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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schall - Schalsee.

steht durch einen Kautschukschlauch mit einer manometrischen Kapsel (Fig. 7, S. 394) in Verbindung. Die Gasflammen dieser Kapseln sind seitwärts längs einer geneigten Linie übereinander angebracht und werden in einem rotierenden Spiegel betrachtet. Diejenigen Flammen, deren Resonatoren durch den zu untersuchenden Klang in Thätigkeit gesetzt werden, geben im Spiegel eine Reihe getrennter Flammenbilder; jene dagegen, auf deren Resonatoren jener Klang nicht einwirkt, erscheinen unter der Form eines ununterbrochenen hellen Streifens. Vgl. Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen (4. Aufl., Braunschw. 1877); Tyndall, Der S. (deutsch, 2. Aufl., das. 1874); Blaserna, Die Theorie des Schalles in Beziehung zur Musik (Leipz. 1876); Rayleigh, Theorie des Schalles (deutsch, Braunschw. 1880, 2 Bde.); Elsas, Der S. (populär, Leipz. 1886).

Schall, Karl, Lustspieldichter, geb. 24. Febr. 1780 zu Breslau, folgte, obwohl zum Kaufmann bestimmt, seiner Neigung zu den schönen Wissenschaften, gründete die "Neue Breslauer Zeitung", deren Redaktion er bis zu seinem Tod führte, und starb 18. Aug. 1833. Von seinen kleinen Theaterstücken haben sich mehrere (wie "Mehr Glück als Verstand", "Trau, schau wem?" u. a.) lange auf den Bühnen erhalten. Seine "Nachgelassenen Reime und Rätsel" gab Kahlert (mit Biographie, Bresl. 1849) heraus.

Schallblase, bei einigen Amphibien die beim Schreien blasenartig sich aufblähende Kehlhaut der Männchen.

Schalldeckel, ein Baldachin über Kirchenkanzeln zur Verstärkung der Worte des Predigers.

Schaller, s. v. w. Salade, s. Helm, S. 364.

Schaller, 1) Johann, Bildhauer, Bruder des Historienmalers Anton S. (geb. 1772 zu Wien, gest. 1844), geb. 1777 zu Wien, ging 1812 als Pensionär nach Rom, wo er bis 1823 blieb. Daselbst entstand Bellerophon und die Chimära (kaiserl. Galerie zu Wien). 1823 wurde er Professor an der kaiserlichen Akademie. Von seinen Werken sind ferner zu nennen: Statue A. Hofers in der Hofkirche zu Innsbruck (1831 bis 1833); Statue Kaiser Franz' I. zu Stanislawow in Galizien (1837); die Büsten Franz' I. und Metternichs für die Walhalla, des Fürsten Joseph von Schwarzenberg, des Kaisers Ferdinand I. S. starb 16. Febr. 1847 in Wien.

2) Ludwig, Bildhauer, geb. 10. Okt. 1804 zu Wien, Sohn von Anton S., kam 1828 in das Atelier Leebs in München und dann zu Schwanthaler, bei dem er bis 1831 blieb. Aus dieser Zeit stammen eine Gruppe: die Gestirne, eine Psyche und eine Porträtbüste der Königin Therese. Dann modellierte er die Reliefs aus dem Leben Jan van Eycks, H. Holbeins und Albr. Dürers in der Pinakothek und meißelte den Prometheus und Pheidias für die Nischen der Glyptothek. 1835-47 folgten eine Reihe Dichterstatuetten und die Giebelgruppe des Nationalmuseums in Pest samt Fries, 1848 das Herder-Denkmal in Weimar. Er starb 29. April 1865 in München.

