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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schraubel - Schraubstock.

bringen. Indem man den Bohrer mit einem auf den viereckigen Zapfen c gesteckten Hebel (Wendeisen) in dem Loch der Mutter herumdreht, greifen die Zähne, welche die einzelnen Gänge bilden, allmählich an, so daß bei einem Durchgang des Bohrers die Mutter geschnitten ist. 2) Mit Schraubstählen, an welchen die Schneiden (Fig. 5) seitwärts sitzen, damit sie in das Loch der auf der Drehbank bewegten Mutter eingeführt werden können (inwendiger Schraubstahl). Die fabrikmäßige Massenerzeugung von Schrauben erfolgt auf Schraubenschneidmaschinen, deren Anordnung Ähnlichkeit mit einer einfachen Drehbank hat. Zur Fabrikation der Holzschrauben zerschneidet man Draht mit einer besondern Schere in Stücke von bestimmter Länge. Diese werden sodann wie die Drahtstifte angeköpft und auf Drehbänken geglättet sowie am untern Ende konisch angedreht. Darauf findet auf einer Patronendrehbank das Anschneiden der Gewinde mittels eines passenden Schneidzahns statt. Die letzte Arbeit ist das Einschneiden (Einstreichen) der Köpfe mit Hilfe einer kleinen Kreissäge.

^[Abb.: Fig. 7. Querschnitt des Schraubenbohrers.]

Schraubel, s. Blütenstand, S. 81.

Schraubenbakterie, s. Spirillum.

Schraubenbaum, s. Pandanus.

Schraubendampfer, s. Dampfschiff, S. 480 f.

Schraubenfedern, s. Elastizität, S. 500.

Schraubenpropeller, s. v. w. Schiffsschraube, s. Dampfschiff, S, 480.

Schraubenrad, s. v. w. Schneckenrad.

Schraubenschlüssel, Werkzeug zum Fest- und Losdrehen von Schrauben und Schraubenmuttern, welches dadurch zur Wirkung kommt, daß man es mit einem entsprechenden Einschnitt oder Loch auf den Kopf oder die Mutter schiebt und dann als Hebel benutzt. Ein gewöhnlicher S. ist in Fig. 1 dargestellt. Um mit einem Schlüssel Köpfe von verschiedenen Dimensionen fassen zu können, macht man die Öffnung desselben wie bei einem Schraubstock verstellbar (Universal- oder englischer S.). Ein solcher S. besteht (Fig. 2) aus den zwei Backen b und b_{1}, wovon b an dem Bügel r r festsitzt, während sich b_{1} in demselben mit einem durch b gehenden Prisma verschiebt, in welches ein Muttergewinde zur Aufnahme der an dem Handgriff g sitzenden Schraube 8 eingeschnitten ist. Durch Drehung von g wird das Maul dem Schraubenkopf angepaßt.

^[Abb.: Fig. 1. Schraubenschlüssel.]

^[Abb.: Fig. 2. Englischer Schraubenschlüssel.]

Schraubenstein, vulgäre Bezeichnung für die schraubenartig gewundenen Steinkerne der Stiele devonischer Krinoideen. Vgl. Devonische Formation.

Schraubenzwinge (Leimzwinge), Werkzeug der Tischler, besteht aus drei rechtwinkelig miteinander verbundenen Holzstücken (^[img]) oder aus einem entsprechend geformten Metallstück mit einer durch einen Arm gehenden langen Schraube und dient zum Zusammendrücken hölzerner Gegenstände beim Leimen. Große Schraubenzwingen heißen Schraub- oder Leimknechte.

Schraubstock, Werkzeug zum Festhalten des Arbeitsstücks während der Bearbeitung, besteht aus zwei Teilen (Backen AB, Fig. 1), die, durch eine Schraube gegeneinander bewegt, das Arbeitsstück mit zwei Flächen m (Maul) fassen (Einspannen). Der Backen A steht mit dem Fuß P auf dem Fußboden oder in einer Krampe an der Bank und wird mittels einer Gabel N (Schere) an der obern Bankkante befestigt. Derselbe trägt ferner zwei Eisenplatten FF (Flasche, daher Flaschenschraubstock) zur Aufnahme des zweiten Backens B, der sich in der Flasche um einen kräftigen Bolzen bewegt und zwar mittels der Schraube K. Diese hat in der Hülse R ihre Mutter, wird durch einen langen Schlüssel gedreht und legt sich mit einem Bund K gegen den Backen B. Beim Rechtsdrehen wird eingespannt, beim Linksdrehen mit Hilfe der in der Flasche liegenden Feder geöffnet. Zwei Dächer x x verhindern das Einfallen der Späne in das Schraubengewinde und in die Flasche. Um bei jeder Stellung der Backen die Maulflächen m parallel zu erhalten, erteilt man dem Backen B vermittelst einer langen Schraube eine geradlinige Prismenführung (Parallelschraubstöcke). Ein in Fig. 2 im Durchschnitt gezeichneter S. (System Hall) besteht aus dem festen Backen BBB, der sich in Kreisnuten der Platte PP um eine vertikale Achse dreht. Der bewegliche Backen AA verschiebt sich in B hin und her an dem Handgriff h, wenn derselbe die horizontale (gezeichnete) Lage hat. Drückt man denselben aber abwärts, so bewirkt man eine Drehung der runden Scheibe C, ein Verschieben der durch d mit C verbundenen Stange DD und dadurch ein Anpressen des

^[Abb.: Fig. 1. Schraubstock.]

^[Abb.: Fig. 2. Halls Parallelschraubstock.]