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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schäff.; Schaffelle; Schaffen; Schäffer; Schaffgotsch; Schaffhausen

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Schäff. - Schaffhausen.

kirchlich-religiösen Zustände der Vereinigten Staaten" (2. Aufl., Berl. 1858); "Geschichte der apostolischen Kirche" (2. Aufl., Leipz. 1854); "Geschichte der alten Kirche bis zu Ende des 6. Jahrhunderts" (das. 1867); "Der Bürgerkrieg und das christliche Leben in Nordamerika" (3. Aufl., Berl. 1866). Außerdem erwähnen wir noch: "Bibliotheca symbolica" (1875, 3 Bde.); "The Vatican council" (1875); die weitverbreiteten "Hymns of Immanuel: christ in song" (1869 u. öfter) und "Through Bible-lands: Egypt, the desert and Palestine" (1878); "Dictionary of the Bible" (Philad. 1880); "The epistle to the Galatians" (New York 1881); "History of the Christian church" (das. 1882-88, Bd. 1-6); "A companion to the Greek Testament and the English version" (das. 1883, 2. Aufl. 1885); "The catholic epistles and revelation" (das. 1883); "A religious encyclopaedia" (das. 1882-84, 3 Bde.); "Historical account of the work of the American comittees of revision of the authorised English version of the Bible" (das. 1885); "The oldest church manual called the teaching of the twelwe apostles" (das. 1885); "Christ and christianity" (das. 1885); "A select library of the Nicene and Post-Nicene fathers" (Buffalo 1886 f.); "Saint Augustin, Melanchthon, Neander" (New York 1886); "A. Neander" (Gotha 1886); mit Jackson "Encyclopaedia of living divines and Christian workers of all denominations" (New York 1887).

Schäff., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Jakob Christian Schäffer, geb. 30. Mai 1718 zu Querfurt, gest. 5. Jan. 1790 als Superintendent in Regensburg (Botaniker, Entomolog und Ornitholog).

Schaffelle für Gerberzwecke liefern namentlich Deutschland, Buenos Ayres, das Kap, die Türkei und vor allem Australien. Die verschiedenen Schafrassen liefern sehr ungleiche Felle; je feiner die Wolle, um so geringer ist der Wert der Felle. Die Stärke der letztern nimmt einige Tage nach dem Scheren bedeutend zu. Man verarbeitet S. wie auch Lammfelle (s. d.) zu Handschuhen, Pantoffeln, Futterleder an Kleidern, Hüten etc. Außerdem dienen S. aus Sardinien, Spanien, Siebenbürgen, Deutschland, der Moldau und Türkei zu geringerm Pelzfutter.

Schaffen (Schöpfen), im eigentlichen Sinn s. v. w. Hervorbringen aus nichts, daher das wissenschaftliche und künstlerische Hervorbringen, weil es ein zwar nicht dem Stoff, aber doch der Form nach neues Produkt erzeugt, im weitern Sinn des Wortes gleichfalls S. genannt wird.

Schaffen, seemännisch s. v. w. essen, speisen.

Schäffer, 1) Heinrich, Männergesangskomponist, geb. 20. Febr. 1808 zu Kassel, war in Magdeburg, Braunschweig und Hamburg als Tenorsänger am Theater thätig, zog sich 1838 von der Bühne zurück und widmete sich der Komposition; er starb 28. Nov. 1874 in Hamburg. Von seinen Männerchören haben einige außerordentliche Verbreitung gefunden.

2) Julius, Komponist und Musikschriftsteller, geb. 28. Sept. 1823 zu Krevese bei Osterburg (Altmark), studierte zunächst Theologie in Halle, wo er mit Rob. Franz in persönliche und künstlerische Verbindung trat, infolgedessen er sich der Musik widmete. Im J. 1855 als großherzoglicher Musikdirektor in Schwerin angestellt, rief er hier den Schloßkirchenchor ins Leben; seit 1860 wirkt er als Universitäts-Musikdirektor in Breslau und wurde 1878 zum Professor ernannt. Als Komponist hat sich S. durch eine Anzahl gediegener Vokalwerke die Hochachtung der Kenner erworben; mit noch größerm Erfolg aber ist er als Schriftsteller thätig gewesen, namentlich in seiner Verteidigung der Rob. Franzschen Grundsätze, die Bearbeitung Bachscher und Händelscher Vokalwerke betreffend.

