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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schalders - Schall.

zu Made, Schüler von S. van Hoogstraten und G. Dou, war zuerst in Dordrecht und nach mehrjährigem Aufenthalt seit 1691 im Haag thätig, wo er 16. Nov. 1706 starb. Er malte zumeist Bildnisse und Genrebilder mit nächtlichen Lichteffekten, besonders bei Kerzenlicht, in äußerst glatter koloristischer Behandlung. Bilder von ihm finden sich zahlreich in England, dann in Wien (ein lesender Alter), Berlin (angelnder Knabe), Dresden (die Kokette, junger Mann und weibliche Büste, Eiermädchen), Amsterdam, München (büßende Magdalena, kluge und thörichte Jungfrauen), Paris, im Haag etc. Er hat auch einige Blätter radiert.

Schalders, stark besuchter Badeort bei Brixen (s. d.), am Eingang in das Schaldersthal.

Schale, ein schon im Altertum gebräuchliches, halbkugelförmiges oder ganz flaches Gefäß mit und ohne Füße, ohne Henkel oder mit einem oder zwei Henkeln. Es diente zum Schöpfen und Trinken und bei Opferhandlungen zu Libationen (Weinspenden). Die flachste Form hieß bei den Griechen Patera. Die Schalen waren im Altertum aus Metall, Glas oder Thon. Je tiefer die S. wird, desto mehr nähert sie sich der Form des Napfes, und je flacher sie wird, desto mehr wird sie zum Teller. Im modernen Tafelgerät spielen Fruchtschalen aus Glas, Kristall, Bronze oder Edelmetall eine Hauptrolle.

Schalen, die hornigen, gespaltenen Hufe an den Läufen der Hirsche, Rehe und Sauen.

Schälen, das Abziehen der jungen, noch spiegeligen Rinde schwacher Stämme durch die Schneidezähne des Wildes. Am schädlichsten wird in dieser Beziehung das Elch-, dann das Rotwild, welches mit den nur im Unterkiefer befindlichen Schneidezähnen die Rinde von unten nach oben abstreift, um sie zu äsen. Im Winter, wenn Schnee liegt, schält auch der Hase mit seinen Nagezähnen die Rinde junger Stämme verschiedener Laubhölzer und besonders der Obstbäume, soweit er reichen kann. Man schützt sich dagegen durch Umbinden der Stämmchen mit Stroh oder Strauchwerk und bestreicht die geschälten Stellen, um das Eingehen zu verhüten, mit dickem Steinkohlenteer, den man mit Kies bewirft. Vgl. Reuß, Die Schälbeschädigung durch Hochwild (Berl. 1888). - In der Landwirtschaft heißt S. das sehr flache Umpflügen von Stoppeln, um durch schnellere Abtrocknung des bewegten Bodens Unkräuter leichter zu vertilgen und die Gare des Bodens zu befördern.

Schalenblende, s. Zinkblende.

Schalenguß, s. Hartguß.

Schalenobst, Obst mit harter, holziger oder lederartiger Schale, wie Walnüsse, Kastanien, Mandeln etc.

Schalet (Schalent), Sabbatgericht der Juden, im nördlichen Deutschland meist die schon Freitags zu Feuer gebrachte Bohnensuppe mit dem Mehlkloß, in Süddeutschland puddingartige Mehlspeise.

Schalfrüchtchen, s. Achene.

Schalk, ursprünglich s. v. w. Knecht oder Diener, im Althochdeutschen besonders in Zusammensetzungen, wie Seniscalc (ältester Diener) und Mariscalc (Aufseher über die Pferde), vorkommend, die noch jetzt in den Formen Seneschall und Marschall im Gebrauch sind; dann im Mittelhochdeutschen ein Mensch von knechtischer und boshafter Gesinnung, in welchem Sinn das Wort auch noch Luther gebraucht. Später erhielt es allmählich die noch jetzt übliche Bedeutung eines Menschen, der ohne schlimmere Absicht in launiger Verstellung listigen Scherz übt.

