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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sirokko; Sirop impondérable; Sirup; Sirvéntes; Sis; Sisak; Sisal; Sisalhanf; Sisenna; Sismograph; Sismondi; Sissek

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Sirokko - Sissek.

Sirokko, s. Scirocco.

Sirop impondérable, s. Traubenzucker.

Sirup (arab. Sirob), konzentrierte Zuckerlösung, welche neben Rohrzucker mehr oder weniger Traubenzucker und Schleimzucker sowie andre Stoffe enthält. Man gewinnt S. als Nebenprodukt bei der Zuckerfabrikation (s. Zucker), bereitet eine Traubenzuckerlösung, die als Stärkesirup in den Handel kommt, aus Stärkemehl (s. Traubenzucker), kocht Obst- und wohl auch Rübensaft ein, bis er die gehörige Konsistenz besitzt (Obstsirup), und bereitet zu medizinischen Zwecken Sirupe aus Pflanzenabkochungen, Emulsionen u. dgl., indem man in denselben genügende Mengen Rohrzucker auflöst. Über die Bereitung von Himbeersirup, Kirschsirup (Himbeersaft, Kirschsaft) s. Fruchtsirupe. Die wichtigsten als Arzneimittel gebräuchlichen Sirupe sind: Eibischsaft (Syrupus Althaeae), 200 Teile kalt bereiteter Auszug von 10 Teilen Eibischwurzel und 300 Teile Zucker; Mandelsirup (S. Amygdalarum, S. emulsivus), Emulsion aus 50 Teilen süßen, 10 Teilen bittern Mandeln, 120 Teilen Wasser und 10 Teilen Orangenblütenwasser, 200 Teile Zucker; Pomeranzenschalensirup (S. Aurantii corticis), 40 Teile mit Weißwein bereiteter Auszug von 5 Teilen Pomeranzenschalen, 60 Teile Zucker; Pomeranzenblütensirup (S. Aurantii florum, S. capillorum Veneris), 5 Teile Orangenblütenwasser, 5 Teile Wasser, 15 Teile Zucker; Perubalsamsirup (S. balsami peruviani, S. balsamicus), 10 Teile durch Digerieren bereiteter wässeriger Auszug von 1 Teil Perubalsam und 18 Teilen Zucker; Kirschsirup (S. ceratorum), s. Fruchtsirupe; Zimtsirup (S. Cinnamomi), 40 Teile durch Digerieren von 10 Teilen Zimt mit 50 Teilen Zimtwasser bereiteter Auszug und 60 Teile Zucker; S. ferri jodati, s. Eisenjodür; Eisensirup (S. ferri oxydati solubilis), s. d.; Ipekakuanhasirup (S. Ipecacuanhae), 40 Teile durch Digerieren von 1 Teil Ipekakuanhawurzel mit 5 Teilen verdünntem Spiritus und 40 Teilen Wasser bereiteter Auszug und 60 Teile Zucker; Süßholzsirup (S. Liquiritiae, Glycyrrhizae), kalt bereiteter Auszug von 20 Teilen Süßholz mit 10 Teilen Ammoniakflüssigkeit und 100 Teilen Wasser, auf 10 Teile verdunstet, mit 10 Teilen Spiritus gemischt, filtriert und mit S. simplex auf 100 Teile gebracht; Mannasirup (S. Mannae), Lösung von 10 Teilen Manna in 40 Teilen Wasser, 50 Teile Zucker; Pfefferminzsirup (S. Menthae), 40 Teile kalt bereiteter Auszug, 10 Teile Pfefferminze, 5 Teile Spiritus, 50 Teile Wasser mit 60 Teilen Zucker; Beruhigungssaft (S. Papaveris, S. capitum pap., S. diacodii), 35 Teile Infusum von je 10 Teilen Mohnköpfen, 5 Teilen Spiritus und 50 Teilen Wasser mit 65 Teilen Zucker; Kreuzdornbeerensirup (S. Rhamni cathartici, S. spinae cervinae, S. domesticus), wie Kirschsirup bereitet; Rhabarbersaft (S. Rhei), 80 Teile kalt bereiteter Auszug von 10 Teilen Rhabarber, 2 Teilen Zimt, 1 Teil kohlensaurem Kali mit 100 Teilen Wasser, 120 Teile Zucker; Himbeersirup (S. Rubi idaei), s. Fruchtsirupe; Senegasirup (S. Senegae), 40 Teile durch Macerieren von 5 Teilen Senegawurzel mit 5 Teilen Spiritus und 45 Teilen Wasser bereiteter Auszug, 60 Teile Zucker; S. Sennae, 35 Teile Infusum von 10 Teilen Sennesblätter, 1 Teil Fenchel und 5 Teilen Spiritus mit 65 Teilen Zucker; Weißer Sirup (S. simplex, S. sacchari, S. albus), 40 Teile Wasser, 60 Teile Zucker.

