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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schau. - Schaufelschlagsrecht.

ser Herausgabe hartnäckig weigert, oder wenn der Richter infolge des vom Gegner verschuldeten Untergangs der Sache keinen Maßstab für deren Abschätzung hat. Die deutsche Zivilprozeßordnung (§ 260) hat die bisherigen Vorschriften über den Schätzungseid aufgehoben, gestattet aber dem Gericht, dem Beweisführer die eidliche S. des Schadens oder des Interesses nachzulassen. In diesem Fall soll das Gericht zugleich den Betrag bestimmen, welchen die eidliche S. nicht übersteigen darf.

Schau., bei Pflanzennamen Abkürzung für J. K. ^[Johannes Konrad] Schauer, geb. 16. Febr. 1813 zu Frankfurt a. M., gest. 24. Okt. 1848 als Professor in Greifswald. Myrtaceen, Verbenaceen.

Schauanstalten (Beschauanstalten), öffentliche Anstalten, von welchen gewisse Waren vor ihrem Übergang in den Verkehr geprüft und, wenn sie gut befunden, mit einem Stempel bezeichnet werden. Sie sollen dem Käufer eine Sicherheit geben, die er sich selbst nicht zu verschaffen vermag, oder auch den guten Ruf der Gewerbthätigkeit eines Landes oder Platzes wahren. Die S. waren früher vielfach in Gebrauch. Auch kam es vor, daß die Benutzung derselben befohlen und der Verkauf ungestempelter Waren verboten wurde. Beispiele sind die Konditionieranstalten (s. d.) und Leggen (s. d.).

Schaubach, Adolf, Alpenforscher, geb. 30. Jan. 1800 zu Meiningen, gest. 28. Nov. 1850 als Lehrer an der Stadtschule daselbst; bekannt als Verfasser des wegen der klaren Darstellung der topographischen Verhältnisse und der farbenreichen Naturschilderungen noch jetzt geschätzten, grundlegenden Werkes "Die deutschen Alpen" (Jena 1845-47, 5 Bde.; teilweise auch als "Handbuch für Reisende" besonders erschienen, 2. Aufl. 1865-71), in welchem er die Ergebnisse 20jähriger Reisestudien niederlegte.

Schaube, ein weiter, faltiger, vorn durchaus offener Rock, welcher im 15. Jahrh. aufkam, um den Scheckenrock (s. Schecke) sichtbar zu machen, welcher darunter getragen wurde. Die zuerst sehr einfache Form der S. war im Lauf der Zeiten mannigfachen Umgestaltungen unterworfen, welche besonders am Schnitt und Ausputz der sehr weiten Ärmel und des Kragens sowie an der Länge des Rockes hervortraten. Anfänglich reichte sie bei dem begüterten Bürgerstand bis auf die Kniee (Fig. 1), bei den höchsten Ständen dagegen bis zu den Knöcheln herab. Ein Besatz von Pelz wurde sehr bald charakteristisch für sie (Fig. 2). Erst allmählich ging sie auch auf die Frauen über, bei denen sie eine schleppenartige Verlängerung erhielt. Als Galakleid wurde die S. auch bei den Vornehmen im 16. Jahrh. kürzer, bekam gepuffte Unterärmel und offene Oberärmel, bei Gelehrten einen halbstehenden Kragen und Koller. Der schaubenartige Überwurf erhielt sich durch das 17. Jahrh. und auch dann noch als Amtskleid.

^[Abb.: Fig. 1 u. 2 Schaube.]

Schaubrote (hebr. lechem hapanim, Denkbrote), zwölf ungesäuerte Brotkuchen aus Weizenmehl, nach der Zahl der zwölf israelitischen Stämme, wurden von den Kehathiten für jeden Sabbat neu bereitet, im Heiligen der Stiftshütte und des Tempels auf einem mit Goldblech überzogenen Tisch von Akazienholz mit Weihrauch aufgestellt und fielen den Priestern zu. Jedes Brot war 10 Handbreit lang, 5 Handbreit breit und 7 Fingerbreit dick.

Schauder (Schauer), eine reflektorische Zusammenziehung der Haut, womit eine zitternde Bewegung verbunden ist. Schrecken und Furcht sind die gewöhnlichen Ursachen, doch tritt S. auch z. B. beim Urinlassen ein, wenn die leeren Blasenwände sich berühren, ebenso bei der Einführung des Katheters in die Blase. Bei Pferden sieht man deutlich die Zuckungen der stark entwickelten Hautmuskeln beim S. Der geringere Grad heißt Schauer und wird gewöhnlich durch Kälte, aber auch durch alle schnell wirkenden Gefühle, selbst freudige, hervorgerufen. Auch das Frösteln bei Fiebern gehört hierher. S. Frost.

Schauenburg, Grafschaft, s. Schaumburg 1).

Schauenstein, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Naila, hat ein Schloß, Baumwollweberei, Eisenhütte und (1885) 1282 Einw.

Schauerschlange, s. Klapperschlange.

Schaufäden, s. Zizit.

Schäufelein (Schäufelin), Hans Leonhard, Maler, geb. 1490 zu Nürnberg, bildete sich dort nach Dürer, war 1512 in Augsburg thätig, erhielt 1515 in Nördlingen das Bürgerrecht und starb um 1540 daselbst. Schäufeleins Kunstweise steht ganz unter dem Einfluß Dürers, seine Zeichnung und sein Kolorit geraten aber oft ins Handwerksmäßige, und seine Charakteristik leidet an Übertreibung. Seine Hauptwerke sind: das Abendmahl (1511, Berliner Galerie), Altarwerk mit der Krönung Mariä (1513, Klosterkirche zu Anhausen), Belagerung von Bethulia mit der Geschichte von Judith und Holofernes (1515, Wandgemälde im Rathaus zu Nördlingen), Altarwerk mit der Beweinung Christi (Georgskirche zu Nördlingen), Himmelfahrt Maria (1521, im Rathaus daselbst). Er hat auch viele Zeichnungen für den Holzschnitt geliefert, darunter 118 Blätter für den Theuerdank und eine Passion in 35 Blättern (1507). - Sein Sohn Hans, ebenfalls Maler, ließ sich in Freiburg in der Schweiz nieder.

Schaufelkünste, s. Paternosterwerke.

Schaufeln, die Gehörne des Elch- und Damwildes, s. Geweih, S. 285.

Schaufelschlagsrecht, Dienstbarkeit, vermöge deren derjenige, welcher an einem Privatgewässer ein Mühlen- oder sonstiges Triebwerk hat, verlangen kann, daß der Eigentümer des Grundstücks, welches