3) August, Maler, geb. 30. April 1833 zu Wien, bildete sich von 1852 bis 1856 an der Wiener Kunstakademie unter Steinfeld zum Landschaftsmaler aus und machte dann Studienreisen nach der Nordsee, Ungarn, Oberitalien und verschiedenen Gebirgsländern. Er hat eine große Zahl von Bildern aus den Österreichischen und Bayrischen Alpen und vom deutschen Meeresstrand gemalt, ist aber vorzugsweise Maler des Waldes. Seine Hauptwerke sind: Waldbild aus den Karpathen, ungarischer Eichenwald, Weiher bei Salzburg (kaiserl. Galerie zu Wien), Morgen im Hochgebirge, St. Wolfgangsee, Mondaufgang bei Novemberdämmerung, Heimkehr vom Prater, Küstenpartie von Helgoland. Er ist Mitglied der Wiener Akademie.

Schaffgotsch, altadliges Geschlecht in Schlesien und Böhmen, seit 1592 freiherrlich, seit 1708 reichsgräflich, teilt sich in die böhmische und in die schlesische Linie. Jene ist in Böhmen und Mähren begütert und hat gegenwärtig den österreichischen Kämmerer Johann Franz de Paula, Graf von S., geb. 22. Juni 1829, zum Chef; diese besitzt in Schlesien die freie Standesherrschaft Kynast nebst dem Badeort Warmbrunn und dem Dorf Hermsdorf sowie die Herrschaft Greifenstein im Kreis Löwenberg des Regierungsbezirks Liegnitz und wird gegenwärtig durch den Erblandhofmeister und Erbhofrichter Reichsgrafen Ludwig Gotthard von S., geb. 4. Sept. 1842, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, vertreten. Unter den frühern Sprößlingen des Hauses sind hervorzuheben: Johann Ulrich, Graf von S., geb. 1595 auf Kynast, trat 1619, obgleich Protestant, in kaiserliche Dienste und ward bald General und Vertrauter Wallensteins, in dessen Fall er 1634 verwickelt wurde. Zu Ohlau gefangen, ward er 23. Juli 1635 in Regensburg enthauptet. Seine Kinder verloren die Stammherrschaft Trachenberg und wurden im katholischen Glauben erzogen. Philipp Gotthard, Graf von S., ward 1748 Fürstbischof von Breslau, zog sich aber durch sein Benehmen nach der Einnahme Breslaus seitens der Österreicher im Siebenjährigen Krieg 1757 Friedrichs d. Gr. Ungnade zu und starb 1795 in der Verbannung.

Schaffhausen, der nördlichste Kanton der Schweiz, liegt, in drei Gebiete zerstückelt, am rechten Rheinufer, größtenteils von Baden umgeben und im Süden durch den Rhein von den Kantonen Zürich und Thurgau getrennt, und umfaßt ein Areal von 294 qkm (5,3 QM.). Das Land gehört zum Thal des Rheins und wird in der Parzelle Stein von der Bibern, im Hauptstück von verschiedenen Bächen durchflossen, die teils von dem Plateau des Reyat, teils von der jurassischen Gruppe des Randen (914 m) herunterkommen und zum Teil direkt in den Rhein münden, während die Bäche des Klettgaues, eines fruchtbaren, weiten Thalgrundes, sich zunächst mit der das Land streifenden Wutach vereinigen und mit dieser erst bei Waldshut den Hauptfluß erreichen. Weltberühmt ist der prächtige Sturz, den der Rhein bei Laufen bildet, der 24 m hohe Rheinfall, auf welchen die bei Schaffhausen selbst beginnenden Stromschnellen (Lächen) vorbereiten. Das Klima ist mild in den Thalgründen, mit über 9° C. Jahreswärme, kühler auf dem Reyat, rauh auf den Höhen des Randen. Die Volkszahl des Kantons betrug 1880: 38,348. Es ist ein durchaus tüchtiger alemannischer Schlag, arbeitsam,