Sirvéntes, Rügelieder, s. Provençalische Sprache und Litteratur, S. 425.

Sis, Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Adana, am Nordende der kilikischen Ebene (Tschukurowa), mit 3-4000 Einw. (ein Fünftel Armenier), früher Residenz der armenischen Könige von Kilikien, von deren festem Schloß noch Reste vorhanden sind, bisher Sitz des höchsten armenischen Geistlichen (Katholikos) in der Türkei, der indes infolge eines Aufstandes 1878 nach Aintab übersiedelte. Die Stadt ist ungesund und wird im Sommer von fast allen Einwohnern verlassen.

Sisak (Sesonchis, Schuscheng), König von Ägypten, der erste aus der Dynastie von Bubastis, kam nach Psusennes' Tod 961 v. Chr. auf den Thron, überzog 949, um die Herrschaft Jerobeams in Israel zu sichern, das Reich Juda mit Krieg und eroberte Jerusalem, dessen Tempel und Königspalast er ihrer Schätze beraubte.

Sisal, Seestadt im mexikan. Staat Jucatan, 50 km nordwestlich von Merida, mit offener Reede, Leuchtturm, Ausfuhr von Sisalhanf, Tauen u. dgl. und (1880) 3852 Einw.

Sisalhanf, s. Henequen.

Sisenna, Lucius Cornelius, röm. Geschichtschreiber, geboren um 120, gest. 67 v. Chr., Prätor 78, schrieb in geschraubter altertümelnder Sprache eine Geschichte seiner Zeit und übersetzte die sogen. milesischen Fabeln des Aristeides ins Lateinische. Wahrscheinlich schrieb er auch Erklärungen zu den Komödien des Plautus. Seine Fragmente finden sich in den Sammlungen der Bruchstücke der römischen Historiker von Krause, Gerlach-Roth und Peter.

Sismograph (griech.), s. v. w. Seismometer.

Sismondi, Jean Charles Léonard Simonde de, Schriftsteller, geb. 9. Mai 1773 zu Genf, floh zur Zeit der Genfer Revolution von 1793 mit seinem Vater, einem Prediger, nach England, kehrte 1794 nach Genf zurück, begab sich mit seiner Familie nach Toscana, wo er sich bei Pescia ankaufte, kehrte aber, nachdem er 1799 von den Österreichern als Franzose längere Zeit gefangen gehalten worden war, 1800 in seine Vaterstadt zurück. Hier verwaltete er mehrere Kommunalämter, beschäftigte sich aber vorzugsweise mit dem Studium der Geschichte, Nationalökonomie und Litteratur und trat in enge Verbindung mit Necker und Frau v. Staël, die er auf ihren Reisen nach Italien und Deutschland begleitete, sowie mit Benj. Constant, Schlegel u. a. 1833 wurde er zum auswärtigen Mitglied des Instituts von Frankreich ernannt und starb 25. Juni 1842 zu Chène bei Genf. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "Histoire des républiques italiennes du moyen-âge" (Par. 1807-18, 16 Bde., 3. Aufl., das. 1840, 10 Bde.; deutsch, Zürich 1807-24, 16 Bde.); "Histoire de la renaissance de la liberté en Italie" (Par. 1832, 2 Bde.); "Histoire des Français" (das. 1821-44, 31 Bde.), aus der er in seinem "Précis" (das. 1839, 2 Bde.) einen Auszug lieferte; "Histoire de la chute de l'empire romain" (das. 1835, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1836); "Julia Sévera, ou l'an 492" (Par. 1822, 3 Bde.; deutsch, Leipz. 1822, 2 Bde.); ferner "De la littérature du midi de l'Europe" (Par. 1813, 3. Aufl. 1829; deutsch, Leipz. 1815, 2 Bde.) und "Études sur les sciences sociales" (Par. 1836-38, 3 Bde.). Vgl. Taillandier, "Lettres inédites de S., Bonstetten, Madame Staël etc." (Par. 1863), und "Lettres inédites de S. pendant les Cent-jours" (hrsg. von Villari und Monod, das. 1878).

Sissek (Alt- und Neu-S.), Stadt im kroatisch-slawon. Komitat Agram, an der Mündung der Kulpa in die Save und Endstation der Bahnstrecke Agram-S., hat (1881) 5529 Einw., lebhaften Handel und