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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Siérra Nevada de Mérida; Siérra Nevada de Santa Marta; Siésta; Sieur; Sieve; Sieveking; Sievers; Sievershausen; Sieyès

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Sierra Nevada de Merida - Sieyès.

Meers anderseits. An die S. schließen sich die übrigen Gebirgsgruppen des bätischen oder südandalusischen Gebirgssystems an. Südlich von der S. streicht in einem großen, gegen W. gerichteten Bogen durch die Provinzen Almeria, Granada und Malaga bis zur Felsenzunge von Gibraltar die Küstengebirgskette der Sierra Alhamilla, Sierra de Gador (2325 m), Sierra Contraviesa (1894 m), Sierra de Almijara, Sierra Tejeda (2135 m), Sierra de Alhama, Sierra de Abdalajis, Sierra de Tolox (1959 m) und Sierra de Bermeja. Von dieser schließlich gegen Süden gerichteten Kette zweigt noch die westlich ziehende Sierra de Ronda ab, welche mit den Berggruppen der Provinz Cadix (Cerro de San Cristobal 1716 m) in Verbindung steht. Nordöstlich von der S. breiten sich die Sierras de los Filabres (1914 m), de Baza (1901 m), de Gor, de las Estancias (1391 m) und de Maria (1589 m) aus, welche einerseits östlich in der Provinz Murcia mit der Sierra de Espuña (1583 m) und Sierra de Almenara im Thal des Segura endigen, anderseits gegen N. mit der Berggruppe La Sagra und dadurch mit dem marianischen Gebirgssystem in Verbindung treten. Die nordwestlich von der S. gelegenen Gruppen des bätischen Gebirgssystems endlich sind insbesondere die Sierra de Jarana, Sierra de Lucena und die steil zum Guadalquivirthal abfallende Sierra Magina (2179 m). -

2) Gebirgszug im nordamerikan. Staat Kalifornien, bildet den Westrand des großen Plateaus und erstreckt sich 650 km weit in nordnordwestlicher Richtung bis zum Gebirgsstock des Shasta (s. d.). Granit und metamorphische Schiefer, in denen goldführende Quarzgänge vorkommen, sind das vorwaltende Gestein. Mount Whitney (4404 m) ist der höchste Gipfel, der Truckeepaß (2139 m), durch den die Zentral-Pacificbahn führt, der wichtigste Gebirgsübergang. Beide Abhänge des Gebirges sind dicht bewaldet.

Siérra Nevada de Mérida, höchste Kette der Andes von Venezuela, in der Concha und Picacho della Coluna bis 4700 m hoch u. mit ewigem Schnee bedeckt.

Siérra Nevada de Santa Marta, eine selbständige isolierte Gebirgsgruppe Südamerikas, im Mündungsgebiet des Magdalenenstroms. Den Andes naheliegend, fast eingeschlossen von den beiden Zweigen derselben, welche, unter 2° nördl. Br. sich trennend, einerseits gegen die Küstenkette von Venezuela, anderseits gegen die Landenge von Panama sich hinziehen, erhebt sie sich als ein Massengebirge aus dem niedrigen Land zwischen der Mündung des Magdalenenstroms und dem Golf von Maracaibo plötzlich mit zackigen, steil abfallenden Schneegipfeln. Ihre größte Ausdehnung beträgt etwa 200 km in der Richtung von ONO. nach WSW. Aber auf dieser beschränkten Basis erhebt sie sich, nur 40 km vom Antillenmeer entfernt, bis zu 5100 m (nach Simons 5334 m) Höhe, ragt in die Region des ewigen Schnees hinein und trägt die höchsten Gipfel Südamerikas außerhalb des Kordillerensystems. Vgl. Sievers, Reise in der S. (Leipz. 1887).

Siésta (span.), Mittagsruhe.

Sieur (franz., spr. ssjör), Herr (im Kanzleistil).

Sieve, Fluß in der ital. Provinz Florenz, entspringt auf dem Apennin in der Nähe des Futapasses, durchfließt in südöstlich, dann südwestlich gerichtetem Lauf die Landschaft Mugello und mündet rechts in den Arno bei Pontassieve.

