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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schleifwerk - Schleimschläuche.

Schellacks muß nicht größer sein, als nötig ist, um die Sandkörner zu einer dichten Masse zu vereinigen. Man preßt dieselbe in Formen, kann damit aber auch größere eiserne Trommeln 2,5 cm dick bekleiden.

Schleifwerk (Schleifmühle), Maschine oder maschinelle Anlagen zum Schleifen von Gegenständen aus Metall, Glas, Stein etc.

Schleihe (Schleie, Schleiche, Tinca Cuv.), Gattung aus der Ordnung der Edelfische und der Familie der Karpfen (Cyprinoidei), kleinschuppige Fische mit sehr dicker, durchsichtiger Oberhautschicht, endständigem Maul, zwei Barteln an den Mundwinkeln, keulenförmigen Schlundzähnen in einfacher Reihe und kurzbasiger Rücken- und Afterflosse. Die gemeine S. (Schleierkarpfen, T. vulgaris Cuv.), bis 70 cm lang und 6 kg schwer, dunkel ölgrün, an den Seiten in Hell- oder Rötlichgrau mit violettem Schimmer übergehend, variiert sehr in der Färbung (Goldschleihe, eine schwarzfleckige, orangegelbe oder rote Varietät mit großen, dünnen, durchsichtigen Schuppen und zarten Flossen, in Oberschlesien), findet sich in fast allen europäischen Flußgebieten von Süditalien bis Schweden, namentlich auch in vielen Seen, und bevorzugt Gewässer mit schlammigem, lehmigem Grund. Sie gedeiht auch noch in Wasser, in welchem Karpfen abstehen, verweilt stets am Boden, verbringt den Winter in halb erstarrtem Zustand im Schlamm und wurde auch im Sommer in solcher Lage angetroffen. Sie nährt sich von Gewürm, vermoderten Pflanzenstoffen und Schlamm, laicht vom März bis Juli im Röhricht, wobei beide Geschlechter alle Scheu verlieren, und vermehrt sich sehr stark. Die Jungen wachsen sehr schnell, erreichen schon im ersten Jahr etwa 200 g, werden aber erst im vierten Jahr fortpflanzungsfähig. Das Fleisch ist wohlschmeckend.

Schleim (Mucus), die dickflüssige, klebrige, farblose, in der Regel alkalisch reagierende Masse, welche normalerweise als dünne Schicht die Oberfläche aller Schleimhäute (s. d.) überzieht und dieselbe schlüpfrig erhält. Der S. bietet je nach den Körperstellen, wo er gebildet wird, gewisse Verschiedenheiten dar. Im allgemeinen enthält er 4-6 Proz. feste Bestandteile, das übrige ist Wasser. Hauptbestandteil ist der stickstoffhaltige Schleimstoff (Mucin), welcher dem schleimigen Sekret den Charakter der Klebrigkeit verleiht. Das Sekret enthält stets abgestoßene Epithelzellen sowie die sogen. Schleimkörperchen, runde, granulierte Zellen von dem Aussehen der farblosen Blutkörperchen und der Eiterkörperchen. Im normalen S. sind sie relativ sparsam vorhanden; beim Katarrh der Schleimhäute nehmen sie aber so stark zu, daß sie dem S. ein gelbliches, eiterartiges Aussehen erteilen. Die Quelle der Schleimabsonderung sind in der Hauptsache die Schleimdrüsen, doch trägt auch die freie Schleimhautoberfläche dazu bei. Das Mucin ist das Produkt einer Metamorphose (Schleimmetamorphose), welcher die Zellen der Schleimdrüsen und die Epithelzellen der Schleimhautoberfläche unterliegen. Der S. ist also eine modifizierte Zellensubstanz. Eine dem physiologischen S. ähnliche Substanz ist die Synovia (s. d.) der Gelenkhöhlen, der Schleimbeutel und der Sehnenscheiden.

Schleimalgen, s. v. w. Nostochaceen.

