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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schiller-Stiftung; Schillerfels; Schillerspat; Schillerstoff; Schilling

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Schillerfels - Schilling.

berufs (Lüb. 1862); Tomaschek, S. in seinem Verhältnis zur Wissenschaft (Wien 1862); Twesten, S. in seinem Verhältnis zur Wissenschaft dargestellt (Berl. 1863); Kuno Fischer, S. Drei Vorträge (neue Ausg., Leipz. 1869); Hirzel, Über Schillers Beziehungen zum Altertum (Aarau 1872); Hettner, Goethe und S. (Braunschw. 1876, 2 Bde.); Fielitz, Studien zu Schillers Dramen (Leipz. 1876); G. Hauff, Schillerstudien (Stuttg. 1880); Braun, S. im Urteil seiner Zeitgenossen (Leipz. 1882-83, 3 Bde.); Überweg, S. als Historiker und Philosoph (das. 1884); Bellermann, Schillers Dramen, Beiträge zu ihrem Verständnis (Berl. 1888 ff., 3 Bde.); die "Erläuterungen zu Schillers Werken" von Eckardt und Düntzer, desgleichen die zu den Gedichten von Viehoff (5. Aufl., Stuttg. 1876) sowie die Reden zur Schillerfeier von J. ^[Jakob] Grimm, Weinhold, Vischer u. a. - Unter den Werken bildender Kunst zu Schillers Dichtungen ragen hervor die "S.-Galerie" von Pecht und v. Ramberg und die gleichnamige Bildersammlung nach Zeichnungen von Kaulbach, Jäger u. a., mit Text von Förster. - Bibliographische Beiträge lieferten Wurzbach ("Schillerbuch", Wien 1859), Büchting (Nordhaus. 1860), Unflad (2. Aufl., Leipz. 1878), Hettler ("Schillers Dramen", Berl. 1885) u. a.

Schillers Familie.

Schillers Vater (s. oben) starb als Oberstwachtmeister und Inspektor der herzoglichen Gärten zu Solitüde 7. Sept. 1796, dessen Gattin (s. oben) 1802 zu Kleversulzbach im Oberamt Neckarsulm. Schillers Gattin Charlotte, geb. 22. Nov. 1766, überlebte den Dichter um volle 21 Jahre. Nach einem durch Augenkrankheit, die sie der Blindheit nahe brachte, getrübten Alter starb sie 9. Juli 1826 in Bonn. Ihre Briefe an einen "vertrauten Freund" (v. Knebel) gab Düntzer (Leipz. 1856) heraus. Vgl. Fulda, Leben Charlottens v. S. (Berl. 1878); Urlichs, Charl. v. S. und ihre Freunde (Stuttg. 1860 bis 1865, 3 Bde.). Schillers älteste Schwester, Elisabeth Christophine Friederike, geb. 4. Sept. 1757, seit 1786 an den meiningischen Bibliothekar Reinwald verheiratet, starb 31. Aug. 1847 in Meiningen. Eine jüngere Schwester, Dorothea Luise, geb. 1767, wurde die Gattin des Stadtpfarrers Frankh zu Möckmühl; starb 1836. Die jüngste Schwester, Nanette, geb. 1768, starb unverheiratet 23. März 1796. Schillers Kinder: Karl Friedrich Ludwig, geb. 14. Sept. 1793 zu Ludwigsburg, ward 18. Febr. 1845 mit seiner Familie in den Freiherrenstand erhoben u. starb als württembergischer Oberförster a. D. 21. Juni 1857; Ernst Friedrich Wilhelm, geb. 11. Juli 1796, starb 19. Mai 1841 in Vilich bei Bonn als preußischer Appellationsgerichtsrat; Karoline Friederike Luise, geb. 13. Okt. 1799 zu Jena, verheiratete sich 1838 mit dem schwarzburgischen Bergrat Junot zu Rudolstadt und starb 19. Dez. 1850 in Würzburg; die jüngste Tochter, Emilie Friederike Henriette, geb. 25. Juli 1804, seit 1828 Gattin des Freiherrn v. Gleichen-Rußwurm (s. d.), starb 25. Nov. 1872. Ihr Enkel führt den Namen Karl Alexander Schiller v. Gleichen-Rußwurm, so daß, nachdem 8. Mai 1877 der einzige überlebende männliche Nachkomme des Dichters, der österreichische Major a. D. Friedrich Ludwig Ernst von S. (geb. 28. Dez. 1826 auf dem Reichenberg im württembergischen Neckarkreis als Sohn von Schillers Erstgebornem), gestorben, der Name des Dichters noch in seinem Geschlecht erhalten bleibt.