Sieveking, Amalie, mit Florence Nightingale u. a eine Hauptrepräsentantin der weiblichen Diakonie, geb. 1794 zu Hamburg, gest. 1. April 1859 daselbst; gründete, von unwiderstehlichem Drang, sich dem Wohl ihrer Mitmenschen im Dienste der erlösenden Liebe Gottes zu widmen, 1832 einen weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege, welcher viele Nachahmung fand und ein Hauptorgan der innern Mission wurde. Vgl. die "Denkwürdigkeiten aus dem Leben von A. S." (Hamb. 1860).

Sievers, 1) Jakob Johann, Graf, russ. Staatsmann, geb. 30. Aug. 1731 zu Wesenberg in Esthland, ward 1748 Sekretär des Barons v. Korff und begleitete denselben nach Kopenhagen und London, diente während des Siebenjährigen Kriegs im russischen Heer als Generalquartiermeister, ward 1764 von Katharina II. zum Gouverneur von Nowgorod ernannt, führte den Kartoffelbau ein, regelte das Postwesen und betrieb die Abschaffung der Tortur (1767). Auf seinen Vorschlag wurde die Statthalterschaftsverfassung eingeführt und er selbst zum Generalgouverneur von Nowgorod, Twer und Pskow ernannt. Nachdem er 1781 seine Entlassung genommen, ward er Gesandter in Polen und leitete die zweite und dritte Teilung dieses Königreichs. Kaiser Paul ernannte ihn 1796 zum Senator und 1797 zum Chef des neuen Departements der Wasserkommunikation und erhob ihn 1798 in den erblichen Grafenstand. 1800 schied er aus dem Staatsdienst und starb 23. Juli 1808 zu Bauerhof in Livland. Ihm zu Ehren benannte Alexander I. den die Mündung der Msta mit dem Wolchow vereinigenden Kanal (s. Siwerskanal). Vgl. Blum, Des Grafen J. J. S. Denkwürdigkeiten zur Geschichte Rußlands (Leipz. 1857-58, 4 Bde.); Derselbe, Graf S. und Rußland zu dessen Zeit (das. 1864).

2) Eduard, Germanist, geb. 25. Nov. 1850 zu Lippoldsberg bei Hofgeismar, studierte in Leipzig und Berlin, wurde 1876 ordentlicher Professor an der Universität Jena, 1883 in Tübingen, 1887 in Halle. Er ist hauptsächlich als Grammatiker und Herausgeber altdeutscher Texte thätig. Von ihm erschienen: Tatianus, lateinisch u. altdeutsch herausgegeben (Paderborn 1872); "Die Murbacher Hymnen, nach der Handschrift herausgegeben" (Halle 1874); "Paradigmen zur deutschen Grammatik" (das. 1874); "Der Heliand und die angelsächsische Genesis" (das. 1875); "Grundzüge der Phonetik" (3. Aufl., Leipz. 1886); "Zur Accent- und Lautlehre der germanischen Sprachen" (Halle 1878); eine Ausgabe des "Heliand" (das. 1878); "Beiträge zur Skaldenmetrik" (1878 u. 1879); "Zur Rhytmik des germanischen Allitterationsverses" ^[richtig: "Zur Rhythmik des germanischen Allitterationsverses"] (1887); "Proben einer metrischen Herstellung der Eddalieder" (das. 1885); "Angelsächsische Grammatik" (2. Aufl., das. 1886); "Tübinger Bruchstücke des ältern Frostuthingslög" (das. 1886); "Oxforder Benediktinerregel" (das. 1887). Mit E. Steinmeyer gab er heraus: "Althochdeutsche Glossen" (Berl. 1879-82, Bd. 1 u. 2).

Sievershausen, kleines Dorf bei Lehrte im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, Amt Burgdorf, mit 300 Einw.; hier 9. Juli 1553 Schlacht zwischen dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Kulmbach und dem Kurfürsten Moritz von Sachsen, in welcher der letztere zwar siegte, aber tödlich verwundet ward. 1853 ward ihm daselbst ein Denkmal errichtet.

Sieyès (spr. ssjejäß oder ssiäß), Emanuel Joseph, franz. Staatsmann, geb. 3. Mai 1748 zu Fréjus, bildete sich auf dem Seminar St.-Sulpice zu Paris für den geistlichen Stand aus, ward Kanonikus in der Bretagne, dann Generalvikar des Bischofs von Chartres, hierauf Mitglied der Chambre supérieure des französischen Klerus. 1788 wohnte er als Abgeordneter seines Standes der Provinzialversammlung zu Orléans bei. Mehrere seiner auf die brennenden Zeitfragen bezüglichen Broschüren, darunter der "Essai sur