3) Julius, Philosoph, geb. 13. Juni 1810 zu Magdeburg, studierte in Halle erst Theologie, dann Philosophie, habilitierte sich daselbst 1834 für Philosophie, ward 1838 zum außerordentlichen Professor ernannt und starb 21. Juni 1868 im Asyl Karlsfeld. Von seinen durch Hegel und insbesondere dessen Schüler Rosenkranz angeregten Schriften seien genannt: "Die Philosophie unsrer Zeit" (Leipz. 1837); "Der historische Christus und die Philosophie" (das. 1838, Kritik der Grundidee von Strauß' "Leben Jesu"); "Vorlesungen über Schleiermacher" (Halle 1844); "Darstellung und Kritik der Philosophie Ludwig Feuerbachs" (Leipz. 1847); "Geschichte der Naturphilosophie von Bacon bis auf unsre Zeit" (das. 1841 bis 1846, 2 Bde); "Die Phrenologie in ihren Grundzügen" (das. 1851); "Briefe über Humboldts Kosmos" (2. Aufl., das. 1856); "Leib und Seele" (3. Aufl., Weim. 1858); "Psychologie" (das. 1860); "Das Spiel und die Spiele" (das. 1861).

Schallgefäße, im Altertum metallene Becken, welche den Widerhall der Stimme eines Redners oder der Schauspieler im Theater auffangen und verstärkt zurückgeben sollten; im mittelalterlichen Kirchenbau irdene Gefäße, welche mit der Öffnung nach vorn in die Wände des Chors eingemauert wurden, um den Schall des Gesanges zu verstärken.

Schalllöcher (franz. Ouies, engl. Holes), die Durchbrechungen des Resonanzbodens der Streichinstrumente, welche etwa seit 1500 die Gestalt zweier gegeneinander gewendeter f haben, früher jedoch sichelförmig waren. Die Ausschnitte machen den mittelsten Teil des Resonanzbodens, um den sogen. Schallpunkt herum, nach zwei Seiten hin beweglich, wodurch ein Nachklingen der Töne unmöglich, anderseits aber ein kräftigeres Mitschwingen etc. gefördert wird. Bei den Instrumenten mit gerissenen Saiten (Laute, Theorbe, Guitarre etc.) ist umgekehrt der mittelste Teil des Resonanzbodens kreisrund herausgeschnitten (die sogen. Rose), weil diesen Instrumenten die Verlängerung des Tons nötig ist. Auch das Hackbrett hatte daher die "Rose" oder bei oblonger Form deren mehrere, und dieselben gingen auch auf das Klavier über, sind jedoch durch anderweite Verbesserungen der Resonanz überflüssig geworden. Auch das Loch im Boden des Kessels der Pauke heißt Schallloch.

Schallspiegel, s. Schall, S. 390.

Schallstäbe, von Eberbach in Stuttgart erfundene Vorrichtung, durch welche man die Turmglocken zu ersetzen gesucht hat, rein ausgeschmiedete Stahlstäbe, die in einem Winkel von etwa 68° gebogen, geschliffen und mittels eines Henkels unbeweglich in einem hölzernen Gerüst befestigt sind. Ein daneben angebrachter hölzerner Hammer, der von einem Uhrwerk oder von einem Menschen in Bewegung gesetzt wird, schlägt auf den einen Schenkel des Stabes.

Schalltrichter, trichter- oder becherförmiger Hohlkörper zum Auffangen der Schallwellen, z. B. an Hörrohren. Die Ohrmuscheln sind natürliche S.

Schallwellen, s. Schall.

Schälmaschine, Vorrichtung zum Enthülsen von Getreidekörnern, s. Mühlen, S. 849; auch eine Vorrichtung zum Schälen von Kartoffeln (s. d., S. 572), Obst etc.

Schalmei (v. lat. calamus, calamellus, "Halm", franz. chalumeau), veraltetes Blasinstrument mit doppeltem Rohrblatt, welches in einen Kessel eingeschoben wurde, der Vorgänger der Oboe, die daraus entstand, indem man den Kessel wegließ und das Rohrblatt selbst in den Mund nahm. Die S. war die kleinste und zugleich die älteste Art des Bomharts (s. d.), daher sie auch Bombardino genannt wurde. - S. heißt ferner das tiefe Register der Klarinette (s. d.), nämlich die Töne e-e' (geschrieben); ferner die Melodiepfeife des Dudelsackes und endlich ein jetzt seltenes Orgelregister (Musette), Zungenstimme zu 4 oder 5 Fuß, welche den Klang der S. nachahmen soll.

Schalmeienrohr, s. Arundo.

Schalotte, s. Lauch, S. 551.

Schalsee (Schallsee), See in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Herzogtum Lauenburg, zwischen waldigen Höhen, 23 m ü. M., ist 16 km lang und reich an großen Maränen.