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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schafkamel - Schalcken.

der Geognosie, Bergbau- und Hüttenkunde und 1849 Oberbibliothekar an der Universität, auch vielfach in Kommissionen für naturwissenschaftliche und technisch-industrielle Zwecke beschäftigt. Namhafte Verdienste erwarb sich S. noch durch Einrichtung des geognostischen Kabinetts an der königlichen Akademie zu München, durch die Erfindung eines aräometrischen Hebers, eines Aräometers, eines Photometers und eines Phonometers. Er schrieb: "Geognostische Untersuchungen des südlichen Alpengebirges" (Münch. 1849); "Bericht über die Musikinstrumente" (Gewerbeausstellung zu München 1854); "Der echte Gregorianische Choral in seiner Entwickelung" (das. 1869; fortgesetzt und erweitert in der Schrift "Ein Spaziergang durch die liturgische Musikgeschichte der katholischen Kirche", das. 1887); "Abt Georg Jos. Vogler" (Augsb. 1888).

Schafkamel, s. v. w. Lama.

Schafkopf, deutsches volkstümliches Kartenspiel, das seinen Namen dem Gebrauch verdankt, beim Ankreiden der gewonnenen Partien die Striche zu dem Bild eines Schafkopfes zusammenzusetzen, wozu meist acht gehören. Es gibt eine ziemlich große Zahl verschiedener Spielweisen, deren gemeinsames Merkmal bildet, daß in ihnen die Zahl der Augen auf den gemachten Stichen den Gewinn entscheidet (61 Augen einfach, 91 doppelt) und bestimmte Karten Eines Charakters, die Wenzel, alles überstechen, auch die Karten der Trumpffarbe, welche in etlichen Spielarten immer Schellen ist, in andern bestimmt wird. Als solche Wenzel gelten hier die vier Unter, dort die vier Ober, in einer Spielweise beide zusammen, in einer vierten außer den Untern Eichel- und Grünober, in einer fünften kommt noch die schellene (bei Solo auch rote, grüne oder eichelne) Sieben, die "Spitze", hinzu, welche, der Manille des L'hombre entsprechend, zweithöchster Trumpf ist. Die Wertfolge der Unter nach der Farbe ist die gewöhnliche: Grün, Rot, Schellen folgen auf Eichel. Die Zahl der Mitspielenden ist auch verschieden: vier, drei, sechs oder acht; in der einen Art wird nur ein, in der andern werden zwei Kartenspiele benutzt. Der wendische S. ist eine Verschmelzung von Solo mit dem gewöhnlichen S. zu vier Personen und sechs Wenzeln. Für den Eichelober ist der Ausdruck "der Alte", für den Ober in Grün "die Baste" in Gebrauch.

Schaflaus, s. v. w. Schafzecke, s. Lausfliegen; auch der Same von Ricinus.

Schaflinsen, s. Coronilla.

Schafmatt, s. Luzerner Alpen.

Schafmüllen, Pflanze, s. Vitex.

Schafott (Blutgerüst, franz. Échafaud), die erhöhte Richtstätte, auf welcher die Enthauptung von Verbrechern stattfindet.

Schafpocken, s. v. w. Windpocken.

Schafquese, s. v. w. Drehwurm.

Schafschwingel, s. Festuca.

Schafstädt, Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Kreis Merseburg, am Ursprung der Laucha, hat eine Zuckerfabrik, eine Maschinenfabrik mit Eisengießerei, Spiritusbrennerei und (1885) 2661 meist evang. Einw.

Schafstelze, s. Bachstelze.

Schaft, der lange, gerade, glatte Teil eines Dinges; der Lanzenstiel, auch die Lanze selbst; der zur Handhabung der Handfeuerwaffe dienende Holzteil derselben, in welchem Lauf und Schloß befestigt sind; auch s. v. w. Säulenschaft; in der Botanik s. v. w. Scapus (s. Stengel).

Schafteke, s. Lausfliegen.

Schäften, in der Obstbaumzucht s. v. w. Kopulieren.

Schafthalm, s. v. w. Equisetum.

