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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schmidt

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Schmidt (Künstler).

von Werneuchen genannt, Dichter, geb. 23. März 1764 zu Fahrland bei Potsdam, war erst Prediger am Invalidenhaus zu Berlin, hierauf zu Werneuchen in der Mittelmark, wo er 26. April 1838 starb. Als Poet suchte er (besonders in dem von ihm herausgegebenen "Kalender der Musen und Grazien", Berl. 1796-97) den von J. H. Voß in seinen Idyllen angeschlagenen Natürlichkeitston weiter zu bilden und verfiel dabei in jenen platten Naturalismus, den Goethe in seinem Gedicht "Musen und Grazien in der Mark" treffend parodierte. Schmidts "Neueste Gedichte" erschienen Berlin 1815.

17) Georg Philipp, genannt S. von Lübeck, Dichter, geb. 1. Jan. 1766 zu Lübeck, studierte in Göttingen und Jena erst die Rechte, dann Medizin, ward Assistenzarzt an der Irrenanstalt zu Lübeck, 1803 Sekretär des Finanzministers Grafen v. Schimmelmann in Kopenhagen und 1806 Direktor des Bankkontors zu Altona. Seit 1829 in den Ruhestand versetzt, starb er 28. Okt. 1849 in Ottensen bei Hamburg. Seine in Taschenbüchern zerstreuten Gedichte wurden von Schumacher unter dem Titel: "Lieder" (Altona 1821; 3. Aufl., von S. selbst besorgt, 1847) gesammelt. Sie zeichnen sich durch einfachen, der poetischen Stimmung entsprechenden Ausdruck aus und sind zum Teil (wie "Fröhlich und wohlgemut", "Ich komme vom Gebirge her", "Von allen Ländern in der Welt" u. a.) ins Volk übergegangen.

18) Ferdinand, beliebter Volks- und Jugendschriftsteller, geb. 2. Okt. 1816 zu Frankfurt a. O., ward im Seminar zu Neuzelle für den Lehrerberuf gebildet und erhielt darauf eine Stelle an einer Gemeindeschule in Berlin, wo er bis zu seiner Quieszierung (1880) als Lehrer thätig war und noch jetzt als Schriftsteller lebt. Eine besonders verdienstliche Thätigkeit entwickelte er in Berlin zur Hebung der niedern Volksklassen, deren Ergebnis die Gründung von Volksbibliotheken und des Vereins zum Wohl der arbeitenden Klassen war. In seinen zahlreichen Volks- und Jugendschriften, welche er seit 1845 in ununterbrochener Folge herausgab ("Jugendbibliothek", Berl. 1855-67, 36 Bde.), suchte er vor allem den Sinn des Volkes für nationale Geschichte zu beleben und hat dadurch erfolgreich gewirkt. Von seinen übrigen Schriften machen wir namhaft: "Preußens Geschichte in Wort und Bild" (3. Aufl., Leipz. 1881-83, 3 Bde.); "Weltgeschichte für Haus und Schule" (3. Aufl., Berl. 1882 ff., 4 Bde.); "Volkserzählungen" (2. Aufl., das. 1867, 4 Bde.); "Volkserzählungen und Schilderungen aus dem Berliner Volksleben" (2. Aufl., Leipz. 1888, 3 Bde.); "Berliner Bilder" (Brem. 1876); "Frauengestalten aus der Sage und Geschichte" (Jena 1881); "Kaiser Wilhelm und seine Zeit" (3. Aufl., Leipz. 1888) u. a. Vgl. Jahnke, Ferd. S. (Berl. 1886).