Schillerfels, Gestein, aus Enstatit (s. d.) und Anorthit (s. d.) neben etwas Chrom- oder Magneteisen bestehend. Aus dem Enstatit (Protobastit) entsteht oft durch Wasseraufnahme Schillerspat (Bastit), dessen Spaltungsflächen gewöhnlich mit Serpentinkörnern übersäet sind. Das Gestein ist selten und auf die Gegend von Schriesheim im Odenwald und des Radauthals im Harz beschränkt. Verwandte Gesteine, teilweise Übergänge zu Gabbro und Serpentinfels, finden sich in Schlesien und Siebenbürgen.

Schillerspat (Bastit), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Augitreihe), vermutlich aus Bronzit (oder Enstatit) durch Wasseraufnahme entstanden. Die breiten Lamellen und körnig-blätterigen Massen sind grün, ins Braune und Gelbe spielend, besitzen einen metallähnlichen Perlmutterglanz und sind gewöhnlich von Serpentinkörnern wie durchspickt. Die Analysen ergeben neben Kieselsäure und Wasser Magnesia und Eisenoxydul als Hauptbestandteile, auch Beimengungen von Thonerde, Chromoxyd und Kalk. Das Mineral findet sich an der Baste und im Radauthal im Harz in einem serpentinähnlichen Gestein von fast genau derselben Zusammensetzung sowie zu Todtmoos im Schwarzwald.

Schiller-Stiftung (Deutsche S.), ein dem Andenken Schillers gewidmeter Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Schriftsteller und Schriftstellerinnen (nebst deren Hinterbliebenen), welche, nach den Worten des Statuts, "für die Nationallitteratur, mit Ausschluß der strengen Fachwissenschaften, verdienstlich gewirkt, vorzugsweise solcher, die sich dichterischer Formen bedient haben", wurde 10. Nov. 1859 zu Dresden gegründet und besteht gegenwärtig aus 24 Zweigstiftungen: in Berlin, Breslau, Brünn, Darmstadt, Danzig, Dresden, Frankfurt a. M., Graz, Hamburg, Heidelberg (vereint mit Mannheim und Karlsruhe), Köln, Königsberg, Leipzig, Linz, Lübeck, Mainz, München, Nienburg, Nürnberg, Offenbach, Salzburg, Stuttgart, Weimar, Wien. Die Sache wurde zuerst durch J. ^[Julius] Hammer (s. d. 1) angeregt, der 1855 in Dresden einen Privatverein zu demselben Zweck ins Leben rief, und erfreute sich dann insbesondere der Protektion des Großherzogs von Weimar. Geleitet wird die Stiftung durch einen auf fünf Jahre zu wählenden Verwaltungsrat von sieben Mitgliedern; desgleichen bestimmen die Zweigvereine als Sitz desselben einen Vorort auf dieselbe Dauer (seit 1885 München). Das Vermögen der S. erhielt 1859 infolge der vom Major Serre in Dresden veranstalteten Schiller-Lotterie einen namhaften Zuwachs (über 900,000 Mk.) und betrug Ende 1887 die Summe von 1,484,361 Mk. und 101,873 Gulden ö. W. An lebenslänglichen Pensionen wurden im genannten Jahr vom Verwaltungsrat bezahlt 8750 Mk., an zeitweiligen 20,735 Mk., an einmaligen Verwilligungen 8750 Mk. und 1000 Gulden ö. W., während die Zweigstiftungen 6635 Mk. und 2220 Gulden ö. W. verteilten. Vgl. Ziegler, Zur Geschichte der Schiller-Lotterie (8. Aufl., Dresd. 1864).

Schillerstoff (Äsculin), s. Roßkastanienbaum.

Schilling (v. lat. solidus), Münze in Deutschland, England, Dänemark, Schweden etc., von Silber und Kupfer, oft auch nur Rechnungsmünze; war, resp. ist in Hamburg und Lübeck = 1/16 Mark, in Mecklenburg = 1/48 Thaler, in Dänemark, Holstein und Lauenburg = 1/16 Mark, in England = 1/20 Pfund Sterling, in Schweden = 1/48 Reichsthaler, in Norwegen = 1/120 Speziesthaler.

Schilling, 1) Friedrich Gustav, Belletrist, geb. 25. Nov. 1766 zu Dresden, besuchte die Fürstenschule in Meißen, trat 1781 in die sächsische Artillerie und machte als Offizier die Feldzüge von 1793, 1806 und