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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schuckmann; Schuh

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Schuckmann - Schuh.

rungen" (Bresl. 1885, 2 Bde.). - Seine Gattin Luise, geborne v. Gall, geb. 19. Sept. 1815 zu Darmstadt, gest. 16. März 1855, hat sich durch "Frauennovellen" (Darmst. 1845, 2 Bde.) u. "Frauenleben", Novellen (posthum, Leipz. 1856, 2 Bde.), die Romane: "Gegen den Strom" (Brem. 1851, 2 Bde.) und "Der neue Kreuzritter" (Berl. 1853) sowie das Lustspiel "Ein schlechtes Gewissen" (das. 1842) bekannt gemacht. Mit ihrem Gatten gemeinsam gab sie "Familienbilder" (Prag 1854, 2 Bde.) und "Familiengeschichten" (das. 1854, 2 Bde.) heraus.

Schuckmann, Friedrich, Freiherr von, preuß. Staatsmann, geb. 26. Dez. 1755 zu Mölln in Mecklenburg-Schwerin, studierte zu Halle, ward 1784 Assessor des Kammergerichts zu Berlin, 1790 Oberbergrichter und zugleich königlicher Münzrichter in Breslau, 1795 Kammerpräsident in Baireuth und 1796 auch in Ansbach. Während des Kriegs wurde er im Mai 1807 von den Franzosen wegen unbegründeten Verdachts der Verräterei nach Mainz abgeführt und dann in Heidelberg interniert. 1808 wieder in Freiheit gesetzt, ließ er sich zu Hartlieb in Schlesien als Gutsbesitzer nieder. Aber schon 1810 ward er auf Hardenbergs Betrieb zum Geheimen Staatsrat und Chef der Abteilungen für den Handel und die Gewerbe sowie für den Kultus und öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern ernannt; 1814 ward er Minister des Innern. 1819 erhielt er zu dem allgemeinen Polizeidepartement noch die Verwaltung der sogen. höhern Sicherheitspolizei sowie bald darauf auch die der Handels- und Gewerbangelegenheiten überwiesen. Durch Schlagfluß gelähmt, trat er unter gleichzeitiger Erhebung in den Freiherrenstand 18. April 1834 aus dem Staatsdienst aus und starb 17. Sept. d. J. in Berlin.

Schuh, Längenmaß, s. v. w. Fuß (s. d., S. 801).