Schleimbeutel (Bursae mucosae s. synoviales), verschieden große, vollständig in sich abgeschlossene Säcke mit dünner fibröser Wand, welche eine eiweißartige, schleimige Flüssigkeit (synovia) enthalten und dazu bestimmt sind, die Reibung beweglicher Teile an ihrer harten Unterlage zu vermindern. Durch eine Entzündung der S., Ansammlung und Verhärtung der Synovia in denselben entstehen gewisse Formen der sogen. Überbeine. Krankhaft werden S. gebildet, wo auf oberflächlich liegende Knochen ein oft wiederholter, andauernder und starker Druck ausgeübt wird, z. B. bei Lastträgern auf der Schulter etc.

Schleimdrüsen, s. Schleimhäute.

Schleimfieber (Febris mucosa), ein mit Fieber verbundener heftiger Magenkatarrh (s. d.).

Schleimfluß, s. Blennorrhöe.

Schleimgewebe, s. Gewebe (anatom.).

Schleimgewebsgeschwulst (griech. Myxoma), eine rein oder gemischt mit andern Geschwulstformen im Unterhautgewebe, in den Muskelbinden, seltener in drüsigen Organen etc. vorkommende Geschwulst. Das M. besteht aus schleimiger Grundsubstanz von Gallertkonsistenz, in der zahlreiche spindel- oder sternförmige, miteinander zusammenhängende Zellen neben runden Schleimkörperchen eingebettet liegen. Die S. ist nicht selten von einer Bösartigkeit, welche den Sarkomen nicht nachsteht.

Schleimharze, s. Gummiharze.

Schleimhäute (Membranae mucosae), bei den Wirbeltieren weiche, samtartige, sehr gefäß- und nervenreiche, schleimabsondernde Häute, welche die größern und kleinern nach außen sich öffnenden Höhlen und Kanäle des Körpers (Luftwege, Verdauungskanal, Urogenitalkanal und deren Anhänge) auskleiden. An den äußern natürlichen Öffnungen dieser Höhlen geht die Schleimhaut allmählich in die äußere Haut über, so daß keine deutliche Grenze zwischen beiden zu finden ist. Wie die äußere Haut, so besteht auch die Schleimhaut aus zwei Schichten, der Oberhaut oder dem Epithel und der Schleimhaut im engern Sinn. Erstere ist nie verhornt wie diejenige der äußern Haut; ihre Zellen sind häufig cylindrisch und mit Wimpern besetzt (sogen. Flimmerepithel). Letztere besitzt Papillen für Nerven und Gefäße und heftet sich durch lockeres Bindegewebe an ihre Unterlage an. Die Farbe der S. wechselt nach dem Blutgehalt, die Empfindlichkeit nach dem Nervenreichtum. An drüsigen Organen sind die S. reich, teils sind es Drüsen für bestimmte Zwecke (z. B. die Labdrüsen des Magens), teils einfach Schleimdrüsen zur Absonderung des Schleims, welcher die Haut stets feucht erhält; die Ausführungsgänge der letztern auf der Oberfläche der Schleimhaut erscheinen für das unbewaffnete Auge so fein wie Nadelstiche. Die S. sind sehr häufig der Sitz von Krankheiten; doch neigen die S. einiger Organe (Luftwege, Verdauungskanal) im ganzen mehr zu Erkrankungen hin als die S. mancher andrer Organe (z. B. der Harnwege). Die häufigste Krankheit der S. ist der Katarrh; seltener sind die S. der Sitz verschiedener Geschwüre, so besonders die Kehlkopf- und Rachenschleimhaut der Sitz syphilitischer, die Darmschleimhaut der Sitz tuberkulöser, typhöser und andrer Geschwüre. Sämtliche S., besonders aber die Rachenschleimhaut, können auch die kruppöse und diphtheritische Affektion zeigen.

Schleimling, Alge, s. Nostoc.

Schleimnetz, Malpighisches, s. Haut, S. 231.

Schleimpapel, s. Feigwarze.

Schleimpilze, s. Myxomyceten.

Schleimschicht, s. Haut, S. 231.

Schleimschläuche, in der Pflanzenanatomie große, mit Schleimmassen erfüllte, meist gruppenweise im übrigen Gewebe verteilte Zellen, die besonders reichlich in den Orchisknollen, bei den Kakteen, auch bei Linden und Malvaceen, in der Rinde der Weißtanne und anderwärts vorkommen. Sie sind nicht mit den Schleimgängen zu verwechseln, die intercellulare