19) Maximilian, Erzähler, geb. 25. Febr. 1832 zu Eschlkam im Bayrischen Walde, trat 1850 in die bayrische Armee ein, ward 1866 zum Hauptmann befördert und wegen hervorragender Tapferkeit mit dem Militärverdienstorden ausgezeichnet, zum Kadettenkorps und zum topographischen Büreau kommandiert. Die Strapazen des Feldzugs 1870/71 erschütterten seine Gesundheit, so daß er 1872 seinen Abschied nehmen mußte. Seitdem lebt er mit dem Titel eines Hofrats als Schriftsteller in München. Außer einigen Bühnenstücken schrieb S. eine Reihe von Romanen und Erzählungen, in denen er Land und Leute seiner bayrischen Gebirgsheimat in lebensfrischen Farben schildert, und die daher auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht von Bedeutung sind. Wir nennen von diesen Bauerngeschichten außer den "Volkserzählungen aus dem Bayrischen Wald" (Münch. 1863-1868, 4 Bde.): "Das zehnte Gebot" (1879), "Der Schutzgeist von Oberammergau" und "Johannisnacht" (1880), die Humoreske "Der vergangene Auditor", "Der Leonhardsritt", "'s Almstummerl" und "Die Miesenbacher" (1881), "Die Knappenlisl", "Der Herrgottsmantel", "Die Schwanjungfrau", "Meister Martin" und die in ihrer Dramatisierung durch die Aufführungen der Schauspielergesellschaft vom Münchener Gärtnerplatztheater in den weitesten Kreisen bekannt gewordenen Romane: "'s Austragstüberl" und "Der Georgithaler" (1882); "Die Blinde von Kunterweg", "Der goldene Samstag", "Die Bärenritter" (1883); "Der Loder von Boarisch-Zell", "Der Tranklsimmet", "Die Fischerrosl von St. Heinrich" (1884); "Der Musikant von Tegernsee", "Die Kranzlflechterin", "Im Wetterstein" (1885); "Der Bubenrichter von Mittenwald", "Der weiße Sonntag" (1886); "'s Lisel vom Ammersee", "Die Ameisenhexe", "Der Schützenkönig" (1887); "Die Jachenauer in Griechenland" (1888). Auch eine Gedichtsammlung: "Altboarisch" (Münch. 1884), hat S. veröffentlicht. "Gesammelte Werke" von ihm erschienen München und Leipzig 1884-88, 8 Bde.

Künstler.

20) Georg Friedrich, Kupferstecher, geb. 24. Jan. 1712 zu Berlin, besuchte seit 1727 die Akademie daselbst, bildete sich, nachdem er von 1730 bis 1736 im Artilleriekorps gedient, zu Paris unter dem Kupferstecher Larmessin und erhielt hier von dem Maler Rigaud den Stich seines Porträts von Mignard anvertraut, welcher ihm 1742 die Aufnahme in die französische Akademie erwarb. 1744 folgte er einem Ruf als Hofkupferstecher nach Berlin, 1757 nach Petersburg, wo er unter anderm das Bildnis der Kaiserin Elisabeth stach und eine Kupferstecherschule organisierte. Seit 1762 wirkte er wieder zu Berlin und starb daselbst 25. Jan. 1775. S. hat sowohl Blätter in regelmäßigem, glänzendem, jedoch etwas kaltem Stich als besonders geistreiche Radierungen ausgeführt, in welchen er sich ganz an Rembrandt anschloß, dessen Radierungen er auch bisweilen nachgeahmt hat. Die Zahl seiner Blätter beläuft sich auf 200. Vgl. Jacoby, Schmidts Werke (Berl. 1815); Wessely, G. F. Schmidt (Hamb. 1887); Apell, Das Werk von G. F. S. (Dresd. 1887).

21) Max, Maler, geb. 23. Aug. 1818 zu Berlin, bildete sich auf der Berliner Akademie und bei W. Schirmer zum Landschaftsmaler aus, bereiste 1843 bis 1844 den Orient, 1847-53 Süddeutschland, Italien, die Ionischen Inseln und die Provence. Bis 1855 schilderte er mit Vorliebe die südliche Landschaft, später die nordische, worin er zumeist nach idyllischer Stimmung bei freundlicher Sonnenbeleuchtung strebt; trotz aller Naturwahrheit entbehren seine Bilder nie eines poetischen Reizes. Im Neuen Museum zu Berlin führte er mehrere griechische und ägyptische Landschaften in Wandmalerei aus. 1868 wurde S. Professor an der Kunstschule zu Weimar, 1872 an der Königsberger Akademie. Dort malte er unter anderm eine Reihe von Landschaften aus der "Odyssee" für das Gymnasium zu Insterburg. Er besitzt die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung.

22) Friedrich, Architekt, geb. 22. Okt. 1825 zu Frickenhofen in Württemberg, studierte an der polytechnischen Schule zu Stuttgart unter Mauch und Breymann und erlernte die Steinmetzkunst. 1843 wandte er sich nach Köln, wo er als Steinmetzgehilfe in die Dombauhütte eintrat; 1848 wurde er Meister, und 1856 bestand er das Staatsexamen als Baumeister