Schuh, Fußbekleidung, jetzt meist aus Leder oder aus Geweben oder Filz mit lederner Sohle, aus Kautschuk, aber auch aus Rinde, Holz (Holland, Dänemark, Norddeutschland, Elsaß), Esparto (Spanien), Schilf (Böhmen), Bast (Rußland) etc. handwerksmäßig durch Handarbeit, jetzt vielfach mit Maschinen im Fabrikbetrieb dargestellt. Bei der modernen Schuh- (und Stiefel-) Fabrikation, welche sich besonders großartig in Nordamerika entwickelt hat (Massachusetts liefert zwei Drittel aller in den Vereinigten Staaten verbrauchten Schuhwaren), liegt das Bestreben vor, die Hausindustrie mit ihren selbständigen Existenzen innerhalb der Fabrikation beizubehalten. Einzelne Fabrikanten entnehmen von ihren Lieferanten die fertige Ware, andre überweisen ihnen das Leder oder Halbfabrikate zur Vollendung, während noch andre die Gesamtarbeit durch Lohnarbeiter in besondern Fabrikräumen vornehmen lassen. Zum Vorbereiten des gegerbten Leders dienen Walzen und Hämmermaschinen, welche das Leder dichter und geschmeidiger machen solle, während zur Erzielung gleichmäßiger Dicke Lederspaltmaschinen in Anwendung kommen. In diesen letztern wird das Leder der ganzen Breite nach so gegen ein Messer geführt, daß der zu benutzende stärkere Teil über demselben und unter einer verstellbaren Anschlagleiste, d. h. durch einen auf die Lederdicke eingestellten Spalt, hindurchgeht, während die zu dicken Stellen an der Fleischseite des Leders als zusammenhängendes Fell unter dem Messer herausfallen. Das Hindurchziehen des Leders durch diese Maschine erfolgt durch eine Walze, an welcher es befestigt wird. Zum Ausschneiden der Sohlen und der Absatzstücke dienen Stanzmaschinen, welche mit einem nach der Form der Sohle etc. gebogenen Messer dieselbe durch einen einzigen Druck erzeugen; da diese Maschinen jedoch ebensoviel Messer wie Sohlenformen erfordern, so hat man Maschinen konstruiert, die nach Art der Bandsägen wirken, aber statt der Säge ein scharfes Bandmesser besitzen. Zum Zusammenstellen der einzelnen Flecke zu einem Absatz dient eine Absatzpresse und zum Beschneiden desselben eine Fräsmaschine, die zur Wirkung gelangt, nachdem die Absätze an die Fußbekleidung angeheftet sind, was auch auf besondern Maschinen sehr vollkommen gemacht werden kann. Zur Bearbeitung des Oberleders dienen ebenfalls Ausschneidemaschinen, welche jedoch der Handzuschneiderei gegenüber von geringerer Verbreitung sind, sodann aber die sehr wichtigen Walkmaschinen, welche dem Leder die eigentümliche knieförmige Gestalt im Fußgelenk geben, die Pappmaschinen zum Aufkleben des Futters und der sogen. Oberlederkleinigkeiten, Abschärfmaschinen zum Abschärfen der Lederkanten zu einem Keil und endlich Maschinen zum Aufzwicken des Oberleders auf den Leisten, um das Oberleder mit der Brandsohle richtig zu verbinden. Durch eine Anzahl Zangen wird das Oberleder an verschiedenen Punkten gefaßt und über den Leisten gespannt, worauf es durch schwache Stiftchen festgezwickt wird. Zum Nähen und Steppen der Schäfte und des Oberleders dienen Steppmaschinen, welche nur mit einem Faden arbeiten, der gepicht und während der Arbeit leicht erwärmt wird. Nach dem Aufzwicken wird die Sohle aufgelegt und durch Stifte in der Mitte aufgezwickt. Die Sohle ist bereits vorher auf der Rißmaschine mit einem die ringsum gehende Naht verzeichnenden Riß in 6 mm Entfernung vom Rand versehen worden, welcher zur Aufnahme der Naht bestimmt ist. Der Zwicker öffnet nun den Riß und schlägt in kürzern Abständen Rißnägel in die Kante, damit beim Nähen die Sohle nicht verschoben werden kann. Hierauf wird der Leisten aus dem Stiefel gezogen, dieser aber an die Sohlennähmaschine (Besohlmaschine) abgeliefert. Bei dieser wird der zu nähende S. oder Stiefel auf ein um seine senkrechte Achse bewegliches Horn gesteckt, in welchem Apparate und Maschinenteile von unten thätig sind, während von oben die Nadel gerade durch den Riß hindurch durch die Sohle, den Rand des Oberleders und die Brandsohle einen gepichten Faden zieht. Der Faden wird hierbei so fest angezogen, daß sich der auf der Brandsohle, also im Innern, bildende Kettenstich ganz in das Leder hineinzieht, also nicht drücken kann. Dadurch entsteht eine ganz vollkommen wasserdichte Verbindung, da auch die Löcher vollkommen dicht durch den gepichten Faden ausgefüllt werden, welcher sich so fest mit dem Leder verbindet, daß er auch noch hält, wenn die Sohle abgelaufen ist und die Schlingen geöffnet sind. Bei aller Vollkommenheit des Produkts arbeitet die Maschine so schnell, daß in 1½ Minute ein Paar Sohlen aufgenäht sind, während man hierzu mit der Hand wenigstens eine halbe Stunde braucht. Dieser Arbeit schließen sich nun diejenigen zur Befestigung des Absatzes an, von denen bereits die Rede war, sowie kleine Vollendungsarbeiten, z. B. das Zudrücken des Risses über der Naht, das Abputzen der Sohlen etc. Zur Befestigung der Sohlen benutzt man auch vielfach die Holznagel- oder Pflockmaschine, welche das Holzpflockschlagen so schnell und vollkommen ausführt, daß das Produkt hinter den genähten Schuhwaren nicht zurücksteht. Bei dieser Maschine wird der Holzstift zunächst in ein nach unten verjüngtes Rohr gebracht, durch welches vorher eine Ahle gegangen