Schaftheu, s. v. w. Equisetum.

Schaftmörser, s. v. w. Hakenmörser.

Schafwasser, s. Fruchtwasser.

Schafzecke, s. Lausfliegen.

Schah (pers.), König, Monarch; ein die Fürsten von Persien, Afghanistan und die ehemaligen Herrscher vom mosleminischen Indien auszeichnender Titel, der aber nicht verhindert, daß in der offiziellen Schriftsprache ihnen auch die Titel: Sultan und Padischah erteilt werden.

Schahi, pers. Scheidemünze, = ¼ Abassi = 1/10 Panabat = 1/20 Kran = 1/200 Toman à 9,30 Mk.

Schahi ludus, lat. Name für Schachspiel.

Schahnameh (Shâhnâme, pers., "Buch der Könige"), das große pers. Epos von Firdusi (s. d.).

Schah Semend, Name eines turkmen. Stammes im persischen Transkaukasien, dessen Männer als geschickte Reiter berühmt sind.

Schakal (Thos, Goldwolf, Canis [Sacalius] aureus Briss.), Raubtier aus der Familie der Hunde (Canida) und der Gattung Hund (Canis L.), 65-70 cm lang, mit 30 cm langem Schwanz und 45-50 cm hoch, im Habitus den Füchsen sich nähernd, niedrig, in der Schädelbildung den Wölfen entsprechend, aber mit etwas längerer, spitzer Schnauze, mit rauhem Pelz, spitzen, kurzen Ohren und buschigem Schwanz, ist schmutzig graugelb, auf dem Rücken dunkler, bisweilen auch schwarz gewellt oder dunkler gestreift, an den Seiten, Schenkeln und Läufen fahlrot, an der Kehle und am Bauch weißlichgelb; der Schwanz ist dunkel, an der Spitze schwarz. Der S. bewohnt West- und Nordwestasien, Nordafrika, Morea, die Türkei und einige Gegenden Dalmatiens. Auch in seiner Lebensweise steht der S. zwischen Wolf und Fuchs; er begibt sich gegen Abend auf seine Jagdzüge, zieht durch lautes Heulen andre seiner Art herbei und streift mit diesen umher. Durch sein dreistes, zudringliches Wesen, seine Räubereien und das beständige nächtliche Heulen wird er sehr lästig, so daß der Nutzen, den er durch Wegräumen des Aases und Vertilgung von Mäusen stiftet, wenig in Betracht kommt. Er plündert die Hühnerhöfe mit der größten Mordgier, auch Obstgärten und Weinberge, raubt selbst Lämmer und Ziegen und folgt größern Raubtieren und Reisezügen, um zu stehlen und zu plündern. In manchen Gegenden werden die Schakale förmlich zur Landplage. Das Weibchen wirft in einem verborgenen Lager 5-8 Junge und zieht nach zwei Monaten mit ihnen aus. Jung eingefangene Schakale werden sehr zahm, pflanzen sich auch fort und paaren sich mit Haushunden. Wie letztere, wird der S. von der Wutkrankheit befallen. An den Schädeln einzelner Schakale findet sich eine Knochenwucherung, das Schakalhorn, Narrik-Kombu der Singhalesen, welches von diesen als Talisman getragen wird und dem Besitzer Erfüllung aller Wünsche verbürgt. In Nordindien und Nepal vertritt den gemeinen S. der Landjak (C. pallipes), wohl nur eine Spielart des vorigen, in Inner- und Südafrika der sehr niedrige Schabrackenschakal (C. mesomelas Schreb.), mit seitlich scharf begrenzter schwarzer Färbung der Oberseite.

Schakare, s. Alligatoren.

Schakerillbaum, s. Croton.

Schaku, japan. Längenmaß, = 10 Sung (à 10 Beu oder Rin) = 0,3036 m; 6 S. = 1 Keng.

Schalaster, Vogel, s. v. w. Elster.

Schalaune (v. neulat. scholana), kurzer Schülermantel ohne Ärmel.

Schalcken, Gottfried, holländ. Maler, geb. 1643