Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schmidt

560

Schmidt (Naturforscher, Dichter).

rarischen Bildungsgeschichte der Völker Mittelasiens vorzüglich der Mongolen und Tibetaner" (Petersb. 1824); "Würdigung und Abfertigung der Klaprothschen sogen. Beleuchtung und Widerlegung seiner Forschungen im Gebiet der Geschichte der Völker Mittelasiens" (Leipz. 1826); Ausgabe und Übersetzung der 1662 in mongolischer Sprache verfaßten "Geschichte der Ostmongolen und ihres Fürstenhauses" (Petersb. 1829); "Grammatik der mongolischen Sprache" (das. 1831); "Mongolisch-deutsch-russisches Wörterbuch" (das. 1835); "Die Thaten Gesser-Chans" (das. 1836, deutsch 1839); "Grammatik der tibetanischen Sprache" (das. 1839); "Tibetanisch-deutsches Wörterbuch" (das. 1841); "Der Weise und der Thor", Original und Übersetzung (das. 1843, 2 Bde.).

11) Moritz, namhafter Philolog, geb. 19. Nov. 1823 zu Breslau, vorgebildet in Schweidnitz, studierte seit 1840 in Breslau und Berlin, wurde 1847 Lehrer in Schweidnitz, 1849 Oberlehrer in Öls, 1857 außerordentlicher, 1869 ordentlicher Professor der klassischen Philologie in Jena, wo er 8. Okt. 1888 starb. Er hat besondere Verdienste um die griechischen Grammatiker durch die Ausgaben von: "Didymi fragmenta" (Leipz. 1854), "Hesychii lexicon" (Jena 1858-68, 5 Bde.; kleinere Ausg. 1863-64, 2 Tle.; 2. Aufl. 1867) und Arkadios' "Epitome" aus Herodians "Catholica prosodia" (das. 1860). Zu den griechischen Dichtern, deren Metrik er besondere Sorgfalt zuwandte, veröffentlichte er: "Diatribe in dithyrambum poetarumque dithyrambicorum reliquias" (Berl. 1845); "Pindars olympische Siegesgesänge" (griech. u. deutsch, Jena 1869); "Die Sophokleischen Chorgesänge rhythmiert" (das. 1870); "Über den Bau der Pindarischen Strophen" (Leipz. 1882) sowie Ausgaben von Sophokles' "Oedipus tyrannus" (Jena 1871) und "Antigone" (das. 1880). Inschriftlichen Studien entsprangen: "The Lycian inscriptions" (Jena 1868); "Neue lykische Studien" (das. 1869); "Die Inschrift von Idalion und das kyprische Syllabar" (das. 1874); "Sammlung kyprischer Inschriften in epichorischer Schrift" (das. 1876). Außerdem machen wir noch seine Ausgabe von Hyginus (Jena 1872) und Aristoteles' Schrift "Über die Dichtkunst" (griech. u. deutsch, das. 1875) namhaft.

12) Johannes, Sprachforscher, geb. 29. Juli 1843 zu Prenzlau, studierte 1861-65 in Bonn und Jena, habilitierte sich im Sommer 1868 zu Bonn für vergleichende Sprachwissenschaft, ward 1873 daselbst außerordentlicher Professor, bald darauf als Ordinarius nach Graz berufen und erhielt 1876 den durch Ebels Tod erledigten Lehrstuhl Bopps an der Universität zu Berlin, wo er 1884 auch zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. Seine hauptsächlichsten Schriften sind: "Zur Geschichte des indogermanischen Vokalismus" (Weim. 1871-75, 2 Bde.); "Die Verwandtschaftsverhältnisse der indogermanischen Sprachen" (das. 1872). Zahlreiche Abhandlungen von ihm enthalten Kuhns "Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung" und die "Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung", deren Mitredakteur er seit 1875 ist.

