen Strom Wasserdampf in Baryt und S. zerfällt; in demselben Gefäß können ununterbrochen Oxydation und Desoxydation vorgenommen werden. Dabei ist es vorteilhaft, den Baryt mit Kupferoxyd zu mischen, welches seinen S. leicht an den Baryt abgibt, während das metallische Kupfer nach der Zersetzung des Baryumsuperoxyds beim Überleiten von Luft sehr begierig wieder S. aufnimmt, so daß von neuem Baryumsuperoxyd gebildet wird. Ähnlich wird Kupferchlorür bei 100-200° durch einen Dampfstrom in Oxychlorid verwandelt, welches bei 400° in S. und Kupferchlorür zerfällt. Erhitzt man Ätznatron mit Braunstein im Flammofen bei oxydierender Flamme auf etwa 450°, so entsteht mangansaures Natron. Wird dies, mit Braunstein oder Kupferoxyd gemischt, in eisernen Retorten bei Kirschrotglut mit Wasserdampf von 0,5 Atmosphäre Spannung behandelt, so entweicht S., und es hinterbleibt Manganoxyd und Ätznatron, welches durch Überleiten von kohlensäurefreier Luft bei 300° wieder in mangansaures Natron verwandelt wird. Dies Verfahren gewährt für die Praxis die größten Vorteile. Gewöhnliche atmosphärische Luft gibt beim Durchsaugen durch ein feines Loch in einer Kautschukplatte ein Gemisch von 41,6 S. und 58,4 Stickstoff. Preßt man Luft in Wasser, läßt das nicht absorbierte Gas entweichen, entzieht dem Wasser das absorbierte Gas durch eine Pumpe, preßt es abermals in Wasser und wiederholt dies achtmal, so erhält man infolge der Eigenschaft des Wassers, mehr S. zu absorbieren als Stickstoff, zuletzt ein Gas, welches nur noch 2,7 Proz. Stickstoff enthält. S. ist farb-, geruch- und geschmacklos, wird unter einem Druck von 525 Atmosphären und bei -140° zu einer farblosen Flüssigkeit verdichtet. Das Atomgewicht ist 15,96, das spezifische Gewicht des Gases 1,106, so daß 1 Lit. S. bei 0° und 760 mm Barometerstand 1,429 g wiegt. 1 Volumen Wasser löst bei 0°: 0,041, bei 15°: 0,029 Vol., 1 Vol. Alkohol löst zwischen 0° und 20° konstant 0,28 Vol. S. Bei gewöhnlicher Temperatur ist der S. ziemlich indifferent; er verbindet sich aber mit allen Elementen (eine Verbindung mit Fluor ist nicht dargestellt worden) und bildet mit denselben (oft in mehreren Verhältnissen) Oxyde, welche Basen- ^[ERGÄNZUNGSSTRICH!]