Schalkau, Stadt im Herzogtum Sachsen-Meiningen, Kreis Sonneberg, an der Itz, 403 m ü. M., hat eine gotische Kirche, ein Amtsgericht, Spielwarenfabrikation und (1885) 1758 evang. Einwohner.

Schalke, städtische Landgemeinde im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Gelsenkirchen, Knotenpunkt der Linie Essen-Herne und der Emscherthalbahn der Preußischen Staatsbahn, hat eine neue evangelische und eine neue kath. Kirche, ein Realgymnasium, bedeutenden Steinkohlenbergbau, große Blech- und Drahtwalzwerke, Eisengießerei, Blechwaren- und Herdfabrikation und (1885) 11,857 meist kath. Einwohner.

Schälknötchen (Zahnausschlag oder Friesel der Säuglinge, Strophulus), bei kleinen Kindern häufig vorkommender Hautausschlag, besteht in knötchenförmigen Erhebungen der Haut, welche meist gerötet, zuweilen aber auch von normaler Farbe oder selbst blässer als ihre Umgebung sind. Die hirsekorngroßen, meist in Gruppen bei einander stehenden Knötchen entstehen in vielen Fällen infolge äußerer Reize durch Ungeziefer, grobe Wäsche, Unreinlichkeit etc.; häufiger bleibt die Ursache der S. unbekannt. Zuweilen veranlassen die S. einiges Jucken und etwas Unruhe, besonders in der Bettwärme. Diese sehr leichte Krankheit dauert gewöhnlich nur einige Tage, doch kann sie sich durch neue Ausbrüche in die Länge ziehen. Man beobachtet den kranken Kindern gegenüber ein vorsichtigeres Verhalten, vermeidet örtliche Hautreizungen, wendet lauwarme Bäder an, hält sorgfältigere Diät und sorgt für offenen Stuhl.

Schall, jede Empfindung, welche uns durch das Gehörorgan von außen her vermittelt wird.

Fortpflanzung des Schalles.

Der S. entsteht durch eine schwingende Bewegung (Oszillation, Vibration) elastischer Körper, welche sich auf die umgebende Luft überträgt und in dieser bis zu unserm Ohr fortgepflanzt wird. Die Mitteilung einer schwingenden Bewegung von Teilchen zu Teilchen, wobei jedes in der Fortpflanzungsrichtung später folgende Teilchen seine Oszillation etwas später beginnt als das vorhergehende, heißt eine Wellenbewegung. Wird eine Stimmgabel angeschlagen, so nimmt sie, indem sich ihre Zinken nach innen biegen, die (Fig. 1) punktiert angedeutete Gestalt a' b' an, kehrt wieder in die Gleichgewichtslage a b zurück, überschreitet dieselbe, biegt nun ihre Zinken nach auswärts (a'' b''), kehrt wieder zurück u. s. f.; jede Zinke schwingt so zwischen zwei äußersten Lagen (a' und a'') nach denselben Gesetzen wie ein Pendel hin und her. Die schwingende Zinke veranlaßt die ihr zunächst liegenden Luftteilchen, diese Bewegung nachzuahmen; diese wirken ebenso auf die nächstfolgenden, und nach und nach wird eine ganze Reihe von Luftteilchen von der schwingenden Bewegung ergriffen. In Fig. 2 mögen die Punkte 1-12 die Ruhelagen von zwölf gleich weit abstehenden Luftschichten andeuten. Wir betrachten dieselben in dem Augenblick, in welchem die Stimmgabelzinke a, nachdem sie zuerst von der Gleichgewichtslage nach einwärts, dann nach auswärts und wieder zurück in die Gleichgewichtslage sich bewegt hat, gerade im Begriff ist, wieder nach

^[Abb.: Fig. 1. Schwingungen einer Stimmgabel. Fig. 2. Entstehung einer Schallwelle.]