[Naturforscher.] 13) Eduard Oskar, Zoolog, geb. 21. Febr. 1823 zu Torgau, studierte seit 1842 in Halle und Berlin Naturwissenschaft und Mathematik, habilitierte sich 1847 in Jena für Zoologie und erhielt 1849 eine außerordentliche Professur. 1855 folgte er einem Ruf an die Universität Krakau, ward 1857 nach Graz versetzt, wurde 1872 Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Straßburg und starb 17. Jan. 1886 daselbst. S. widmete, sich namentlich dem Studium der niedern Tiere und seit 1862 vorzugsweise den Schwämmen, über welche er "Die Spongien des Adriatischen Meers" (Leipz. 1862, mit 3 Suppl. 1864-68), "Grundzüge einer Spongienfauna des atlantischen Gebiets" (das. 1870) und "Spongien des Meerbusens von Mexiko" (Jena 1880) veröffentlichte. Auch wurde unter seiner Leitung die künstliche Schwammzucht bei Lesina ins Leben gerufen. In seinem Werk "Deszendenzlehre und Darwinismus" (3. Aufl., Leipz. 1884) zeigte er sich als einen der entschiedensten Anhänger dieser Lehre. Von seinen übrigen Schriften sind hervorzuheben: "Die rhabdocölen Strudelwürmer des süßen Wassers" (Jena 1858); "Handbuch der vergleichenden Anatomie" (das. 1849; 9. Aufl., umgearbeitet von Lang, 1882), dem sich der "Handatlas der vergleichenden Anatomie" (2. Aufl., das. 1854) und "Über die Entwickelung der vergleichenden Anatomie" (das. 1855) anschlossen; ferner: "Lehrbuch der Zoologie" (Wien 1854) und "Leitfaden der Zoologie" (4. Aufl., das. 1882); "Bilder aus dem Norden" (Jena 1850); "Das Mikroskop" (Leipz. 1851); "Goethes Verhältnis zu den organischen Naturwissenschaften" (Berl. 1853); "Naturgeschichtliche Darstellungen" (Wien 1858); "Das Alter der Menschheit und das Paradies" (mit Unger, das. 1866); "Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Philosophie des Unbewußten" (Leipz. 1876) und "Die Säugetiere in ihrem Verhältnis zur Vorwelt" (das. 1884). Auch bearbeitete er die niedern Tiere für Brehms "Tierleben" (2. Aufl., Leipz. 1878).

14) Johann Friedrich Julius, Astronom, geb. 26. Okt. 1825 zu Eutin, war 1842 Volontär bei Rümker in Hamburg, 1845 auf der Sternwarte Bilk, 1846 in Bonn thätig, 1853 Astronom auf der Sternwarte des Propstes v. Unbrechtsberg in Olmütz und von 1858 bis zu seinem Tod, 20. Febr. 1884, Direktor der Sternwarte zu Athen. Seine Arbeiten erstrecken sich namentlich auf das Zodiakallicht, die Sternschnuppen, die veränderlichen Sterne, die physische Beschaffenheit der Kometen und den Mond, auf welchem er 1866 das Verschwinden des Kraters Linné bemerkte. Auch um die physische Geographie erwarb er sich hohe Verdienste. Außer zahlreichen Arbeiten in den "Astronomischen Nachrichten" und den "Publications de l'observatoire d'Athènes", welche unter anderm wertvolle Beiträge zur physischen Geographie Griechenlands enthalten, schrieb er: "Resultate aus zehnjährigen Beobachtungen über Sternschnuppen" (Berl. 1852); "Das Zodiakallicht" (Braunschw. 1856); "Der Mond" (Leipz. 1856); "Über Rillen auf dem Mond" (das. 1866); "Die Eruption des Vesuv 1855" (Wien u. Olmütz 1856); "Vulkanstudien" (Leipz. 1874); "Studien über Erdbeben" (das. 1875). Von Lohrmanns "Mondkarte" veranstaltete er eine neue Ausgabe mit Text (Leipz. 1877) und veröffentlichte selbst eine große Karte des Mondes nach eignen Beobachtungen (Berl. 1878, 25 Blatt).

Dichter und Schriftsteller.

15) Klamer Eberhard Karl, Dichter, geb. 29. Dez. 1746 zu Halberstadt, ward Kriegs-, später Domkommissar daselbst, gehörte noch zu Gleims Freundeskreis und starb 8. Jan. 1824. Seine Dichtungen, die von einer milden und biedern Gesinnung zeugen, aber geringen poetischen Wert haben, sind vorzugsweise lyrischen Charakters, im übrigen Fabeln und Erzählungen, poetische Episteln etc. Auch hat er "Klopstock und seine Freunde", Briefwechsel (Halberst. 1820), herausgegeben. Schmidts "Leben und auserlesene Werke" erschienen in 3 Bänden (Stuttg. 1826-28).

16) Friedrich Wilhelm August, gewöhnlich S.