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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saurenstock - Savage.

den Anhydriden und den S. liegen die Anhydrosäuren, welche entstehen, wenn aus den S. nur ein Teil des Wasserstoffs mit dem erforderlichen Sauerstoff in Form von Wasser austritt, z. B.:

POH3O3 ^[POH<sub>3</sub>O<sub>3</sub>] [Phosphorsäure] - H2O ^[H<sub>2</sub>O] = POHO2 ^[POHO<sub>2</sub>] [monohydrische Phosphorsäure]

2POH3O3 ^[2POH<sub>3</sub>O<sub>3</sub>] - H2O ^[H<sub>2</sub>O] = (PO)2H4O5 ^[(PO)<sub>2</sub>H<sub>4</sub>O<sub>5</sub>] [tetrahydrische Phosphorsäure].

Saurenstock, s. Sardona.

Sauret (spr. ssorä), Emile, Violinvirtuose, geb. 22. Mai 1852 zu Dun le Roi (Cher), besuchte das Pariser und später das Brüsseler Konservatorium, wo de Bériot sein Lehrer war. S. zählt zu den besten lebenden Violinisten; er trat seit 1866 in Konzerten auf, zuerst in England, Frankreich und Italien, 1870 bis 1874 in Amerika und endlich 1877 auch in Deutschland, ungefähr gleichzeitig mit Sarasate, dessen Spiel jedoch glänzender, bestechender ist. S. war 1880-81 Violinlehrer an Kullaks Akademie in Berlin. Als Komponist ist er mit einem Violinkonzert (G moll) und Solostücken für Violine hervorgetreten.

Saurier (Saurii), s. v. w. Eidechsen; im weitern Sinn auch die großen fossilen Reptiliengeschlechter (Ichthyosaurier, Plesiosaurier etc., s. Reptilien).

Saurin (spr. ssoräng), Jacques, der berühmteste Kanzelredner der reformierten Kirche, geb. 1677 zu Nîmes, war zuerst Soldat und studierte seit 1697 Philosophie und Theologie in Genf. Als Prediger wirkte er seit 1701 in London, seit 1705 im Haag, wo er 30. Dez. 1730 starb. Seine "Sermons" erschienen gesammelt im Haag (1749, 12 Bde.) und in Paris (1829-35, 8 Bde.). Vgl. Oosterzee, J. S. (2. Ausg., Utr. 1869); Gaberel, Jacques S. (Par. 1856).

Sauroktonos (griech., "Eidechsentöter"), Beiname des Apollon (s. d.), nach einer berühmten Statue des Gottes (von Praxiteles).

Sauropoden, s. Dinosaurier.

Sauropterygier, s. Enaliosaurier.

Saurüde, s. Hund, S. 801.

Saurureen (Eidechsenschwanzpflanzen), dikotyle Pflanzengruppe, eine Unterfamilie der Piperaceen (s. d.) bildend und von denselben durch den Bau des Ovars verschieden. Vgl. De Candolle im "Prodromus", Bd. 16.

Sauser, s. Wein.

Saussier (spr. ssohssjeh), Félix Gustave, franz. General, geb. 16. Jan. 1828 zu Troyes, trat 1850 als Offizier in ein Infanterieregiment ein, nahm teil am Krimkrieg, an dem Krieg in Italien 1859, an der mexikanischen Expedition und an einigen Feldzügen in Afrika und wurde 1869 zum Obersten ernannt. 1870 befehligte er das 41. Infanterieregiment, das zur Besatzung von Metz gehörte. Nach Deutschland in die Gefangenschaft abgeführt, entfloh er über Österreich und Italien und trat in Frankreich in die Loirearmee ein. Im Januar 1871 wurde er zum General befördert und später mit dem Kommando einer mobilen Kolonne in Algerien betraut. Als er im November 1873 gegen den monarchistischen Kandidaten im Departement Aube zum Deputierten gewählt wurde und sich dabei für republikanische Grundsätze erklärte, wurde er abgesetzt. In der Nationalversammlung gehörte er zum linken Zentrum und nahm an den Verhandlungen über die Militärreform hervorragenden Anteil. Im Mai 1876 wurde er wieder zum Kommandeur einer Brigade in Marseille ernannt, 1878 zum Divisionsgeneral befördert und erhielt 1879 den Oberbefehl über das 19. Korps in Algerien, 1880 das des 6. in Châlons. 1881 wurde er zum Oberbefehlshaber der Armee in Algerien und 1884 zum Militärgouverneur von Paris ernannt.

Saussure (spr. ssossühr), 1) Horace Bénedict de, Naturforscher, geb. 17. Febr. 1740 zu Conches bei Genf, studierte daselbst Naturwissenschaften und ward in seinem 22. Jahr Professor der Philosophie. In den spätern Jahren seines Lebens nahm er Anteil an der neuen Gesetzgebung seines Vaterlandes und ward Mitglied der Rats der Zweihundert. Er starb 22. Jan. 1799 in Genf. Anerkannt sind seine Verdienste um Geologie, zu deren Begründern er zu zählen ist, um die Physik der Erde und verwandte Wissenschaften; auch lieferte er bemerkenswerte pflanzenanatomische Arbeiten. Er bereiste Frankreich, Holland, England, Italien und Sizilien, durchforschte die Alpen, besonders die Eisfelder von Chamonix, und bestieg 1787 als der erste den Gipfel des Montblanc, auf welchem er barometrische Messungen anstellte. Auch die Pflanzengeographie verdankt ihm ihre Grundlagen. Er erfand ein Elektrometer, Hygrometer und ähnliche Instrumente. Als Stifter und Präsident der Gesellschaft der Künste erwarb er sich um das Fabrikwesen Genfs große Verdienste. Von seinen Schriften sind die "Voyages dans les Alpes" (Genf 1779-96, 4 Bde.; neue Ausg. 1853; deutsch von Wyttenbach, Leipz. 1781-88) hervorzuheben. Sein Leben beschrieb Senebier.

2) Nicolas Théodore de, Naturforscher, Sohn des vorigen, geb. 14. Okt. 1767 zu Genf, unterstützte seinen Vater bei dessen Beobachtungen in den Alpen, war wiederholt Mitglied des Rats von Genf und starb hier 18. April 1845. Sein Hauptwerk, die "Recherches chimiques sur la végétation" (Par. 1804; deutsch von Voigt, Leipz. 1805), war epochemachend für die Pflanzenphysiologie, vor allem dadurch, daß er zuerst die Ernährungsfragen vorwiegend quantitativ behandelte, dann aber auch durch die Meisterschaft, mit welcher er seine Vegetationsversuche durchführte und sichere Resultate gewann.

Saussurit (spr. ssossü-), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Feldspatgruppe), findet sich nur derb in körnigen bis dichten Aggregaten, ist grau, grünlichweiß, schimmernd bis matt, kantendurchscheinend, sehr zäh, Härte 6-7, spez. Gew. 3,32-3,39. Der S. besteht aus einem Kalknatronthonerdesilikat, doch weichen die Analysen ziemlich bedeutend voneinander ab. Er bildet das Substrat oder doch einen wesentlichen Gemengteil vieler Varietäten des Gabbros in der Gegend von Genua, auf Corsica und den Französischen Alpen. Hier schließt sich der Jadeit an (s. Nephrit).

Sauternes (spr. ssotérn), Marktflecken im franz. Departement Gironde, Arrondissement Bazas, hat berühmten Weinbau (weißer Bordeauxwein) und (1881) 1009 Einw.

Sautieren (franz., spr. sso-, "springen"), in der Kochkunst s. v. w. auf starkem Feuer schnell in Butter etc. aufschwitzen; sauté, auf diese Weise bereitet.

Sauvegarde (franz., spr. ssohw'gárd), Schutzwache, welche ein Truppenführer in Feindesland einzelnen Personen, Häusern etc. bewilligt, um sie vor Plünderung und Mißhandlung zu sichern.

Sauve qui peut! (franz., spr. ssohw' ki pöh), rette sich, wer kann!

Sauwa, Insel, s. Savu.

Sav., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. C. ^[Jules César] de Savigny (s. d. 1).

Savage (spr. ssäwwitdsch), 1) Richard, engl. Dichter, geb. 10. Jan. 1697 zu London, wegen seines herben Schicksals und seines ausschweifenden Lebens gleich bekannt und berüchtigt, war der natürliche Sohn der Gräfin Macclesfield und des Lords Rivers. Von jener einer armen Amme, für deren Sohn er galt, zur Er-^[folgende Seite]